Sedan

Sedan 1870. ©bodymichel@1914-18.be

Im Schloss von Sedan ist ein Museum über den Krieg von 1870 untergebracht, hervorzuheben ist insbesorndere eine Freske zur Schlacht von Sedan.

Daa am Rande des Ardennenwaldes, am Ufer der Meuse und einige Kilometer von der belgischen Grenze entfernt gelegene Festungsschloss von Sedan mit seiner 35 000 m² großen Fläche ist das größte Feudalschloss Europas. Es wurde ab dem Jahr 1424 von Evrard de La Marck errichtet und beständig erweitert, verstärkt, modernisiert. Somit zeugt es von vier Jahrhunderten in der Entwicklung der Militärarchitektur.

Die heute unter Denkmalschutz stehende Festungsanlage allein erinnert schon an den vergangenen Reichtum der Stadt Sedan, die beinahe zwei Jahrhunderte lang von der mächtigen Familie de La Marck, den souveränen Prinzen von Sedan und Fürsten von Bouillon; sowie ab 1591 von der Familie La Tour d'Auvergne beherrscht wurde. Diese Unabhängigkeit ging im Jahr 1642 verloren, als die Geburtsstadt von Turenne infolge politischer Komplotte des Prinzen Frédéric-Maurice de La Tour d'Auvergne gegen Kardinal Richelieu an die französische Krone angegliedert wurde.

 

Diese ganze Geschichte wird heute mit Hilfe eines Besichtigungsrundgangs im historischen Zentrum des Schlosses erzählt. Dieser wird von Alltagsszenen aus dem mittelalterlichen und modernen Sédan untermalt.

 

Doch der Name Sedan bleibt auch verbunden mit einer Niederlage, nämlich der vom 1. Septembers 1870, deren erste Folge die Abdankung Napoléon III und der Niedergang des Second Empire war. Dieses im Kollektivgedächtnis noch immer sehr gegenwärtige Ereignis verdient eine Erklärung. Hierzu muss man die Vorstellung verwerfen, die Niederlage von Sedan sei der logische Schluss aus dem Staatsstreich Louis Napoléon Bonapartes vom 2. Dezember 1851. Diese unter der III. Republik entwickelte offizielle Lesart des Second Empire ist nicht mehr aktuell; Sedan ist weniger die Kehrseite militärischen Handelns als "die letzte Niederlage einer sich als katastrophal erweisenden Außenpolitik", um es mit den Worten des Historikers Jean-Michel GAILLARD zu sagen, der gemeinsam mit Anthony ROWLEY eine "Histoire de l'Europe" (Geschichte Europas) verfasste.
Eine durchaus ehrgeizige Politik Napoléons III, die sich auf die Ablehnung der im Jahr 1815 auf dem Wiener Kongress hergestellten Ordnung Europas und die Achtung des Nationalitätenprinzips stützte. Aus diesen Gründen trat Frankreich im Übrigen im Mai 1859 in den Krieg gegen Österreich-Ungarn ein und unterstützte das Königreich Piémont in seinem Bemühen um eine Einigung Italiens. Dieser durch die französischen Siege in Magenta (4. Juni) und Solferino (24. Juni) gekennzeichnete Feldzug endete mit dem Züricher Vertrag vom November 1859, der Piémont die Lombardei zusprach. Frankreich wiederum wurde im März 1860 um Nizza und Savoyen erweitert.

 

Noch immer vor dem Hintergrund der Nationalitätenfrage bewies Napoléon III 6 Jahre später eine willkommmene Neutralität gegenüber Preußen, als diese das Reich der Habsburger angriffen. Die Folgen dieses Angriffs waren weitreichend. Die österreichisch-ungarischen Machthaber, die am 3. Juli 1866 in Sadowa vernichtet wurden, wurden aus Deutschland vertrieben. So konnte Preußen gemeinsam mit Sachsen und 21 Kleinstaaten eine mächtige "norddeutsche Konföderation" bilden, die Vorstufe der Einigung Deutschlands. Italien, das am Krieg gegen die Habsburger beteiligt war, erhielt Venetien und konnte seine Einheit stärken.
Dieser Krieg beendete die Wiener Ordnung von 1815 schlagartig. Eine Situation, die für Frankreich günstig scheinen konnte. In der Realiltät endeten alle diese Konflikte mit einer diplomatischen Isolation des Second Empire von den europäischen Nachbarn; von Russland, das im Krimkrieg (1864-1866) von Napoleon III. besiegt worden war, von Österreich-Ungarn und von Großbritannien, das über die neuen napoleonischen Eroberungen beunruhigt war. So stürzte sich Napoléon III am 19. Juli 1870 allein in einen letzten Krieg gegen Preußen, den Bismarck im Übrigen herbeigewünscht hatte, da er die Einheit Deutschlands vollenden wollte. In weniger als zwei Monaten war Frankreich besiegt.

