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Der Widerstand im Departement Haute-Vienne (87)

Georges Guingouin inmitten von Landbewohnern im Limousin.
Georges Guingouin. Quelle: Museum des Ordre de la Libération – Alle Rechte vorbehalten

Lieutenant Colonel Guingouin übernimmt im Widerstand im Departement Haute-Vienne eine symbolträchtige Rolle

Corps 1

Schlüsseldaten:

- August 1940: Aufruf zum Kampf durch Georges Guingouin, erste Kontakte nach Limoges, um den organisierten Widerstand aufzubauen
- September 1941: Erster Militärschlag durch die Armee unter der Führung von Georges Guingouin
- Ende 1941: Organisation der Bewegungen Combat, Franc Tireur, Libération Sud auf Departementsebene)
- 13. Dezember 1942: Zerstörung der Nachschubschleuse in Eymoutiers
- Mai 1943: Sabotage der Fabrik Wattelez in Palais sur Vienne

Das Departement wird von Süd nach Ost durch die Berge Châlus (546 m), Ambazac (701 m) und Gargan (731 m) geprägt: Für die Widerstandsgruppen gelten diese Berge allesamt als unzerstörbare Festigungsanlagen. Trotz dem Ungleichgewicht der sich gegenüberstehenden Kräfte (AS und FTP) gelingt es Georges Guingouin, zwischen Châteauneuf-la-Forêt und Chamberet bedeutende Widerstandsgruppen aufzubauen. So gelingt es ihm, diesen Bereich als wichtiges Terrain für Fallschirmjäger und Lager zu nutzen.

Corps 2

Im Frühjahr 1943 laufen immer mehr Fahnenflüchtige der STO zu den Widerstandsgruppen von Eymoutiers, Saint-Léonard, Châteauneuf-la-Forêt über. Diese Verstärkung unterstützt die Stärke der Widerstandskämpfer. Es handelt sich nunmehr nicht mehr um einzelne Aktionen, sondern um wahrhaftige militärische Operationen. Am 10. Juli trifft die FTP-Gruppe aus Châteauneuf in Peyrat-le-Château für einen Sabotageakt an einer Lokomotive ein. Am 12. gelingt die Befreiung des Kanals von Bussy-Varache, der die Stromversorgungsanlage von Eymoutiers versorgt. Gleichzeitig gelingt es, in La Veytisous die unterirdisch verlegten Telefonkabel zu trennen, die den militärischen Kontakt der Marinebasis von Bordeaux mit dem Generalstab der Kriegsmarine in Berlin verbinden.

Durch die Sabotage der Straßenbahnschienen am 14. werden die Kantone Eymoutiers und Châteauneuf vom restlichen Departement isoliert. Von diesem Zerstörungsakt ist insbesondere die deutsche Armee betroffen, deren Kommunikation und Transportwege erheblich behindert werden. Im August 1943 startet eine groß angelegte Opposition. Anfang 1944 schickt jede FTP-Gruppe seine besten Kräfte in die Burg von La Ribeyrie (Gemeinde Saint-Gilles-la-Forêt), um dort ein intensives Training für noch bedeutendere Sabotageakte zu erhalten.


Die Befreiung von Limoges


Wiederanerkennung von Georges Guingouin, erster Widerstandskämpfer Frankreichs. Quelle: Foto Christian Bélingard

Entgegen seiner eigenen Anweisung und bestrebt, ein weiteres Massaker zu verhindern, weigert sich Georges Guingouin im August 1944, die Stadt erstürmen zu lassen. Als Departement-Chef aller FFI-Gruppen verfügt er über den Zusammenschluss von 14.000 Männern sowie 21 Gendarmeriestaffeln. Dennoch bevorzugt Guingouin eine immer enger werdende Einkesselung, die er seinem Kommandoposten in Linards befiehlt. Diese Operation lähmt den Feind und es gelingt schrittweise, immer weiter vorzudringen. Der befehlshabende General Gleiniger sowie sein Kollege Brive reagieren mit militärischen Aktionen und besinnen sich auf eine “ehrenhafte” Kapitulation. Der schweizerische Konsul Jean d'Albissert dient als Mittelsmann und sorgt für den reibungslosen Ablauf der Kapitulation.