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Tourisme de mémoire - un objectif simple

Schloss von Joux.
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Das Direktorat für Erinnerungsarbeit, Kulturgut und Archivbestände (DMPA) ist eines der Direktorate des französischen Verteidigungsministeriums. Es ist insbesondere für die im Bereich der Erinnerungsarbeit verfolgte Politik des Ministeriums zuständig. Zwischen 2000 und 2002 wurden Überlegungen über die mögliche Entwicklung einer modernen Politik auf diesem Gebiet angestellt. In diesem Zusammenhang drängte sich sehr schnell das Thema des Geschichtstourismus auf
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Daneben spielten konjunkturelle Faktoren eine wichtige Rolle: Mit der Einführung einer Berufsarmee waren plötzlich bedeutende Immobilienbestände ungenutzt. Diese konnten jedoch nicht allesamt dem freien Markt überlassen werden, da in der Gesellschaft der Ruf nach einer Rehabilitierung der kollektiven Erinnerung immer lauter wurde. Aus der Notwendigkeit, die Verbindung zwischen Heer und Nation aufrecht zu erhalten, entstand auch eine gewisse Verpflichtung, für die jüngeren Generationen attraktiv zu sein. Und schließlich verfügt das Verteidigungsministerium selbst über ein bedeutendes kulturelles Erbe: 189 unter Denkmalschutz stehende Gebäude oder Baudenkmäler stehen unter seiner Verantwortung. Kulturelle und staatsbürgerliche Ziele kamen somit zu den touristischen und wirtschaftlichen Herausforderungen hinzu, und das touristische Kulturgut hat sich mittlerweile zu einem direkten Wertschöpfungsfaktor entwickelt. In diesem Zusammenhang versteht sich Geschichtstourismus als eine spezielle Form des Tourismus', der das traditionelle, globale Tourismusangebot ergänzt. Er kann als eine Maßnahme verstanden werden, die das Publikum dazu veranlasst, in den Vordergrund gerückte Elemente des Kulturguts zu erforschen, um daraus die staatsbürgerliche und kulturelle Bereicherung zu gewinnen, die aus der Bezugnahme auf die Vergangenheit im Allgemeinen erwächst.

Der Ausdruck ?Geschichtstourismus" kann durchaus Verwunderung hervorrufen. Man kann in der Tat einen Gegensatz sehen zwischen dem Begriff ?Tourismus?, mit dem man Urlaubsfreuden verbindet, und dem insbesondere an zur Besinnung einladenden Orten eher feierlichen Begriff ?Geschichte?. Dennoch wurde diese Begriffswahl bislang nur sehr selten kritisiert. Die Bezeichnung wird mittlerweile von allen Partnern akzeptiert und verwendet. Es verstand sich von selbst, dass diese Maßnahme vom Verteidigungsministerium nicht alleine durchgeführt werden konnte und es unerlässlich war, noch weitere Partner einzubeziehen: die bereits genannten Ministerien für Tourismus und Kultur, sowie Gebietskörperschaften und Verbände.

Der Geschichtstourismus verfolgt nicht nur das Ziel, die geschichtliche Dimension zu fördern. Zahlreiche Museen beinhalten historische Sammlungen, doch in den meisten Fällen haben weder ihr Standort noch ihre Bauwerke geschichtlichen Hintergrund, wie im Falle des Museums des nationalen Widerstands von Champigny oder des Gedächtnismuseums der Opfer der Deportation der Ile de la Cité. Auch berücksichtigt der Geschichtstourismus bestimmte historische Stätten nicht: Der bedeutsamste, wenn auch bei weitem nicht einzige Fall ist der des vergessenen Schlachtfelds des Jahres 1870 von Saint-Quentin. Ähnlich gelagert ist der Fall der Landung der Alliierten in der Provence im Jahr 1944, der am Mont Faron zwar thematisiert wird; doch trotz seiner historischen Bedeutung findet dieses Ereignis vor Ort ansonsten keinen bedeutenden Niederschlag. Dies ist der Beweis dafür, dass man auch an nicht geschichtsträchtigen Orten gedenken kann? Aus praktischen Gründen wurde das Staatsgebiet in 'Erinnerungsgebiete' aufgeteilt. Die historische Bedeutung jedes dieser Gebiete ist je nach der Geographie der unterschiedlichen Kriege oder ihrer politischen Bedeutung unterschiedlich: die Region Ile-de-France beinhaltet beispielsweise beide Aspekte. Diese Gebiete bieten den Vorteil, einheitliche geschichtliche Zonen darzustellen, die ein zusammenhängendes touristisches Bild bieten.