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Notre-Dame-de-Lorette 

Luftaufnahme des Nationalfriedhofs von Notre-Dame-de-Lorette. © FreeWay Prod Sarl

 

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Um die Infotafel des Friedhofs aufzurufen, klicken Sie hier vignette Panneau necropole_Lorette P1

Dieser Nationalfriedhof in der Gemeinde Ablain-Saint-Nazaire beherbergt die sterblichen Überreste der für Frankreich in den Schlachten des Artois und Flanderns zwischen 1914 und 1918 gefallenen Soldaten. Seit 1919 ist die Stätte ein symbolischer Ort, an dem alle Leichname der in diesem Abschnitt gefallenen französischen Soldaten vereinigt werden sollten. Der 1915 geschaffene kleine Friedhof wurde daher ab 1920 vergrößert. Damals nahm er die Leichen französischer Soldaten von über 150 Friedhöfen an den Fronten des Artois und Yser auf.

Auf einer Fläche von 25 Hektar liegen 40.000 Tote auf dem Friedhof, von denen die Hälfte in Einzelgräbern ruht und die andere Hälfte auf sieben Beinhäuser aufgeteilt ist. Dieser Friedhof ist der bedeutendste Nationalfriedhof. Es ruhen auch einige belgische, rumänische und russische Soldaten hier. Später bestattete man hier die 1939-1945 gefallenen französischen Soldaten. Unter den Gräbern findet man die Grabstätte eines Vaters und seines Sohnes, die auf dem Feld der Ehre 1915 und 1918 gefallen sind. Darüber hinaus gibt es sechs Gräber mit den sterblichen Überresten von zwei Personen, eines 1914-1918 gefallenen Vaters und eines 1939-1945 getöteten Sohnes.

Die Schlachten im Artois

Nach dem alliierten Vorstoß an der Marne Anfang September 1914 können die englischen und französischen Truppen den Feind an den Grenzen nicht zurückdrängen. Jede der kriegführenden Parteien versucht in einer letzten Anstrengung, die gegnerische Armee von hinten anzugreifen. Ohne Erfolg: die Front kommt bis Ende Oktober an den Küsten der Nordsee zum Stillstand. Der Konflikt dauert vier Jahre in den Schützengräben an, bis zum alliierten Sieg im November 1918.

Nachdem die Deutschen kurz die Stadt Arras besetzt hatten, ließen sie sich auf den Bergkämmen nieder, die das Bergbaurevier beherrschen. Im Laufe des Winters 1915 werden einige französische Versuche gegen die stark befestigten Stellungen gestartet. Im Frühling bereitet Joffre hier eine große Operation vor, mit dem Ziel, die feindlichen Linien zu durchbrechen.

Die 10. Armee von General d‘Urbal, die über 1.000 Kanonen verfügt, greift auf einer zehn Kilometer langen Front zwischen Lens und Arras an. Nach einer einige Stunden dauernden Vorbereitung der Artillerie beginnt die Offensive am 9. Mai 1915. Zehn Stunden später stürzt sich die Infanterie ins Geschehen. Im Zentrum des Aufgebots rückt das 33. Armeekorps schnell vor. Nach wenigen Stunden erreichen die algerischen Schützen und die Legionäre der marokkanischen Division den Hügel 119 auf der Crête de Vimy. Der Durchbruch ist gelungen, kann jedoch nicht genutzt werden. Bald schon schließt die deutsche Verstärkung die Lücke.

Am 10. Mai halten die Kämpfe in Carency, Neuville-Saint-Vaast (dem Labyrinth) in La Targette und in Ablain-Saint-Nazaire - wo der Maler Georges Braque schwer verwundet wurde, der zusammen mit Picasso den Kubismus gegründet hat - an. In diesen zerstörten Marktflecken wird jeder Keller zu einer soliden Festung, die eine nach der anderen „gesäubert“ werden muss. Im Zuge dieser Nahkämpfe erleiden die Franzosen schwere Verluste. An diesem Tag wird General Barbot, Kommandant der 77. Jägerdivision durch einen Granatsplitter getötet. In Ermangelung überzeugender Ergebnisse wird die Offensive im Juni unterbrochen. Die Franzosen haben zwischen 9. Mai und 25. Juni 1915 für die Eroberung von 20 km² insgesamt 102.500 Mann verloren, die gefallen sind, vermisst werden oder verwundet und gefangen genommen wurden.

