Arras

Freigeben:

Zitadelle, britische Gedenkstätte und die Tunnel der Neuseeländer in Arras

 

Die auch als „Nutzlose Schönheit" bezeichnete Zitadelle wurde von Vauban in den Jahren 1668 bis 1672 erbaut. Das als Fünfeck errichtete Bauwerk wurde an den Ecken um riesige Bastionen ergänzt, die optimalen Schutz bieten und teilweise noch erhalten sind. Das aus weißem Stein gefertigte Königstor ist gen Stadt gerichtet und unterstreicht die Macht des neuen Herrschers. Rings um den großzügig angelegten Vorplatz sind alle wichtigen Gebäude angesiedelt, die für ein Leben in der Zitadelle wichtig waren. Das Waffenlager befindet sich auf einer Achse zum Königstor und die aus Stein gefertigten Verzierungen unterstreichen die Wichtigkeit dieses Platzes in der räumlichen Anordnung dieser Befestigungsanlage. Die Ziegelfassade der im Barockstil errichteten Kapelle ist reichlich geschmückt mit Säulen, Kannelierungen, Auszeichnungen, Feuerschalen usw.

  • Eingang zur Zitadelle von Arras. Quelle: Jean-Pierre Le Padellec SGA/DMPA

    Eingang zur Zitadelle von Arras. Quelle: Jean-Pierre Le Padellec SGA/DMPA

  • Britische Gedenkstätte in Arras. Quelle: Jean-Pierre Le Padellec SGA/DMPA

    Britische Gedenkstätte in Arras. Quelle: Jean-Pierre Le Padellec SGA/DMPA

Source MINDEF/SGA/DMPA Territoire Nord

 

 

Auf dem Weg nach Douves trifft man auf die Außenmauern der Zitadelle sowie auf Crinchon, einen idyllisch gelegenen Bach, der von den Streitkräften dazu genutzt wurde, die Gräben zu überschwemmen. Die Zitadelle selbst ist im Besitz der Armee und kann offiziell besichtigt werden. Der Besuch ist nur im Rahmen einer Führung möglich, die vom Fremdenverkehrsamt organisiert wird. Dieses findet man im Rathaus auf dem Petite Place. Trotz der im Laufe der Jahrhunderte durchgeführten Veränderungen ist die Zitadelle von Arras auch heute noch ein Beispiel für die Baukunst von Vauban.


Unweit der Zitadelle trifft man auf den Friedhof von Faubourg d'Amiens. Dort ruhen die sterblichen Überreste von 35.000 Soldaten aus England, Neuseeland und Südafrika, die während dem Frühjahr 1916 und dem 7. August 1918 gefallen sind und die kein Einzelgrab bekommen haben. Die Namen der Toten sind in Steinstelen gemeißelt, die sich neben den Klostermauern und den dorischen Säulen von Sir Edwin Luytens befinden. Auf dem Friedhof in Faubourg d'Amiens, Boulevard du Général de Gaulle, finden sich auch 2.652 Einzelgräber.

Gegenüber dem Denkmal befindet sich die Gedenkstätte „Flying Services“. Auf den Mauern sind die Namen des Royal Naval Air Service, des Royal Flying Corps, der Royal Air Force und der Australian Flying Corps eingraviert.

 

Ein Teil der Gedenkstätte von Arras, errichtet in Faubourg d'Amiens, wird üblicherweise als Gedenkstätte für die ersten Flieger gesehen, die während der Kämpfe ums Leben gekommen sind. Bereits beim Betreten des Friedhofs fällt die Gedenkstätte zu Ehren der Flieger ins Auge, die auf einem Sockel steht und die Erdkugel zeigt.
Auf allen Seiten sind die Namen aller Flieger eingraviert, die an der Westfront gestorben sind und deren Grabstätten nie gefunden wurden. Außerdem sind auch 46 Kanadier namentlich vermerkt. Die Kanadier hatten sich insbesondere im Luftkrieg ausgezeichnet. 25.000 dienten zu dieser Zeit als Piloten, Beobachter und Mechaniker in der britischer Armee. Die kanadischen Flieger erhielten für ihre mutigen Einsätze über 800 Auszeichnungen und Nennungen, darunter drei Victoria-Kreuze. Unter den Besten der RAF waren auch fünf Kanadier. Piloten wie z. B. W.A. "Billy" Bishop, W.G. Barker, Raymond Collishaw und A.A. McLeod machten sich insbesondere durch ihre Kühnheit und ihre Heldentaten verdient.


Die von den Neuseeländern erbauten Tunnel bilden ein komplexes, unterirdisches Gang- und Höhlensystem, das sich von Arras bis Bapaume und Cambrai erstreckte. Zwischen 1916 und 1917 trifft die Kompanie der neuseeländischen Tunnelexperten auf ein bereits bestehendes altes Höhlensystem und erweitert dieses unterhalb der deutschen Gräben in Richtung Niemandsland. Der Standort wurde erst 1996 wieder entdeckt.

 

Website des regionalen Tourismusverbands Nordfrankreichs

 

Quizz : Forts und Zitadellen

Freigeben: