Gravelines

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Die Festungsanlagen von Gravelines und das Musée du Dessin et de l'Estampe Originale (Museum für Zeichnungen und Drucke).

 

Die bis 1902 als Garnisonsstadt geführte Stadt Gravelines gehörte zu den strategisch wichtigen Städten. Sie war die erste flämische Küstenstadt, die die Grenze zwischen dem Königreich Frankreich und der Grafschaft Flandern bildete, zugehörig zu den Niederlanden unter Karl V., bevor sie dann im Zeitalter von Ludwig XIV. einen Platz innerhalb des königlichen Reviers einnahm. Von dieser strategischer Position sind nur noch rund 10 km Umfassungsmauern (die als historische Monumente unter Denkmalschutz stehen) und das Glacis erhalten; 3 km stammen aus der Zeit von Karl V. (im Wesentlichen die Kurtinen und Bastionen); 3,6 km von Vauban (die Außenwerke und Kontergarde), umgeben von einem 4 km breiten Glacis und Wassergräben.
 
 
Neben diesen brachliegenden Elementen befinden sich verschiedene Bauwerke, die zur Verstärkung der Stadtmauer dienen. Hierzu zählen unter anderem Pulvermagazine, Bunker, Wachhäuser sowie weitere für die Logistik genutzten Gebäude.
  • Einer der Kanäle in Gravelines.

    Einer der Kanäle in Gravelines. Quelle: SGA/DMPA

  • Gravelines.

    Gravelines. Quelle: SGA/DMPA

  • Luftansicht der Stadt Gravelines.

    Luftansicht der Stadt Gravelines. Quelle: Foto François Hanscotte

Quelle: MINDEF/SGA/DMPA Nord

 

Das Herzstück dieser Bauten wird von den Einwohnern Gravelines Arsenal genannt.
 
Hierbei handelt es sich um militärische Einrichtungen zur Lagerung von Waffen und Munition, aber auch um Zisternen, Bunker (unterirdische Räume, die Schutz vor Bomben bieten) sowie ein Brotbackofen von 1693, der noch gut erhalten ist. Diese für militärische Zwecke genutzten Gebäude sind heutzutage auf verschiedene Art und Weise für die Öffentlichkeit zugänglich.
Das große Pulvermagazin aus dem Jahr 1742, das sich inmitten des Arsenals befindet, beherbergt heute das Musée du Dessin et de l'Estampe Originale, welches jedoch für Ausstellungen auch Bunkerräume nutzt, um der Öffentlichkeit weitere Kunstwerke zugänglich machen zu können. Der Brotbackofen ist in einem Bunker aus dem Jahre 1528 untergebracht und über das Museum offen zugänglich.
 
 
Die militärischen Beobachtungsposten waren in den sechs Wachhäusern neben den Bastionen stationiert. Im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen wurden vier von ihnen (Porte aux Boules, Rue de Dunkerque, Bastion du Moulin, Place de l'Esplanade) wieder instandgesetzt. Der Erwerb des Pulvermagazins in der Nähe der Bastion du Roy bietet die Möglichkeit, einen kulturellen und pädagogischen Rundgang durch die Wachhäuser und Pulvermagazine zu errichten, die entlang der Festigungsanlagen gebaut wurden. Ludwig XIV. ging davon aus, dass die Zivilbevölkerung nicht zwangsläufig gerne Soldaten beherbergen wollte und bat deshalb die Herren de Louvois und Vauban, die Möglichkeiten für den Bau einer Kaserne zu prüfen. Die Idee wurde umgesetzt und Gravelines wurde mit Kasernen im Stil von Vauban ausgestattet.
 
Die Kaserne in Varennes (1737) bot Platz für 576 Unteroffiziere (vier Räumlichkeiten mit je 144 Plätzen) und ist von beeindruckender Größe (80 m lang auf drei Stockwerken). Eine Fassade bietet freie Sicht auf den Place de l’Esplanade, der unter anderem auch für Paradeübungen diente. Einst Unterkunft für Soldaten, dann während des Ersten Weltkriegs umfunktioniert zum Krankenhaus, zuletzt Sozialwohnungen. Nun werden in der Kaserne von Varennes aufwändige Sanierungsarbeiten durchgeführt, wodurch Wohnungen mit erhöhtem Mehrwert entstehen. Die Kaserne in Huxelles (75 m lang), zwischen 1793 und 1824 auf mehreren Bunkern erbaut, diente den Soldaten der Kaserne von Varennes als Rückzugsort im Falle einer Bedrohung durch Artilleriebeschuss. Während die Kaserne in der Dritten Republik noch als Stall diente, wird sie dann nach erfolgter Sanierung das Musée du Dessin et de l'Estampe Originale beherbergen, das momentan noch im Pulvermagazin des Arsenals untergebracht ist.
 
 
Zwischen den beiden Kasernen befindet sich eine Zisterne mit einem Fassungsvermögen von 1.420.000 Litern, die zunächst als Trinkwasserspeicher für die Soldaten und anschließend bis 1945 für die Zivilbevölkerung diente. Die Zisterne ist heute leer. Sie wurde restauriert und dem Museum zur Verfügung gestellt.
 
La Porte de Dunkerque (unter Denkmalschutz stehend), oder auch Porte aux Boules genannt, wurde restauriert und als Fußgängerzone neu gestaltet.
Das Wasser erfüllt wieder seinen ursprünglichen Zweck und lädt zu einer gemütlichen Fahrt mit dem Kahn oder Tretboot ein, die einen rund um die Befestigungsanlagen führt und eine andere Sicht auf die Verteidigung dieses Ortes ermöglicht. Auch die Außenwerke und Kontergarde wurde restauriert und laden ein zu einer Bootsfahrt oder einem Spaziergang.
 
 
 
 
 
 
Tourismusbüro Rives de l'Aa
 
11, rue de la République B.P. 139 - 59820 Gravelines
 
Tel: +33 03.28.51.94.00
 
Fax: +33 03.28.65.58.19
 
 
 
Rathaus
 
Place Charles Valentin - 59820 Gravelines
 
Tel: +33 03.28.23.59.00
 
 
 
Führungen, einzeln oder in einer Gruppe:
 
Maison du Patrimoine 2, rue Léon Blum - 59820 Gravelines
 
Tel: +33 03.28.65.45.45
 
Fax: +33 03.28.65.58.19
 
 
 
Musée du Dessin et de l'Estampe Originale
 
Tel: +33 03.28.51.81.00
 
Fax: +33 03.28.51.81.01
 
 
 
Veranstaltungen am Journée Régionales des Villes Fortifiées finden am letzten Sonntag im April statt. Pardon des Marins wird am 15. August gefeiert. Nationale Feiertage zu Ehren des Denkmalschutzes werden am dritten Wochenende im September gefeiert.
 

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