Zerstörtes Dorf Fleury-devant-Douaumont

Des bornes marquent les emplacements des maisons détruites. Source : dansmabonjotte.canalblog

Nach dem Fall des Forts von Vaux im Juni 1916 nehmen die Deutschen auch Fleury ein. Das Dorf wechselt 16 Mal von einer Hand in die andere. 2 Monate schrecklicher Kämpfe legen das Dorf in Schutt und Asche.

1913 finden wir im Jahrbuch der Meuse die folgenden Eintragungen : 422 Einwohner Gastwirt: Herren Body, Hubert, Simon Bäcker- Konditor: Herr Hubert Zimmermann, Wagner, Tischler: Herr Simon Schuhmacher: Herr Legay L. Schneiderinnen - Büglerinnen: Frau Legay A. (verw.), Legay A., Frl. Lamorlette M., Gorgen L. Gemischtwarenhändler: Herr Body, Hubert Bauunternehmer: Herr Simon N. Gießer - Verzinner: Herr Mangin Maurer: Herren Ligony C, Legay AI., Ligony A., Pédotti, Tardivat Hufschmied: Herr Lahaye T. Brotstube: Herr Body Kontrolle des Bauwesens: Herr Simon Schuhmacher: Herr Body Landwirte: Herren Body J.B., Lamorlette-Louis J.M., Legay F.J., Poncet-Limouzin N., Poncet-Olivier F., Simon R. Die Schluchten "Ravin de la Poudrière" und "Ravin des Vignes"- Le Morpion (Filzlaus) Bis zum Ersten Weltkrieg führte Fleury-devant-Douaumont ein beschauliches und arbeitsreiches Dasein. Seit Menschengedenken verliefen die Arbeiten und die Tage nach dem Rhythmus der Jahreszeiten, in einem ständigen Ablauf von Saat und Ernte, Holzarbeiten und Weinlese, guten und schlechten Ernten. Die Invasionen von 1792, 1814 und 1870 vermieden diese waldigen Höhen, in denen noch die Wölfe leben... Die Zeit, die in Fleury-devant-Douaumont stillzustehen schien, beschleunigt nach 1870 ihren Gang. Die Schmalspurbahn Verdun-Douaumont führt an Fleury-devant-Douaumont vorbei. Dann folgt der Bau von La Redoute in Souville, der Forts von Tavannes und Froidelerre und der Zwischenwerke und füllt die Straßen des Dorfs mit zahlreichen Arbeitern und Soldaten. Im August 1914 können die 400 Einwohner die Regimenter von Verdun durchmarschieren sehen, die als Deckung in die Woëvre-Ebene ziehen. Im September bringt die Marne-Schlacht die Frontlinie im Norden und Nordwesten auf wenige Kilometer an den Ort heran. 1915 ist das intakte und mit Truppen voll belegte Dorf Teil der befestigen Region von Verdun.