 

In jüngster Zeit hat der Gemeindeverband der Region Sedan beschlossen, die Erinnerung an diese durchaus dramatischen Ereignisse wachzuhalten. So wurde eine Machbarkeitsstudie eingeleitet, um herauszufinden, ob sich in Sedan ein Gedenkzentrum realisieren ließe, mit dem Themenschwerpunkt des Krieges von 1870, das aber auch an die beiden Weltkriege im 20. Jahrhunderte erinnern sollte. Mit dieser Stätte sollten sich auch die Hauptgedenkstätten der Region Sedan wie das "maison de la dernière cartouche" in Bazeilles oder die zahlreichen Gedenkstätten zum deutsch-französischen Krieg von 1870 in Floing miteinander vernetzen lassen. In Erwartung der Fertigstellung dieses Projekts kann man sich jetzt schon in den der Geschichte des Kriegs von 1870 gewidmeten Schlosssaal begeben und dort das "Panorama de Sedan" von Louis BRAUN betrachten, ein Leinwandgemälde von 11 Metern 30 Länge und 1 Meter 57 Höhe, das die Schlacht vom 1. September 1870 zeigt.

 


Zugang zum Schloss:

2 Parkplätze für Autos und Busse - Bar (keine Verpflegung)

Laden (Postkarten, Briefmarken, Andenken, Bücher) - Behindertentoiletten

 

Öffnungszeiten des Schlosses :

Vom 01.01 bis 14.03: geöffnet von 13.30 bis 16.30 Uhr während der Woche und von 10 bis 12

Uhr und von 13.30 bis 16.30 Uhr am Wochenende. Montags außer in den Schulferien geschlossen - vom 15.03. bis 30.06.: täglich von 10 bis 12

Uhr und von 13.30 bis 17.00 Uhr geöffnet. - vom 01.07. bis 31.08.: täglich durchgehend von 10 bis 18 geöffnet - vom 01.09. bis 15.09.: täglich von 10 bis 12.

Uhr und von 13.30 bis 17.00 Uhr geöffnet - vom 16.09. bis 31.12.: geöffnet von 13.30 bis 16.30 Uhr und am Wochenende von 10 bis 12 und von 13.30 bis 16.30

Uhr. Am 25. Dezember und am 1. Januar geschlossen - für Gruppen ganzjährig nach Vereinbarung geöffnet

 

Preise für die Besichtigung des historischen Zentrums:

Erwachsene: 6,90 Euro Kinder (6 bis 16 Jahre) : 4,60 Euro Familienticket (2 Erwachsene - 3 Kinder und mehr): 22,90 Euro Ermäßigter Preis (Studenten, Schüler, Arbeitslose, Invaliden...): 5,35 Euro Erwachsenengruppen (mindestens 20 Personen): 5,35 Euro Kindergruppen (mindestens 20 Personen): 3,85 Euro

 

Château fort de Sedan

Place du château F-08200 Sedan

Tel: 00 33 (0)3 24 27 73 73

Fax: 00 33 (0)3 24 29 03 28

E-Mail:Ot.sedan@wanadoo.fr

 

http://sedan-bouillon.info/

  • Sedan 1870. ©bodymichel@1914-18.be

  • Napoléon III. © Shat

  • Panorama de la bataille de Sedan. © Audrey Office du tourisme de Sedan

  • La salle du panorama. © Audrey Office du tourimse de Sedan

  • La façade sud du château. © Vincent Konsler

  • Les tours jumelles. © Vincent Konsler

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    Informationen

    Anschrift

    Place du château 8200
    Sedan
    03 24 27 73 73

    Gebühr

    Adultes: 6,90 € Enfants (6 à 16 ans): 4,60 € Ticket Famille: 22,90 € Tarif réduit: 5,35 €

    Wöchentliche Öffnungszeiten

    Du 01/01 au 14/03 : ouvert de 13h30 à 16h30 en semaine et de 10h à 12h et 13h30 à 16h30 le weekend. Du 15/05 au 30/06 : ouvert tous les jours de 10h à 12h et de 13h à 17h. Du 01/07 au 31/08 : ouvert tous les jours de 10h à 18h. Du 01/09 au 15/09 : ouvert tous les jours de 10h à 12h et de 13h30 à 17h Du 16/09 au 31/12 : ouvert de 13h30 à 16h30 et le week-end de 10h à 12h et de 13h30 à 16h30.

    Fermetures annuelles

    Du 01/01 au 14/03: fermé le lundi sauf durant les vacances scolaires. Fermé le 25 décembre et le 1° janvier

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