Im Sommer 1915 tobt die Artillerie in beiden Lagern. Gestützt auf die 1. Britische Armee startet Joffre die Operationen am 25. September erneut. Im März 1916 lösen die Briten die 10. Armee ab, um die in Verdun bedrohten Franzosen zu entlasten. Am 9. April 1917 nehmen die Kanadier die Crête de Vimy ein. Am 3. Oktober 1918 werden die Ruinen von Lens von den Briten befreit.

Soldats dans une tranchée

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Die Kämpfe auf dem Lorettohügel

Notre-Dame-de-Lorette, das vom französischen Generalstab „Hügel 165“ genannt wurde und vor dem Krieg ein Wallfahrtsort war, wir schnell zum „blutigen Hügel“. Er wurde im Oktober 1914 von den Bayern eingenommen und ist ein strategischer Ort. Im Winter 1914 wird er vom 21. Armeekorps teilweise besetzt, jedoch kommen die Franzosen vor den feindlichen Stellungen, die in fünf aufeinanderfolgenden und mit Hindernissen gespickten Schützengrabenlinien angeordnet sind, nicht von der Stelle. Der Lorettohügel ist jedoch eines der Hauptziele der Frühlingsoffensive im Artois. Am 9. Mai gehen drei Infanterieregimenter und drei Jägerbataillone zum Angriff über. Nach schrecklichen Gefechten und um den Preis schwerer Verluste nehmen die Franzosen die Ruinen der Kapelle und die Spitze des Bergkamms ein. Trotz dieses Erfolges können sie nicht in die Ebene von Lens vorstoßen und bekommen daher den Beschuss der deutschen Batterien in Angres und Liévin ab.

Wie viele andere kam der Schriftsteller und Kriegsteilnehmer Henri Barbusse an diesem Ort zum Einsatz, der in seinem Werk Das Feuer (Originaltitel: Le Feu, Prix Goncourt 1916) von seinen Erfahrungen und seinem Alltag rund um den Lorettohügel berichtet. Gleichermaßen erinnert Korporal Louis Barthas in seinen 1977 veröffentlichen Kriegstagebüchern an die Gefechte und das ertragene Leid in diesem Abschnitt, der einer der gefährlichsten der Front war.

Der Lorettohügel, ein symbolträchtiges Gedenkerbe des Ersten Weltkriegs

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Als Reaktion auf den Kummer der Trauerfamilien organisierte der Bischof von Arras, Monseigneur Julien, die Übernahme der Leichname und ließ an dieser Stelle mithilfe eines öffentlichen Spendenaufrufs ein großes architektonisches Ensemble errichten, das aus einer neubyzantinischen Basilika und einem 52 Meter hohen Laternenturm besteht. Die Grundsteinlegung für die Basilika erfolgte am 19. Juni 1921. Ihre Einweihung fand am 2. August 1925 im Beisein des Ministerpräsidenten Paul Painlevé statt. Heute ist der Lorettohügel einer der symbolträchtigsten Orte des Ersten Weltkriegs.

Zwei große von Einzelgräberreihen gesäumte Alleen, die sich überkreuzen, bilden einen großen Vorplatz, wo die Feierlichkeiten abgehalten werden. Auf beiden Seiten erheben sich die Basilika und der Laternenturm.  Der rechteckige Friedhof ist 646 m lang und 208 m breit. Im Nordwesten kennzeichnet die Hecke am Rand des Nationalfriedhofs den Endpunkt des deutschen Vormarschs.

Die Basilika im neubyzantinischen Stil ist das Werk von Louis Cordonnier und erinnert an die religiöse Tradition der Stätte, die im 19. Jahrhundert ein wichtiger Wallfahrtsort für die örtliche Bevölkerung war. Daher wurde sie an der Stelle einer alten Marienkapelle errichtet. Das neue Gebäude ist um einen Grundriss einer Basilika mit vorstehenden Querschiffen angeordnet, an deren Enden sich Unterkapellen befinden. Es wurde am 2. August 1925 vom Ratspräsidenten Paul Painlevé feierlich eröffnet. [].

