Das senegalesische Tata

Quelle: MINDEF/SGA/DMPA-ONACVG

Errichtet im Jahr 1941.

Verteidigung von Chasselay durch das 25. R.T.S. (17- 20. Juni 1940).

1941-1943 und nach Kriegsende: Zusammenführung der sterblichen Überreste der senegalesischen Infanteristen, die im Juni 1940 im Departement Rhône gefallen sind.

Geschichtliche Daten

 

In Westafrika steht Tata für „Im Schutz der heiligen Erde“ und wird verwendet für den Ort, an dem die im Kampf gefallenen Krieger bestattet werden.

In Chasselay im Departement Rhône findet sich diese Bezeichnung in den lokalen Annalen, die das historische Drama beschreiben, das sich hier im Zweiten Weltkrieg abspielte.

 

Die Kämpfe

Obwohl Lyon bereits zur „offenen Stadt“ deklariert wurde, steht das 25. Regiment der senegalesischen Infanterie am 19. und 20. Juni 1940 in Chasselay und Umgebung den deutschen Truppen gegenüber.

Trotz ihrem Mut müssen sie letztendlich ihre Waffen niederlegen. Die Kämpfe gehen bis zum Massaker an Gefangenen afrikanischer Herkunft durch die SS-Einheit Totenkopf.

 

Das Tata

Das Tata ist als Rechteck errichtet, umringt von hohen Mauern an den Ecken und erbaut auf dem Eingang einer auf Pflöcken errichteten Pyramide. Es ist charakteristisch für eine Architektur mit sudanesischem Einfluss.

Auf dem massiven Eichentor finden sich acht verschiedenen Masken, auf denen die sich Abbilder eines Talisman und Kultbildern verbergen, die über die Toten wachen. Die Mauern und Grabsteine sind aus ockerfarbenem-rotem Stein gefertigt.

Auf dem Friedhof ruhen die sterblichen Überreste von 196 Infanteristen verschiedener Nationalitäten aus ganz Westafrika. Die Soldaten stammten nicht nur aus dem Senegal, sondern auch aus der Volta-Region, Dahomey, dem Sudan, Tschad usw.

 

Entstehung der Kriegsgräberstätte

 

Die Realisierung dieser einzigartigen Einrichtung in Frankreich ist Jean Marchiani zu verdanken. Als ehemaliger Soldat der Jahre 1914/1918 wird er 1940 zum Generalsekretär des Departementbüros für Kriegsversehrte, Kriegsveteranen und Kriegsopfer.

Da ihm die Ereignisse des 19. und 20. Juni noch gut in Erinnerung waren, entscheidet er sich für die Zusammenführung der sterblichen Überreste der Soldaten mit afrikanischer Herkunft in einem Kommunalfriedhof. Manche dieser Kämpfer waren bis zu diesem Zeitpunkt in einfachen Gräben auf freiem Feld bestattet.

Nach einer Bestandsaufnahme in den betroffenen Kommunen, kauft Jean Marchiani ein Gelände in Chasselay, in der Nähe des als „Leerer Sack“ bekannten Ortes, wo 50 senegalesische Gefangene vom Feind erschossen wurden. Er

wird in seinem Vorhaben unterstützt durch General Doyen, ehemaliger Kommandant der Alpenarmee, sowie durch den Abgesandten des Senegal Calendou Diouf.

 

Die Stätte wird am 8. November 1942 eröffnet, drei Tage vor der Invasion der freien Zone durch die Deutschen.

 

Dieser Ort des Gedenkens und der Besinnung wird seit 1966 als nationale Kriegsgräberstätte geführt. Sie ist im Besitz des Verteidigungsministeriums und wird verwaltet von der departements-überschreitenden Direktion für Kriegsveteranen der Region Rhône-Alpes.

 

Website tirailleurs-senegalais.fr

 
> Zurück zu den Ergebnissen

Informationen

Anschrift


Chasselay

Wöchentliche Öffnungszeiten

10 Uhr bis 18 Uhr Geführte Rundgänge: Von 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr und von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Mehr kennen

Mehr kennen

Rhône tourisme
142 bis, avenue de Saxe
69003 Lyon
04 72 56 70 40 - www.rhonetourisme.com