Provence août 1944

Provence August 1944 Landung und Befreiung Bereits auf der Konferenz von Quebec (August 1943) wird ein amerikanischer Plan für eine Landung in der Provence besprochen, der die alliierte Landung in der Normandie vervollständigen soll. Stalin spricht sich auf der Teheran-Konferenz (November 1943) für diesen Plan aus, denn er erhofft sich davon eine Erleichterung für die sowjetische Front. Churchill lehnt den Plan dagegen ab und bevorzugt die bereits in Italien laufenden Unternehmungen, um das Reich direkt vom Süden her anzugreifen. Präsident Roosevelt entscheidet schließlich zugunsten der amerikanischen Lösung. Das Unternehmen Anvil, später in Dragoon umbenannt, verfolgt die Ziele, die feindlichen Truppen festzusetzen, Anlegestellen/Häfen im Tiefenwasser zu sichern und die rechte Flanke der aus der Normandie kommenden amerikanischen Armee zu schützen. Vorhandene Untiefen und die Anordnung der feindlichen Batterien bestimmen, an welchen Stränden die Landung stattfinden soll. Als Landungstag wird der 15. August 1944 angesetzt.
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    Quelle: Jean-Noël Liabeuf

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Der oberste Befehlshaber des Operationsgebietes im Mittelmeer ist der britische General Wilson. Die 7. amerikanische Armee unter dem Kommando von General Patch stellt das Expeditionskorps, das aus dem 6. Armeekorps (General Truscott) und einer Fallschirmjägerdivision (General Frederick) besteht. Ebenfalls zu den alliierten Landungstruppen zählt die B-Armee von General Lattre de Tassigny, der den Ruf eines kühnen Tatmenschen hat. De Lattre besitzt ebenfalls einen Vorteil für das weitere Geschehen: Er ist sich der Rolle bewusst, welche die Widerstandskämpfer, die Maquisards spielen können.

Die Situation der französischen Streitkräfte wird durch einen Kompromiss geklärt: General Patch befiehlt sie in der ersten Operationsphase und General de Lattre übernimmt das taktische Kommando des Einsatzes. Die B-Armee besteht aus fünf Infanteriedivisionen, zwei Panzerdivisionen (die 1. und 5.), zwei Tabor-Gruppen und mehrere nicht in Divisionen eingeteilte Reservisten. Wir finden hier Kämpfer des Expeditionskorps, das in Italien zu Ruhm gelangte, frisch aus Nordafrika abgezogene Soldaten: Franzosen aus Frankreich, muslimische Soldaten aus Algerien, Tunesien, Marokko, Kolonialtruppen aus West- und Äquatorialafrika. Unter dem Schutz von 250 Kriegsschiffen (davon 14 französische) der "Naval Western Task Force", unter dem amerikanischen Admiral Hewitt, und den Flugzeugen der "Mediterranean Allied Air Force" (2 000 Flugzeuge), unter dem amerikanischen General Eaker, stehen im ganzen etwa 600 Transportschiffe und 1 270 Landungsboote bereit.

Was die deutsche Seite betrifft, so sind die 8 Divisionen der XIX. Armee, unter General Wiese, dessen Hauptquartier in Avignon liegt, seit der zweiten Augustwoche in Alarmbereitschaft versetzt. Die Schiffe, die aus strategischen Gründen in 10 Konvois in entfernten Häfen wie z.b. Oran, Neapel oder Tarent ablegen, sammeln sich vor der Küste Korsikas. Um den Feind zu täuschen, fährt die alliierte Flotte zunächst in Richtung Genua. Doch am Abend des 14. August nimmt sie Kurs auf die Küste der Provence.

