Das Internierungslager von Gurs

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Das größte Internierungslager Südfrankreichs war auf einem 80 Hektar großen Gelände angelegt und bestand ursprünglich aus 400 Baracken.

Das in knapp eineinhalb Monaten auf einem 80 Hektar großen Gelände im Heideland von Gurs angelegte Internierungslager besteht anfänglich aus 400 Baracken und ist von einem doppelten Stacheldrahtzaun umgeben.

  • Stacheldrahtzaun

    Stacheldrahtzaun. Photo de Guillaume Roumeguère

  • Das Gerüst einer Baracke

    Das Gerüst einer Baracke. Foto Guillaume Roumeguère

  • Schienengleis

    Schienengleis. Foto Guillaume Roumeguère

  • Der Friedhof der Deportierten

    Der Friedhof der Deportierten. Foto de Guillaume Roumeguère

  • Virtuelle Baracke

    Virtuelle Baracke. Foto Guillaume Roumeguère

  • Baracke im Lager von Gurs

    Baracke im Lager von Gurs. Foto Guillaume Roumeguère

Quelle: MINDEF/SGA/DMPA

Die geflüchteten Spanienkämpfer Für die Behörden der III. Republik ist das "Empfangszentrum" ab April 1939 einsatzbereit. Mehrere Tausend spanische Flüchtlinge werden aufgenommen, darunter hauptsächlich Kämpfer der spanischen republikanischen Armee und Freiwillige der internationalen Brigaden. Die Anlagen, als Provisorium gebaut, versinken schnell im Schlamm und Dreck, und die miserablen Lagerbedingungen kosten vielen das Leben.
Die "Unerwünschten" Ab Mai 1940 werden im Lager von Gurs Menschen weggesperrt, die die Vichy-Regierung in Paris und Bordeaux verhaften lässt, und auch politische Flüchtlinge aus dem Baskenland. Die Juden Der am 3. Oktober 1940 verkündete Judenstatus führt ab Herbst 1940 zur massiven Internierung von Juden. Sie kommen aus Frankreich, aus Baden oder Zentraleuropa. Für viele wird Gurs zur letzten Zwischenstation vor den Vernichtungslagern der Nazis: Von August 1942 bis März 1943 machen sich nämlich sechs Sonderzüge mit mehreren tausend Internierten von Gurs in Richtung Auschwitz-Birkenau auf den Weg. Nach der Befreiung wird das Lager als Inhaftierungsort für die Kollaborateure und die deutschen Gefangenen genutzt. Nach seiner Schließung am 31. Dezember 1945 wird der Standort schon 1946 radikal verändert, das Gelände verkauft, die Baracken abgerissen. Ein angepflanzter Wald soll die Erinnerung an dieses Lager verdrängen, das vom ersten bis zum letzten Tag seines Bestehens unter französischer Verwaltung stand.
Die nationale Gedenkstätte Die nationale Gedenkstätte des Internierungslagers von Gurs wird 1994 eingeweiht. Der israelische Künstler Dani Karavan hat das Mahnmal als einen Parcours konzipiert für die gedankliche Auseinandersetzung mit den Internierungslagern des Vichy-Regimes. - Am Ende der zentralen Lagerstrasse wird der Besucher durch das Gerüst einer Baracke an die krassen Lebensbedingungen der Internierten erinnert, die zu über sechzigst in diesen engen Behausungen untergebracht waren.
- Ein 180 m langes Schienengleis geht von dieser Baracke ab. Es symbolisiert die letzte Reise in Richtung der Todeslager, der letzten Bestimmung zahlreicher Internierten von Gurs.
Am Lagereingang endet das Schienengleis auf einer mit Stacheldraht eingefassten Betonplatte. Sie symbolisiert die Konzentrations- und Vernichtungslager der Nazis.
Der Lagerfriedhof Auf dem Friedhof sind über tausend Menschen begraben, die zwischen 1939 und 1943 im Lager von Gurs umkamen. Nach den Restaurierungsarbeiten 1962 durch die Städte der badischen Landkreise und der israelitischen Kultusgemeinde werden zwei Gedenktafeln aufgestellt: Eine zu Ehren der spanischen Kämpfer und Brigadisten, die andere zum Gedenken der Juden, die zum großen Teil von den Nazis im Oktober 1940 und bis zum Beschluss der Endlösung "abgeschoben" wurden.
Die Hauptstrasse des Lagers und die Nebenwege Die Hauptstrasse verbindet den ehemaligen Lagereingang, an der Route de Mauléon, mit dem Friedhof. Die Lagerstrasse ist etwa zwei Kilometer lang und verläuft parallel zur D 936. Beiderseits der Hauptstrasse sieht man noch die alten von den Internierten mit Steinen aus dem Fluss Gave d'Oleron gepflasterten Wege. Zwischen den Bäumen und dem Gebüsch, das heute das Gelände bedeckt, kann der Besucher ein weiteres Mahnmal entdecken. Es wurde 2002 von einer Abschlussklasse der Berufsschule für das Baugewerbe errichtet. Gespannte Seile bilden "virtuelle Baracken" und verdeutlichen damit die alten Holzbaracken des Lagers. Sie ermahnen, dass der Wald von heute die Existenz des einstigen Lagers nicht verstecken darf.
Amicale du camp de Gurs (Förderverein) Tour Carrère 25 avenue du Loup 64000 PAU E-mail Administrator: abauzit99@orange.fr Besichtigungen Das Lager und das Mahnmal sind ständig geöffnet. Zugang und Eintritt frei. Anfahrtswege 90 km entfernt von Bayonne über Peyrehoarde und Escos, über die A 64/E 80 (Ausfahrt Nr. 6 Peyrehoarde) und die D 936. 45 km entfernt von Pau über Tarsacq, Noguères und Mourenx, dann über die D 2, D 33, D 281, D 111, D 947 und die D 936. 65 km entfernt von Saint-Jean-Pied-de-Port über die D 933 in Richtung Sauveterre-de-Béarn, dann die D 936. 6 km entfernt von Navarrenx über die D 947 und die D 936

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