L'assaut final

Der letzte Angriff Die Hammerschläge von Marschall Foch Anfang August kehrt sich die militärische Lage im Westen um: zwar stellen die deutschen Streitkräfte über 200 Divisionen auf, aber die besten sind durch die Offensiven im Frühjahr verbraucht. Dagegen verfügt die amerikanische Armee, die monatlich um 250 000 Mann zunimmt, über mehr als 1 200 000 Soldaten, von denen über eine Million einsatzbereit sind.
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    Quelle : L'Illustration - l'album de la guerre 1914-1919

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    Quelle : ECPAD

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    Quelle : L'Illustration - l'album de la guerre 1914-1919

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    Quelle : L'Illustration - l'album de la guerre 1914-1919

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Der Plan von General Foch, der Anfang August in den Rang eines Marschalls erhoben wurde, sieht zunächst vor, die Bahnlinien frei zu kämpfen und die Kessel und vorderen Stellungen zu verringern, die sich bei den verschiedenen deutschen Offensiven gebildet hatten. Seiner Meinung nach konnte eine allgemeine Offensive erst zum Jahresende und die endgültige Entscheidung, die Befreiung des Territoriums bzw. die Zerstörung der deutschen Armee, erst im Lauf des Jahres 1919 erfolgen. Aber die Koordinierung der Offensiven an allen Fronten konnte vielleicht zu schnelleren Ergebnissen führen. So möchte Foch auch, dass die Italiener die Initiative gegen Österreich - Ungarn ergreifen, dessen Armee im Juni einen schweren Rückschlag am Piave erlitten hat. Aber General Diaz weigert sich, die transalpinen Truppen zu früh einzusetzen, da sie noch an den Folgen des Desasters von Caporetto im Oktober 1917 zu leiden haben.

An der französischen Front führen die Alliierten in der Picardie den ersten Schlag Anfang August durch, und nach einer Pause wird die Offensive Ende des Monats auf dem Plateau de Picardie fortgesetzt. Am 2. September muss Ludendorff die deutsche Front bis zur Hindenburglinie zurück nehmen, von der Lys bis zum Chemin des Dames. Dadurch verliert er das gesamte Terrain, das er im März eingenommen hatte. Der Oberkommandierende der deutschen Streitkräfte hält das Spiel für verloren. Tatsächlich sind die Elitetruppen zurück gewichen, die alliierten Truppen rücken vor, und die Panzer der Franzosen erweisen sich bei der Offensive als Furcht erregend. Vom 12. bis zum 14. September verkleinert ein Angriff der Franzosen und Amerikaner den Saillant von Saint-Mihiel an der Maas und befreit die Bahnlinie Paris-Avricourt. Foch bereitet sofort eine allgemeine Offensive vor, die am 26. September beginnt, für die er alle alliierten Armeen an der Westfront auf etwa 350 km zusammenfasst. Die deutschen Regimenter mit ihren immer mehr zusammenschmelzenden Truppen leisten zwar zunächst noch Widerstand, weichen aber allmählich im Artois, in der Picardie und in Lothringen zurück. In Berlin sind sich Politiker und Militärs darüber im Klaren, dass die Lage so gut wie hoffnungslos ist, zumal auch andere Fronten zusammenbrechen.

Eine Lawine von Waffenstillständen Seit Anfang September haben die alliierten Streitkräfte eine Offensive großen Ausmaßes an der Front im Orient gegen Bulgarien vorbereitet. Sie beginnt am 15. und erweist sich als ein großer Erfolg. Am 24. wird die bulgarische Armee in zwei Teile geteilt, und ein Sturmangriff der Kavallerie auf Üsküb bedroht die Nachschubgebiete des Feindes. Zwei Tage später bittet Sofia General Franchet d'Esperey um einen Waffenstillstand. So ist Bulgarien das erste Mitglied der Quadrupelallianz, das unter dem Druck der Alliierten nachgibt. Hinzu kommt, dass die Stimmung im Land in keiner Weise gut war, wegen der Versorgungsschwierigkeiten und vor allem auf Grund des Zögerns Deutschlands gegenüber den bulgarischen Ansprüchen auf bestimmte rumänische Gebiete. Bei dem Vertrag von Bukarest hatten Deutschland und Österreich-Ungarn Rumänien weitgehend geschont, was auf der Seite Sofias eine gewisse Bitterkeit aufkommen ließ. Die Klauseln für den Waffenstillstand (sofortiger Abzug aus den serbischen und griechischen Gebieten, Demobilisierung der Armee, Besetzung strategischer Punkte im Land durch die Alliierten...) ermöglichen es den Streitkräften der Entente, das Donautal und Österreich direkt zu bedrohen und die Türkei zu isolieren. Dies ist der erste siegreiche Waffenstillstand auf alliierter Seite und eine echte Revanche für die Vertreter der These des "wunden Punkts" und der "peripheren Strategie", deren hauptsächlicher Verfechter Briand war.