Am gleichen Abend erhalten die Forces Françaises de l'Intérieur (französische Streitkräfte des Inneren) aus London drei Meldungen, von denen die erste " le chef a faim " (der Chef hat Hunger) den Beginn der Operation ankündigt. Am 15. August, gegen Mitternacht, neutralisiert die "lst Special Service Force" (Colonel Walker) die Batterien der Inseln von Hyères, wohingegen die Afrika-Kommandos (Colonel Bouvet) die Küste in der Nähe des Cap Nègre erreichen und den Ort einnehmen. Die an der Pointe de l'Esquillon eingetroffene Marine-Sturmtruppe (Kommandant Seriot) stößt in Le Trayas auf Minenfelder. Gegen 4 Uhr in der Früh werfen 400 Flugzeuge über dem Argens-Tal über 5000 alliierte Fallschirmspringer ab; Verstärkung und Material wird mit Gleitern herbeigebracht (insgesamt 10 000 Fallschirmspringer sind bis zum Ende des Tages an Ort und Stelle).

Mit Unterstützung der einheimischen Widerstandskämpfer versperren sie die Wege zu den Landungszonen. Im Morgengrauen wird der Küstenstreifen aus der Luft bombardiert und die deutschen Positionen, die von der 242. Division des Generals Basler gehalten waren, niedergeschlagen. Um 8 Uhr morgens beginnen die amerikanischen Angriffswellen. Die 3. DIUS (General O'Daniel), 36. DIUS (General Dahlquist) und die 45. DIUS (General Eagles) erreichen mit den Landungsbooten zwischen Cavalaire und Saint-Raphaël die Strände, deren Codename jeweils Alpha, Camel und Delta ist.

Zu den gelandeten Soldaten gehören im Combat Command 1 (CC1 ) die Männer von General Sudre. Am Abend des 15. August sind zwei Brückenköpfe beiderseits Fréjus gesichert. Von den 100 000 gelandeten alliierten Streitkräften werden etwa tausend getötet oder vermisst gemeldet. Am nächsten Tag landet das Gros der B-Armee, d.h. die 1. DFL in Cavalaire, die 3. DIA in Foux. Am 17. August bezieht de Lattre seine Kommandozentrale in Cogolin.

Die Strategie ist festgelegt: Die amerikanischen Truppen sollen über die Haute Provence in die Isère und das Rhône-Tal vordringen. Die französischen Streitkräfte sollen die Hafenstädte Toulon und Marseille einnehmen.

Am 17. August erteilte Hitler nämlich der XIX. deutschen Armee den Befehl, nach Norden abzurücken. Allein die in den beiden großen Häfen stationierten Divisionen sollen die Stellung um jeden Preis halten. Die 11. Panzerdivision, die am 13. August die Gegend von Toulon verlässt, um den Landetruppen eigentlich die Stirn zu bieten, wird von den Partisanen des Herault und des Gard bedrängt und ist den Angriffen der amerikanischen Kampfflugzeuge ausgesetzt. Schwer angeschlagen zieht sie nach Norden ab, ohne ihre Aufgabe erfüllt zu haben. Das Gebiet, das die Alliierten am 18. August besetzen, reicht 30 km ins Hinterland hinein. Am Vortag bombardieren 130 B26 die Küstenverteidigungen erneut. Die 3. DIUS zieht ein in Cuers, Castellane... Die Amerikaner setzen ihren Weg zur Durance fort. Ein Teil der "1st Spécial Service Force", Seite an Seite mit den FFI, drängt andere deutsche Einheiten in die Alpen zurück und befreit die Städte der Côte d'Azur. De Lattre möchte schnell handeln: Man muss den Feind überrollen und ihm keine Zeit lassen, seine Stellungen abzusichern. Doch auch die Logistik muss bedacht werden. An der Küste setzen die Schiffe ständig Männer und Material ab. De Lattre trifft den Entschluss, die Truppen vorne zusammen zu führen und die Einheiten nach ihrer Ankunft nach und nach in die Kampfzone zu schicken.