Die Glasfenster im Inneren der Basilika sind das Werk des Glasermeisters Charles Lorin und basieren auf Zeichnungen des Rompreisträgers Henri Pinta. Sechs von ihnen wurden von den Briten gespendet, um an die Entente zwischen Frankreich und Großbritannien, das viele Kämpfer im Artois und in Flandern im Einsatz hatte, zu erinnern. Die Ikonographie dieser Erinnerungsfenster verleiht dem Opfer der Soldaten einen religiösen Sinn. Sie regt mit dem Kirchenfenster, das in einer eigenen Kapelle in Notre-Dame de la Paix „dem kämpfenden Frankreich“, dem „triumphierenden Frankreich“ oder dem Frieden gewidmet ist, auch zu einen patriotischen Diskurs an. Das Halbkuppelgewölbe ist von einem Mosaik bedeckt, das vom Architekturhaus Gaudin in Paris angefertigt wurde. Es zeigt Christus in seinem Glorienschein, der Mandorla. Im linken Querschiff steht das Grabmal von Monseigneur Julien. Daneben erhebt sich ein Seitenaltar, über dem sich der beschädigte Bildstock des Dorfes Carency befindet. Das rechte Querschiff beherbergt die Statue der Notre-Dame-de-Lorette. Ein weiterer Nebenaltar mit dem Triptychon der Notre-Dame von Tschenstochau wurde von der polnischen Gemeinschaft des Bergbaureviers errichtet.

Auf Wunsch der Familien wurden zahlreiche Tafeln in Erinnerung an die im Ersten Weltkrieg vermissten Soldaten an den Innenmauern der Basilika angebracht. Sie zeugen vom Kummer der Trauernden und erinnern damit an ihre Verbundenheit mit der Erinnerung an die Soldaten. Eine von ihnen, die sich am Eingang zum Chor befindet, erinnert an das Verschwinden des Luxemburgers François Faber, der 1909 die Tour de France gewann und im August 1914 in der Fremdenlegion im Einsatz war. In der Basilika ist auch das Holzkreuz erhalten, das auf dem provisorischen Grab von Louise de Bettignies stand. Die 34-Jährige beteiligte sich im Oktober 1914 aktiv an der Verteidigung von Lille und organisierte dort später ein Geheimdienstnetz für die britische Armee, das sich als sehr effizient erwies. Louise de Bettignies wurde im Oktober 1915 verhaftet und zum Tode verurteilt, jedoch wurde ihre Strafe zu lebenslanger Zwangsarbeit umgewandelt. Sie starb in ihrer Gefangenschaft im September 1918 in Köln.

In der Mitte des Friedhofs wurde auch ein Laternenturm von Louis Cordonnier errichtet, der an die Totenlaterne erinnert, die früher auf Friedhöfen aufgestellt wurde. Die Grundsteinlegung erfolgte am 19. Juni 1921 durch Marschall Pétain. In seinem Fundament befindet sich ein Beinhaus mit fast 6.000 nicht identifizierten Leichen. Eine Aufbahrungskapelle wurde dort für zweiunddreißig Särge errichtet, von denen neunundzwanzig unbekannte Soldaten des Ersten Weltkriegs enthalten. 1950 wurde ein „unbekannter Soldat von 1939-1945“ in der Krypta beigesetzt und 1955 eine Urne mit der Asche von Deportierten, die in den Nazi-Lagern verschwunden waren. Diese Krypta beherbergt auch seit 1977 den Leichnam des Unbekannten Soldaten des Algerienkriegs und der Gefechte in Marokko und Tunesien sowie seit 1980 jenen des Unbekannten Soldaten des Indochinakriegs.

