Lebensmittelversorgung während der Belagerung von Paris (1870-1871)

Museums in Saint-Denis
Foto des Museums in Saint-Denis. Quelle: Licence Creative Commons

 

 

Nach dem Sturz von Königin Isabelle II von Spanien bietet General Prim den Thron Prinz Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen an, Cousin des preußischen Königs Wilhelm I, der am 21. Juni offiziell kandidiert. Frankreich ist gegen diese Entscheidung und befürchtet eine Neubildung des Reiches von Karl V.

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Prinz Anton, Vater von Leopold, gibt am 12. Juli seinen Rücktritt bekannt. Der Herzog von Gramont entsendet jedoch den französischen Botschafter Benedetti nach Ems, um vom Preußenkönig eine Erklärung zu verlangen, die diesen Rücktritt bestätigt. Der König lehnt eine Audienz hingegen ab und erreicht schließlich die erforderliche Zustimmung aus seinen Lagern. Am selben Tag entsendet der König eine Depesche an Bismarck, in der er ihn über die Entscheidung informiert. Er autorisiert Bismarck, den Inhalt der Mitteilung ganz oder teilweise öffentlich bekanntzugeben.

 

 

Für Bismarck bedeutet der Inhalt der Emser Depesche vom 13. Juli 1870 keinen Verzicht auf die spanische Krone. Sie soll lediglich verdeutlichen, dass der König von Preußen offiziell und freiwillig seinen Verzicht erklärt. Diese von Bismarck umformulierte Depesche wurde unmittelbar an alle Presseagenturen versendet. Und die Presse in Paris heizt die anti-preußische Stimmung der Massen weiter an. Am 19. Juli erklärt Napoléon III Preußen den Krieg. Die preußischen Truppen sind sofort kampfbereit. Nach einigen Niederlagen verschanzt sich die französische Armee in Châlons. Napoléon III vereint sich mit Mac-Mahon und seiner Armee.

 

Nach der Niederlage von Beaumont zieht sich die Armee am 30. August nach Sedan zurück. Napoléon ergibt sich am 1. September. Als am 4. September in Paris das Desaster bekanntgegeben wird, stürmen die Bürger den Palais-Bourbon und Gambetta verkündet die Niederlage des Reichs. Am selben Tag wird am Rathaus die Republik ausgerufen. Unter der Leitung von Jules Favre und General Trochu wird eine neue provisorische Regierung gebildet. Am 20. September beginnt die Belagerung von Paris durch die Preußen, was schließlich dazu führt, dass Jules Favres am 28. Januar am 28. Januar in Versailles die Kapitulation von Paris und den Waffenstillstand unterzeichnet.

 

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Lithographie de la mise à mort de l'éléphant. Source : DR

 


Während dem Winter 1870-1871 kämpfen die Einwohner von Paris mit äußerst schwierigen Lebensumständen. Der Nachschub bleibt aus, die Vorräte sind leer und es wird alles gegessen, was zu finden ist: Zootiere, Wald- und Feldtiere, Ratten usw. Das Kunst- und Geschichtsmuseum in Saint-Denis zeigte am 22. Juli 2005 den Überlebenskampf in diesen schwierigen Zeiten, der sich tief in die Köpfe der Pariser Bevölkerung gegraben hat. Aristide Bruant ist einer der Vorsänger und erzählt auf seine Weise von den Ereignissen und Zuständen im Jahr 1914.

 

Photo du musée de Saint-Denis. Source : Licence Creative Commons

 

 

Das Kunst- und Geschichtsmuseum in Saint-Denis befindet sich in der ehemaligen Karmeliterabtei, wo sich auch schon Louise von Frankreich, Tochter von Ludwig XV aufgehalten hatte. Die Architektur der Gebäude verleiht den Ausstellungen eine ganz besondere Atmosphäre. Hier kann der Besucher sowohl die Geschichte des Gebäudes als auch die religiöse Institution dahinter entdecken. Weiterhin zu bestaunen ist eine hervorragend erhaltene Apotheke aus dem 18. Jahrhundert, Hintergrunddaten über die Gemeinde Paris im Jahr 1871, eine Sammlung von über 600 Objekten aus archäologischen Ausgrabungsstätten in Saint-Denis sowie bedeutende Werke von Paul Eluard.