Die 1. DFL (General Brosset), die Hyères einnehmen wird, drängt über die Küste nach vorne und die 9. DIC (General Magnan) manöveriert durch das Gebirge. Die 3. DIA (General de Monsabert) nimmt Toulon von hinten ein und macht einen Vorstoß nach Marseille. Die Operationen werden von der Artillerie der Schiffe unterstützt. In Toulon hat sich die deutsche Garnison, die mit der 242. Infanteriedivision verstärkt wurde, in den Hafen zurückgezogen. Etwa 25 000 Männer hören dem Befehl von Admiral Ruhfus, dem Kommandant der Kriegsmarine in der Provence. Seitens der Alliierten verfügt de Lattre lediglich über ca. 16 000 Männer. Am 19. August steht das 3. RTA (Colonel de Linarès) vor der Stadt. Die 9. DIC kämpft fortschreitend auf einer Achse Pierrefeu-Toulon und wird durch Elemente der 1. DB (General du Vigier) unterstützt. Am selben Tag, nach der Erstürmung der Batterie von Maurannes, nehmen die Afrika-Kommandos Coudon ein. Die Tage danach erobert das Schockbataillon (Colonel Gam-biez) die Faron-Festungen, welche die Bucht von Toulon dominieren. Am 22. und 23. August kämpfen die 9. DIC und die 1. DFL in der Stadt: "Marsouins", Algerier, Senegalesen, freie Franzosen rivalisieren auf ihrem Vormarsch an Mut und Tapferkeit.

Die deutsche Garnison flüchtet auf die Halbinsel Saint-Mandrier, auf der ein 340er Geschütz steht und kann diese Stellung bis zum 28. August halten. Die Sieger indes marschieren am Vortag jubelnd durch das befreite Toulon.

De Lattre hatte vor, Marseille gleich nach der Eroberung von Toulon anzugreifen, also um den 22. - 23. August. Doch die Kämpfe, die in dieser Stadt wüten, überstürzen die Ereignisse. General de Monsabert trifft den Entschluss, den Feind zu überrumpeln. Am 21. August bricht der Aufstand von Marseille aus, die FFI stehen den deutschen Truppen gegenüber. Am 22. August befindet sich das 7. RTA am Plan de L'Aigle, während das GTM von Colonel Le Blanc die Straße nach Aix abschließt. In Aubagne und Géménos kommt es zu heftigen Zusammenstößen. Die Tabors von General Guillaume kreisen Marseille ein. In der aufständigen Stadt stürzen sich das 7. RTA und die Résistants am 23. August in Kämpfe. Der Versuch, Unterhandlungen mit dem deutschen Kommandanten aufzunehmen, schlägt fehl. Am 25. August marschieren das 3. und 7. RTA, CCI und FFI auf Notre-Dame de la Garde.

Die Verluste sind hoch, doch die feindlichen Stützpunkte fallen nach und nach. Am 27. August nimmt das 1. marokkanische Tabor das Fort Saint-Nicolas ein.

Am 28. August erhält General de Monsabert von General Schaeffer, dem Kommandant der 244. deutschen Division, die Kapitulationsurkunde. Am gleichen Tag, in Toulon, begibt sich Admiral Ruhfus zuum Kommandanten der 9. DIC. Die Eroberung der beiden großen Häfen ist einen Monat früher als geplant erfolgt. Bis zum Sieg spielen Marseille und Toulon eine wichtige Rolle für die Nachschubversorgung der alliierten Streitmächte, denn über 900 000 Männer und 4 Millionen Tonnen Material werden über diese Städte herbeigeschafft. Zur gleichen Zeit gehen die Widerstandskämpfer im Hinterland in die Offensive. Durch Sabotage- und Guerillaaktionen erschweren sie den Rückzug des Feindes. Die Franzosen können zu den Amerikanern stoßen und die Verfolgung der XIX. deutschen Armee aufnehmen. Ab dem 15. August erreichen Elemente der 1. DB Avignon.

De Lattre schickt am 28. August ein Telegramm an General de Gaulle "... heute, 13 Tage nach der Offensive, gibt es im Sektor meiner Armee nur noch tote oder gefangene Deutsche". Die Provence ist befreit.

