Offizieller Auftakt zum 150. Jahrestag des Krieges von 1870

Sehen Sie sich die Informationen an und lesen Sie das Editorial der Staatssekretärin im Verteidigungsministerium

*

Der Krieg von 1870 -1871 fand vor 150 Jahren statt und ist der erste französisch-deutsche Konflikt. Er ist ein Stück französischer Geschichte, das weit zurückliegt und an das wir uns nur ferne erinnern und auf das man nur kurz eingeht, wenn man ihn erwähnen will. Er schlummert im Schatten der beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts. Und dennoch! Es gibt wenige Ereignisse, die als deren Begründer und Vorläufer so wichtig sind. Es gibt wenige historische Geschehnisse, die das Schicksal Europas so stark beeinflusst haben. 

 

Da er der Grund für den Fall des zweiten französischen Kaiserreichs, der Ausrufung der III. Republik, der deutschen Einheit, der Pariser Kommune und eines dramatischen deutsch-französischen Streits war, der 75 Jahre andauern sollte, hat dieser Konflikt das 20. Jahrhundert und unsere europäische Zeitgeschichte geprägt. Er war prägend für die modernen Kriege, die folgen sollten mit der wesentlichen Rolle der Artillerie, den Gefechten, deren Heftigkeit zunahm, der Beteiligung der Zivilbevölkerung durch die Presse und das Phänomen der Freischützen.

 

Man kämpft um den französischen Boden; Paris erlebt eine schreckliche Belagerung; Heldenfiguren wie GAMBETTA treten auf; Städte wie Belfort oder Bitche leisten im nationalen Drama Widerstand; trotz des republikanischen Vorstoßes erfasst die Niederlage das Land; die deutsche Einigkeit wird im Spiegelsaal von Versailles besiegelt. Diese Ereignisse und diese Erinnerungen mit dem auf den Karten Frankreichs schwarz eingezeichneten Elsass-Mosel-Gebiet haben die Frauen und Männer von 14-18 überschwemmt, von denen manche auch jene von 1940 waren. Später ist diese Erinnerung aufgrund des Ausmaßes des Ersten Weltkriegs und der späteren Tragödien des Zweiten Weltkriegs verblasst.

 

Das Verteidigungsministerium möchte als zweitwichtigster kultureller Akteur des Staates und als Hauptakteur der Gedächtnispolitik diesen 150. Jahrestag zu einem Moment der „Rückkehr ins Gedächtnis“ und der Vermittlung einer Seite unserer nationalen und europäischen Geschichte machen. Daher stellen wir diese Gedenkfeiern unter das Motto der deutsch-französischen Freundschaft. Unsere Aktionen werden das kulturelle, touristische und pädagogische Programm der Kulturstätten und Museen aufwerten. Ich denke zum Beispiel an das bemerkenswerte „Museum des Krieges von 1870 und der Annexion“ in Gravelotte. Wir werden auch lokale Initiativen und Projekte unterstützen. 

 

Die Erinnerung aufrechtzuerhalten und sie weiterzugeben ist keine Pflicht. Es ist eine kollektive Verantwortung, eine Arbeit der gesamten Nation. Das Jahr 1870 leitet 75 Jahre französisch-deutscher Konflikte ein, auf die 75 Jahre Frieden in Westeuropa folgen. Nutzen wir den 150. Jahrestag dieses oft vergessenen Krieges, um über unsere europäische Identität nachzudenken. Erinnern wir uns an die Worte von Victor HUGO, „Ein Krieg zwischen Europäern ist ein Bürgerkrieg“. 

 

Geneviève DARRIEUSSECQ

Staatssekretärin im Verteidigungsministerium

*

Zugang zum Dossier  und zum Gedenkclip

 

Auf den hier gezeigten Gedenkclip sollte eine Webserie folgen, die 10 Kriegsschauplätze von 1870 zeigt. 

Die Dreharbeiten zu dieser audiovisuellen Produktion des ECPAD sind derzeit aufgrund der gesundheitlichen Lage unterbrochen

 

Couv-DP-1870-DPMA_1

 

 

 

Einordnung des chronologischen und räumlichen Rahmens

 

 

  • Sehen Sie sich die Broschüre Gedenkorte des Krieges von 1870 an

 
  • Rufen Sie die Karte Frankreichs mit den wichtigsten Gedenkorten des Krieges von 1870 auf

 

 

 

Darstellung des Krieges

 

  •  Mit einer Diashow 

Am Seitenende finden Sie zeitgenössische Fotos des Konflikts sowie typische Objekte der Konfrontation  

 

  • In Gemälden

Besuchen Sie den Katalog der Sammlungen des Musée d'Orsay über den Krieg von 1870 - © Musée d'Orsay

 

  • Durch Fotos

Sehen Sie sich die Bestände des ECPAD und vor allem der Serie der 44 Albuminabzüge auf Karton an, die teilweise Louis Joseph Gemmi de Prévot (1820-1896) zugeschrieben werden. 

 

 

 

Verstehen des Konflikts

 

  • Lesen Sie die historischen Artikel...