1916 Am 21. Februar 1916 erwacht Fleury-devant-Douaumont unter dem Kanonenfeuer des bevorstehenden deutschen Angriffs. Es schneit. Der Horizont steht in Flammen. Die Nachrichten sind selten und widersprüchlich. Es ergeht der Befehl, das Dorf zu räumen. Die Bewohner beladen die Karren, nehmen ihr Vieh und ziehen in Richtung Bras sur Meuse und Verdun davon. Unterwegs begegnen sie der Verstärkung auf ihrem eiligen Weg zur Front. Der Fall von Douaumont am 24. Februar bringt Fleury-devant-Douaumont in Sichtweite der Deutschen. Während die Dächer durch die Bombardierung zerstört werden, machen Schützengräben und Unterstände die Keller zu kleinen Inseln des Widerstands. Die Zerstörung von Fleury-devant-Douaumont nimmt kein Ende. Schon im Mai bleibt nur ein Grundriss aus rauchenden Ruinen. Nach dem Fall des Forts von Vaux am 7. Juni gerät es in die erste Fronlinie. Zwischen Froideterre und Souville, am Ausgang der Schluchten "Poudrière" und "Vignes", entwickelt sich das Dorf zu einer der schlachtentscheidenden Stellungen. Wenn es den Deutschen gelingt, diese Stellung einzunehmen, dann geling ihnen vielleicht der Durchbruch, können die Franzosen sie halten, dann blockieren sie den Weg der Deutschen nach Verdun. So beginnt die Agonie von Fleury-devant-Douaumont, dessen Schicksal sich in den Wochen zwischen Juni und August 1916 entscheidet, als die Belagerer ihre letzten wütenden Angriffe auf de Linie Froideterre-Souville starten. Im Verlauf dieser Schlacht wechselt Fleury-devant-Douaumont 16 Mal von einer Hand in die andere. Am 23. Juni gehen die besten Truppen des Kronprinzen, die bayrischen Regimenter und das Alpencorps zum Angriff über, nach dem vorher Tausende von Geschossen - darunter auch Gasgeschosse - auf das Dorf niedergegangen waren. Um diesen unbarmherzigen Angriff aufzuhalten, opfert sich das 121. Infanterie-Jägerbataillon. Es wird in der Nacht völlig aufgerieben, aber die 260. Brigade übernimmt danach die Stellung. Wütende Angriffe auf diese wenigen Hektar lösen sich ohne Unterlass ab. Fleury-devant-Douaumont wird am 23. Juni eingenommen, am 24. zurückerobert und sofort wieder verloren, am nächsten Tag wieder eingenommen und wieder verloren. Am 27. Juni setzt sich ein Bataillon des 241. Infanterieregiments am Südrand fest und versperrt den Ausgang. Am 11. Juli unternehmen die Angreifer im beißenden Staub der Explosionen eine letzte Anstrengung. Sie attackieren und nehmen mit der Unterstützung von 2 Flammenwerfern das Munitionsdepot, die "Poudrière" ein, die von zwei Bataillonen der 225. Brigade unter Oberst Coquelin de Lisle verteidigt wird.
Ein Stoßtrupp schafft es sogar bis zur Stellung Centre D, die von den Deutschen auf Grund des Aussehens auf den Luftaufnahmen "Filzlaus" genannt wurde, und zieht sich mit einigen Gefangenen wieder zurück. Diese Stellung ist auf dem Gelände noch sichtbar und markiert den äußersten Vorstoß des Feindes in Richtung Verdun. Die "Poudrière", die von den Deutschen "M-Raum", also Munitionsraum, genannt wurde, war vor dem Krieg zur gleichen Zeit wie das befestigte Lager von Verdun errichtet worden und sollte der Artillerie als vorgeschobenes Munitionsdepot dienen, um die Kanonen in den Forts oder auf der Ebene zwischen Douaumont, Thiaumont, Froideterre und Fleury-devant-Douaumont sowie eine Anzahl von sekundären Munitionslagern, die durch 60er-Gleise angeschlossen waren, schneller zu versorgen. Es handelt sich um einen Felsenbunker, 10 Meter unter der Erde, mit zwei Ausgängen. Im Inneren kann man in den Gängen noch die Reste der Gleise und die Drehplattformen sehen, über die bis zum Ende der Schlacht die Munition zu den Kampforten befördert wurde. Im Hintergrund diente ein großer Saal als Rettungsstation. Am Eingang, entlang der Piste (Entdeckungsweg der Poudrière de Fleury-devant-Douaumont), sieht man noch die Reste des ehemaligen Wachpostens, an dem Oberst Coquelin de Lisle am 11. Juli 1916 das Leben verlor. 200 Meter Süd-Süd-West befindet sich das Grab des MG-Schützen Korporal Rachel, der am gleichen Tag getötet wurde. Vom 13. Juli bis zum 5. August gehen die schweren Kämpfe um die Ruinen des Dorfes weiter, die im Chaos des Schlachtfelds verschwinden. Am 17. und 18. August greift das Koloniale Infanterieregiment von Marokko, das seit 10 Tagen in den Ruinen kämpft an, und erobert unter dem Gesang der Marseillaise das Dorf definitiv zurück. Im Oktober und November dient die Position von Fleury-devant-Douaumont als Ausgangspunkt für die Offensiven, mit denen auch Douaumont und Vaux zurückerobert werden.
Nach dem Krieg 1918 ist Fleury-devant-Douaumont ein Dorf, das "für Frankreich gestorben ist". Aber wie auch bei acht anderen Dörfern der Front von Verdun hat die dankbare Nation ihm seine Rechtspersönlichkeit erhalten. Fleury-devant-Douaumont hat einen Bürgermeister; Fleury-devant-Douaumont hat seine treuen Anhänger. Fleury-devant-Douaumont erwacht zum Leben. Die Association Nationale du Souvenir de la Bataille de Verdun (Nationale Vereinigung für das Gedenken an die Schlacht von Verdun) und das Office National des Forêts (Nationale Forstbehörde) haben die Grundrisse von Straßen und Häusern wieder freigelegt. Der Besucher kann den Dorfbrunnen erkennen, an dem fröhliches Lachen und klares Wasser sprudelten, die Bauernhöfe, die Schmiede, die Schule, die Kirche... Seit 1979 ruft Notre Dame de l'Europe an der Fassade der Votivkapelle alle Menschen, die hierher kommen, um sich vor den Opfern und dem ELend der beiden jetzt versöhnten Gegner von damals zu verneigen, zu Brüderlichkeit und Frieden auf. Die Gedenkstätte, die an der Stelle des ehemaligen Bahnhofs von Fleury-devant-Douaumont errichtet wurde, ist der Schlacht um Verdun gewidmet: Fotos, Fresken, Dokumente, verschiedene Materialien, Waffen, Ausrüstung, Uniformen, französische und deutsche Flugzeuge erzählen und verdeutlichen diese tragische Schlacht, die der Besucher nachempfinden kann und dabei versteht, welches Leid und welches Elend die Beteiligten erleiden mussten.

  • Schlucht "Ravin des Vignes". Foto JP le Padellec

  • Die Kapelle "Notre Dame de l'Europe" wurde nach dem Krieg auf dem Platz der ehemaligen Dorfkirche errichtet. Foto JP le Padellec

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    Informationen

    Anschrift

    55100
    Fleury-devant-Douaumont

    Wöchentliche Öffnungszeiten

    Accessible toute l'année