In der Tat entscheiden Hindenburg und Ludendorff am 28. September, dass die Fortsetzung des Kampfes bei dieser militärischen Lage nicht mehr möglich ist. Am nächsten Tag versammeln sich die Politiker und Militärs des Reichs in Spa zu einer Konferenz. Im Vertrauen auf die Aussagen der Militärs sprechen sich Wilhelm II und Kanzler Hertling dafür aus, die Alliierten um einen Waffenstillstand auf der Grundlage der Vierzehn Punkte Wilsons zu bitten. Hierfür ist es allerdings unabdingbar, die Regierung in Berlin zu ändern, denn der amerikanische Präsident hat wiederholt erklärt, dass er nicht mit der Regierung Deutschlands verhandeln wollte, die noch an der Macht war. Wilhelm II und seine Regierung akzeptieren den Rücktritt von Hertling und wählen den Prinzen Max von Baden als neuen Kanzler, dessen Ruf als Liberaler ihm die Mehrheit im Reichstag sichert und dessen Rang eines Prinzen das Image der Dynastie aufrechterhält. Ab Anfang Oktober beginnt er mit einer Verfassungsreform des Reichs und versucht, mit Wilson auf der Grundlage der Vierzehn Punkte zu verhandeln. Mitte des Monats muss die deutsche Regierung jedoch einsehen, dass die USA mit der derzeitig regierenden Dynastie keine Friedensverhandlungen zu führen bereit ist. Außerdem verschlechtert sich die militärische Lage von Tag zu Tag, die deutschen Streitkräfte weichen zurück, und die Front liegt jetzt auf der Linie Tournai-Valenciennes, Guise, Rethel und dem Tal der Maas. Ende Oktober akzeptiert die Regierung die von Wilson geforderte radikale Verfassungsreform. Aber Wilhelm II weigert sich abzudanken und wird hierbei von den Militärs unterstützt, wie z.B. von dem Nachfolger Ludendorffs, General Groener. Anfang November verschlimmert sich dann die Lage im Innern des Landes. Am 3. bricht eine Meuterei mit revolutionärem Charakter bei der Flotte aus, die sich schnell ausbreitet, und der Abfall der Verbündeten Deutschlands bringt Bayern in Reichweite des Feindes.

In Palästina besetzt der britische General Allenby, der Mitte September in die Offensive gegangen ist, die arabischen Länder und drängt die osmanischen Streitkräfte nach Aleppo zurück. Der Zusammenbruch Bulgariens, der Konstantinopel seiner Deckung beraubt, zieht den Rücktritt der Regierung der "Jungen Türken" Anfang Oktober nach sich. Die neue Regierung beginnt sofort Verhandlungen ausschließlich mit Großbritannien: am 31. wird der Waffenstillstand unterzeichnet und von Frankreich ratifiziert, das trotz seiner Proteste gegenüber seinem Verbündeten nicht an den Verhandlungen teilgenommen hat.

Auch innerhalb Österreich - Ungarns ist die Lage nicht viel besser. Die Doppelmonarchie, die seit langer Zeit durch separatistische Bewegungen unterminiert ist, fällt allmählich auseinander. Polen, Tschechoslowaken und Serben und Kroaten äußern seit Anfang Oktober offen ihren Wunsch nach Unabhängigkeit. Im Übrigen hatten die Alliierten die Separatisten immer wieder ermutigt und im Frühjahr die Tschechoslowakei und im Herbst Polen anerkannt. Seit der Anerkennung der Tschechoslowakei durch die USA Anfang September war es für Wien nicht mehr möglich, auf der Grundlage der Vierzehn Punkte zu verhandeln, denn diese sahen nur eine "Autonomie" für die Völker des Reiches vor. Indem er die Messlatte höher legte, besiegelte Wilson das Ende der Doppelmonarchie. Am 24. Oktober, auf den Tag genau ein Jahr nach Caporetto, unternimmt Italien die Offensive am Piave. Seine Truppen durchbrechen die Front und siegen bei Vittorio-Veneto. Die österreichische Armee ist nicht mehr zum Widerstand in der Lage, ganze Regimenter von Ungarn, Polen oder Tschechen verweigern den Kampf, da sie sicher sind, in wenigen Wochen ihre Unabhängigkeit zu erhalten. Angesichts dieser ebenso ernsten militärischen wie politischen Lage unterzeichnet Kaiser Karl den Waffenstillstand mit Italien am 3. November und verlässt Österreich, wo die Republik ausgerufen worden ist.

In Berlin geht es nicht mehr um die Frage, ob man die Niederlage vermeiden kann, sondern ob das Reich noch die Revolution verhindern kann. Die Mehrheit der Regierung ist entschlossen, den kaiserlichen Thron zu opfern, aber Wilhelm II weigert sich, denn er meint, die Armee würde das Regime verteidigen. Am 7. November wird eine deutsche Abordnung zu Marschall Foch geschickt, um die Bedingungen für den Waffenstillstand in Empfang zu nehmen. In Berlin ist die Revolution ausgebrochen, Regimenter haben Soldatenräte gebildet, die Arbeiter streiken. Am Morgen übt Max von Baden Druck auf den Kaiser aus und kündigt seine Abdankung an. Um 14 Uhr ruft der Sozialist Scheidemann die Republik aus, und es wird eine Regierung unter dem Sozialisten Ebert gebildet. Am 9. November brechen in Berlin revolutionäre Unruhen und ein Generalstreik aus. Am selben Tag dankt der Kaiser ab und geht nach Holland. Unterdessen zieht Pétain an der alliierten Front in Lothringen eine starke Armee unter dem Befehl von Castelnau zusammen, die eine Offensive mitten in die Stellungen des Feindes in Richtung auf Metz durchführen soll. Sie war für den 14. November geplant und sollte den Zusammenbruch der deutschen Front bewirken und den Krieg auf das Territorium des Reiches tragen. D.h. der Waffenstillstand wurde nicht vor 1919 erwartet.