Die Befreiung von Grenoble

Sous-titre
22. August 1944

Corps 1

Nach dem Waffenstillstand von Juni 1940 liegt Grenoble im nicht besetzten Gebiet, wo sehr schnell die Anfänge des Widerstands geboren werden, insbesondere die so genannten Combat und Franc-Tireur.

Offizieller Besuch von Marschall Pétain am 19. und 20. März 1941 in Grenoble, bejubelt auf dem Platz Gambetta, der nach ihm umbenannt wurde. Quelle: Museum über die Geschichte des Widerstands und der Deportation in Isère

Im Frühjahr 1941 beginnt der Aufbau der Front National und erste Untergrundzeitungen wie Les Allobroges gehen in Druck. Ein Teil der Armee beginnt ihrerseits, Material und Munition in geheimer Mission zur Seite zu schaffen.

August 1941: Fünf Männer mit sozialistischen Vorstellungen treffen im Café Rotonde zusammen: Aimé Pupin (Eigentümer des Cafés), Eugène Chavant (ehemaliger Bürgermeister von Saint-Martin d'Hères), Paul Deshières (Bahnangestellter), Eugène Féraffiat (Automechaniker) und Léon Martin (ehemaliger Bürgermeister von Grenoble). Ihr Ziel ist die Neuorganisation der SFIO als Organ des Widerstands. Quelle: Blog: Der Widerstand in Isère.

Die Professoren der Universität Grenoble unterstützen den Widerstand, indem sie falsche Papiere erstellen, um die Studenten ab Ende 1942 vor der Zwangsarbeit der STO zu schützen.

Französische Widerstandskämpfer begutachten eine Landkarte der Region. Quelle: Museum über die Geschichte des Widerstands und der Deportation in Isère

Animiert durch die lokale Gruppe der Franc-Tireur entsteht 1942 in der Nähe von Vercors und durch die Fahnenflüchtige der STO eine Widerstandsbewegung, die sehr bald symbolträchtigen Charakter annimmt.
Im November 1942 wird die Stadt von den Italienern und dann ein Jahr später von den Deutschen besetzt.

Ein Teil der deutschen Armee bei der Parade entlang des Boulevard Édouard-Rey in Grenoble in Richtung Platz Victor-Hugo. Quelle: Museumssammlung über die Geschichte des Widerstands und der Deportation in Isère

Die Hauptaktivitäten des Widerstands konzentrieren sich auf die Ausbildung und Bewaffnung von Fahnenflüchtigen der STO, die immer mehr zum Kern des organisierten Widerstands in den Wäldern und Bergen rings um Grenoble werden.

Eine Gruppe von Widerstandskämpfern bereit eine Aktion vor. Quelle: Fremdenverkehrsamt von Grenoble.

Corps 2

Die französischen Widerstandsgruppen erweiterten kontinuierlich ihre Aktivitäten und zerstören immer mehr Transformatoren und Stromleitungen. Sie machen das lokale Büro der STO unbrauchbar, zerstören das Fort Quatre Seigneurs und rauben zahlreiche Sprengstofflager aus.

Gleichzeitig kommt es am 11. November 1943, dem Jahrestag des Waffenstillstands von 1918, trotz erheblicher Bemühungen der Vichy-Regierung zu einem Generalstreik und zu einer Demonstration vor den lokalen Behörden.

Le monument d'Emile Gilioli. Hommage aux 398 Grenoblois déportés par les Allemands lors de la manifestation du 11 novembre 1943. Source : Blog La résistance en Isère.

Die Regierung antwortet daraufhin mit Vergeltungsmaßnahmen und der Deportation von 395 Patrioten. Die Francs-Tireur reagieren ihrerseits am 13. November, indem sie die Artillerie befreien. Es folgen schwerwiegende Vergeltungsmaßnahmen, die unter dem Namen Saint Barthélémy von Grenoble für immer in Erinnerung bleiben.

Monument commémoratif de la Saint-Barthélemy grenobloise en novembre 1943, installé rue Jules Horowitz à Grenoble : « Au docteur Gaston Valois ». Source : Licence Creative Commons

Am 2. Dezember 1943 gelingt jedoch die Befreiung der Kaserne von Bonne, die zwischenzeitlich von den Deutschen als neues Lager genutzt wurde. Es folgen weitere Sabotageakte auf Firmen und Bahnschienen.

La caserne de Bonne, soufflée par une terrible explosion. Source : Conseil général de l'Isère.

Mit der Landung in der Normandie erreichen die direkten Aktionen der Widerstandsgruppen in der Region Grenoble ihren Höhepunkt. Unzählige Widerstandskämpfer setzen sich mit allen Kräften dafür ein, die deutschen Truppen zu behindern und die Verkehrswege rings um Grenoble zu blockieren. Durch die Landung vom 15. August 1944 in der Provence werden die Deutschen gezwungen, die Stadt am 21. August zu verlassen. Zuvor wurden jedoch zahlreiche Gefangene und Opfer der Gestapo regelrecht massakriert.

FFI à Grenoble. Source : Chancellerie de l'Ordre de la Libération

Am 22. August 1944 wird Grenoble durch die FFI und die Armee unter Befehlsgewalt von General de Lattre de Tassigny befreit.


Am 5. November 1944 verleiht General de Gaulle der Stadt sowie sieben Bewohnern das Verdienstkreuz am Bande für die Befreiung der Stadt.

Gedenkstätte für Emile Gilioli. Zum Gedenken an 398 Einwohner von Grenoble, die während der Demonstration am 11. November 1943 von den Deutschen deportiert wurden. Quelle: Blog: Der Widerstand in Isère.

840 Bewohner der Stadt wurden hingerichtet, über 2.000 Soldaten fanden im Kampf den Tod. Hinzu kommen viele Vermisste und 1.150 Deportierte, von denen über die Hälfte ihre Heimat nicht mehr wiedersahen.