  • Der Nationalfriedhof Notre-Dame-de-Lorette. © Guillaume Pichard

  • Der Nationalfriedhof Notre-Dame-de-Lorette. © Guillaume Pichard

  • Der Nationalfriedhof Notre-Dame-de-Lorette. © Guillaume Pichard

  • Der Nationalfriedhof Notre-Dame-de-Lorette. © Guillaume Pichard

  • Der Nationalfriedhof Notre-Dame-de-Lorette. © Guillaume Pichard

  • Der Nationalfriedhof Notre-Dame-de-Lorette. © Guillaume Pichard

  • Der Nationalfriedhof Notre-Dame-de-Lorette. © Guillaume Pichard

  • Der Nationalfriedhof Notre-Dame-de-Lorette. © Guillaume Pichard

  • Der Nationalfriedhof Notre-Dame-de-Lorette. © Guillaume Pichard

  • Der Nationalfriedhof Notre-Dame-de-Lorette, basilika. © Guillaume Pichard

  • Der Nationalfriedhof Notre-Dame-de-Lorette, basilika. © Guillaume Pichard

  • Der Nationalfriedhof Notre-Dame-de-Lorette, basilika. © Guillaume Pichard

  • Der Nationalfriedhof Notre-Dame-de-Lorette, basilika. © Guillaume Pichard

  • Der Nationalfriedhof Notre-Dame-de-Lorette. © Guillaume Pichard

  • Der Nationalfriedhof Notre-Dame-de-Lorette, basilika. © Guillaume Pichard

  • Der Nationalfriedhof Notre-Dame-de-Lorette, basilika. © Guillaume Pichard

  • Der Nationalfriedhof Notre-Dame-de-Lorette. © Guillaume Pichard

  • Der Nationalfriedhof Notre-Dame-de-Lorette, kripta. © Guillaume Pichard

  • Der Nationalfriedhof Notre-Dame-de-Lorette. © Guillaume Pichard

  • Der Nationalfriedhof Notre-Dame-de-Lorette. © Guillaume Pichard

  • Der Nationalfriedhof Notre-Dame-de-Lorette. © Guillaume Pichard

  • Der Nationalfriedhof Notre-Dame-de-Lorette, das denkmal. © Guillaume Pichard

  • Der Nationalfriedhof Notre-Dame-de-Lorette, das denkmal. © ECPAD

  • Der Nationalfriedhof Notre-Dame-de-Lorette, das denkmal. © ECPAD

  • Der Nationalfriedhof Notre-Dame-de-Lorette, das denkmal. © Guillaume Pichard

  • Der Nationalfriedhof Notre-Dame-de-Lorette, das denkmal. © Guillaume Pichard

  • Lors de l'offensive du 9 mai 1915, Ablain-Saint-Nazaire est au cœur des enjeux. L'église, dont les ruines dépassent de la lisière des arbres, est détruite. Un cimetière provisoire est créé. © ECPAD

  • Situé au bois de Bouvigny, au nord de Notre-Dame-de-Lorette, le cimetière n°3, dont l'entrée est marquée par un arc de triomphe orné d'une couronne, rassemble notamment des hommes du 360e régiment d'infanterie. Tout au long de l'année 1915, cette unité s'illustre sur le front d'Artois. © ECPAD

  • Vue intérieure de la tour lanterne. © ECPAD

  • Vue intérieure de la basilique de Notre-Dame-de-Lorette. © ECPAD

  • Pèlerins sur le plateau de Notre-Dame-de-Lorette lors de la cérémonie du 12 septembre 1920. C'est au cours de cette cérémonie qu'est créée, à l'initiative de Mgr Julien, l’association du Monument de Notre-Dame-de-Lorette. La vocation de cette association était de perpétuer le souvenir des soldats inhumés sur le plateau. Aujourd'hui encore, cette association, rassemblant près de 4 000 Gardes, assure une présence quotidienne sur le site à partir du jour de Pâques jusqu’au 11 novembre. © Collection particulière

  • Office célébré à l'intérieur de la basilique de Notre-Dame-de-Lorette. © MINARM/DPMA

  • Cimetière national de Notre-Dame-de-Lorette au début des années 1920.

  • Inauguré en 1937, ce monument honore le souvenir du "Sauveur d'Arras". Chef des plus appréciés, le général Barbot, mort pour la France en mai 1915 entre la Cabaret Rouge et Carency, repose aujourd'hui dans la nécropole nationale auprès de ses hommes.

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    Informationen

    Anschrift

    Chemin de la Chapelle 62153
    Ablain-Saint-Nazaire

    Wöchentliche Öffnungszeiten

    Von 1.2. bis 15.12. täglich von 9 bis 20 Uhr.

    Fermetures annuelles

    Von 16. Dezember bis 31. Januar geschlossen

    Zusammenfassung

    Eléments remarquables

    Basilika-Kapelle, Laternenturm mit Beinhaus-Krypta. Die Urne mit der Asche von Deportierten wurde 1955 in der Krypta aufgestellt. Unbekannter Soldat von 1939-1945. Unbekannter Soldat von Nordafrika 1952-1962. Grab von General Barbot, der am 10. Mai 1915 für Frankreich gefallen ist.