Zwischen dem 5. und 25. September landet die zweite Welle der französischen Armee unter der Befehlshabe von General Béthouart (2. DIM, 5. DB, usw.) und rückt zur ersten Welle auf. In den Alpes-Maritimes setzen Amerikaner und Widerstandskämpfer die Auseinandersetzungen bis in den Herbst fort. Nach harten Konfrontationen im Massiv von Authion zerschlägt die 1. DFL die letzten gegnerischen Kessel (Saorge, Fontan) im April 1945. An diese Geschehnisse erinnern heute häufig noch Gedenktafeln und Denkmälern, die, wie in Villecroze, Cogolin, Allauch oder Thoron, in aller Augen die Heldentaten, Schießereien, die zivilen und militärischen Opfer ehren. Die Erinnerung an die alliierte Landung weckt ein Ausflug zu den Resten der Bunker längs der Küste, oder ein Besuch der Gedenkstätte am Mont-Faron, die am 15. August 1964 von General de Gaulle, dem französischen Staatspräsidenten, eingeweiht wurde. Hier werden auf zwei Stockwerken Exponate und Ton- u. Bilddokumente gezeigt, die den zeitlichen Ablauf der Kämpfe erklären, sowie persönliche Gegenstände und Dokumente der Protagonisten.

Die nationalen Kriegsgräberstätten:



Die französischen Soldaten, die in der Schlacht um die Provence ihr Leben verloren, sind auf drei nationalen Friedhöfen beigesetzt. Nach den Kämpfen von August 1944 werden die Gefallenen vor Ort beerdigt oder finden in den Gemeindefriedhöfen verschiedener Dörfer und Städte der Provence ihre letzte Ruhestätte. In Rayol-Canadel (Var) wurden die Soldaten des Texier-Kommandos, die beim Sturm auf Cap Nègre ihr Leben ließen, in einem Areal beigesetzt, aus dem 1946 ein kleiner Friedhof wurde. Seine Existenz war bedroht, woraufhin Bürgermeister Gola und General Bouvet, der einstige Befehlshaber des Afrika-Kommandos, bei M. Jacquinot, dem Veteranenminister vorsprachen. Im August 1950 entschied dieser, die Gräber unberührt zu lassen und eine nationale Gedenkstätte daraus zu machen. Fünf Gräber in memoriam erinnern an die Soldaten des Kommandos, deren Leichnahme den Familien überführt wurden.

Ab 1955 wird ein großes Projekt für die Zusammenlegung der in Südfrankreich gefallenen Soldaten des zweiten Weltkriegs diskutiert. General Koenig fordert parallel dazu die Schaffung eines Friedhofs in Gedenken an die Landung in der Provence. Nachdem die Stadt Saint-Raphaël in Boulouris ein Gelände zur Verfügung stellt, ist es im März 1960 soweit: der Minister der Kriegsveteranen, Triboulet, stimmt der Forderung zu. Von 1962 bis 1963 laufen die Ausführungsarbeiten. Im März 1964 beginnt die Überführung der 464 aus den Friedhöfen der Var-Gemeinden Draguignan, Toulon, Hyères, Solliès-Pont, usw. exhumierten Soldaten. Am 15. August 1964, dem 20. Jahrestag der Landung, weiht General de Gaulle, der Staatspräsident, die nationale Kriegsgräberstätte ein. 1957 fällt die Wahl für einen großen nationalen Soldatenfriedhof in Südostfrankreich auf den Standort Luynes in Aix-en-Provence (Bouches-du-Rhône). Die Arbeiten beginnen 1965. Hier sollen die Gefallenen beider Weltkriege, die bislang in verschiedenen kommunalen Friedhöfen beerdigt waren, eine letzte Ruhestätte finden. Die Operationen laufen von 1967 bis 1968 und erstrecken sich über 9 Departements: Pyrénées-Orientales, Aude, Hérault, Gard, Vaucluse, Bouches-du-Rhône, Var, Alpes de Haute-Provence, Alpes-Maritimes. Die Toten, die von Familien reklamiert werden, werden diesen übergeben. Die anderen 11 424 Leichen, darunter 3 077 des Zweiten Weltkriegs, werden in Luynes beigesetzt. Die neue Kriegsgräbergedenkstätte wird am 27. September 1969 vom Minister der Kriegsveteranen, Duvillard, eingeweiht. In Luynes und in Boulouris besitzt jedes Grab eine Platte aus weißem verglasten Beton mit einer individuellen Tafel, auf der das Konfessionssymbol des Verstorbenen eingemeißelt ist. Die drei Kriegsgräberstätten werden auf Staatskosten gepflegt.
Quelle : MINDEF/SGA/DMPA