... Über den Verlauf des Krieges zwischen Frankreich und Preußen, die Schlachten von Saint-Privat und Champigny

... Über das französische Verteidigungssystem im Jahr 1870 (Annie Crépin)

... Über die Folgen des Konflikts auf mehreren Ebenen (zwei Analysen von Eric Anceau und Annie Crépin)

... Über die Bildung von Gedenklandschaften des Krieges (Charlotte Schenique)

... Über bedeutende Persönlichkeiten des Konflikts: Napoleon III. - Léon Gambetta

 

 

 
  • Informieren Sie sich über das pädagogische Angebot der Gedenkorte:

Museum der letzten Kartusche - Museum über Krieg und Frieden in den Ardennen - Burg von Sedan - Museum des Krieges von 1870 — Loigny-la-Bataille - Museum Saint-Rémi - Zitadelle von Bitche - Museum des Krieges von 1870 und der Annexion - Gedenkhalle - Museum der Schlacht vom 6. August 1870

 

 

 

 

Verfolgen Sie die aktuellen Nachrichten der Museen und des Gedenkzyklus in den Regionen

 

 

Angesichts der aktuellen gesundheitlichen Lage wurde das aktuelle Programm der Museen ausgesetzt und die Veranstaltungen des Gedenkzyklus wurden verschoben. 

Wir laden Sie ein, das digitale Angebot unserer Partner in dieser Zeit der Beschränkungen zu nutzen

 

      

 

 

 

 

 

 

  • © Museum des Krieges von 1870 Loigny-la-Bataille - Auszug aus der Pressemappe abrufbar unter diesem Link

  • Schlacht von Champigny-sur-Marne. Vom 29. November bis 3. Dezember 1870 versuchen die französischen Truppen, die preußische Belagerung von Paris mit zahlreichen Offensiveinsätzen zu durchbrechen. Viele Häuser im Zentrum Champignys werden von der Artillerie zerstört und 74 niedergebrannt. Die Bilanz ist für die Gemeinde daher sehr traurig, wie dieses Foto der vollständig zerstörten Häuser auf der Place d‘Armes zeigt. Der öffentliche Brunnen rechts wurde verschont.

    2Fi93 - Ansichtskarte der Sammlung des Gemeindearchivs von Champigny-sur-Marne.

  • Schlacht von Champigny-sur-Marne. Preußischer Granatsplitter vom Schlachtfeld, der als Relikt aufbewahrt wird.

    Sammlung ©Armeemuseum - Analytische Beschreibung online

     

  • Das zerstörte Schloss Saint-Cloud nach den Bombardierungen des Krieges von 1870. © ECPAD/Spende von Brocheton

  • Französische Soldaten im Deutsch-Französischen Krieg von 1870-1871. Quelle: Brown University Providence

  • Saint-Quentin - Die Preußen auf der Grand'Place 1871. 

     

     

     

  • Depesche mit der Ankündigung des Waffenstillstands, Bordeaux, 29. Januar 1871.

     

  • Unteroffiziersmütze der mobilen Nationalgarde

    Sammlung des Fremdenverkehrsamtes von Pontarlier, Depot des Stadtmuseums von Pontarlier, D.2015.0.581

     

    Die mit dem Niel-Gesetz 1868 geschaffene mobile Nationalgarde wird besonders zur Verteidigung der Stützpunkte an den Grenzen des Kaiserreichs abkommandiert.

    Anfang des Jahres 1871 besteht die Garnison im Fort de Joux aus einer Kompanie von mobilen Truppen aus dem Departement Doubs unter dem Befehl von Hauptmann Benoit Chabal.

    Ende Januar wird sie durch Abordnungen der Artillerie und der Pioniere verstärkt.

    Mit ihren Musketenbeschüssen decken sie den Rückzug der Ostarmee Richtung Schweiz am 1. Februar 1871. Parallel zur Verteidigung des Forts unterstützen sie die Artilleristen und Pioniere bei ihren Arbeiten zur Verteidigung der Schusspositionen der Kanonen und der Gebäude des Forts.

    Dieser durch die Überprüfung und innere Instandhaltung des Ortes regelmäßige Tagesablauf dauert bis Mai 1871, als die Belagerung von Fort de Joux endet.

    Nach dem Krieg von 1870 werden die mobilen Truppen durch die Territorialinfanterie ersetzt, die bis zum Ersten Weltkrieg Bestandteil der Garnison im Fort de Joux bleibt.

    Jean-Bernard Passemard - Beauftragter, Château de Joux.
  •  

    Foto vergrößern - Das Kriegerdenkmal von 1870 am Friedhof von Chambière auf dem Gemeindegebiet von Metz,

    wurde zu Ehren der 7000 französischen Soldaten errichtet, die bei der Belagerung der Stadt für die Heimat gefallen sind. Die Bewohner des vom deutschen Kaiserreich annektierten Metz

    beschließen tatsächlich, zu ihren Ehren ein Denkmal zu errichten. Die Gründung eines Komitees ermöglicht es, Geld durch

    einen Spendenaufruf aufzubringen und einen Künstler auszuwählen. Die Einweihung findet am 7. September 1871 im Beisein des Bürgermeisters und des Bischofs statt, der eine Messe

    in der Kathedrale feiert. Diese zivile und religiöse Feier wird jedes Jahr während der Annexion wiederholt. ©Sammlung Ecpad

     

    Denkmal zur Erinnerung an die 1870 für das Heimatland gefallenen französischen Soldaten (Friedhof Chambière), unbekannt. 1871-1899. Ref. D0405-0011-0035 / ecpad
  • Württemberger-Denkmal in der Rue de Dunkerque in Champigny. Dieser aus Stein gehauene Obelisk mit einem Eisenkreuz und dem Wappen des Königreichs wurde vom deutschen Staat Württemberg zu Ehren seiner „tapferen Söhne“ errichtet, die bei den Kämpfen von 1870 in Champigny gefallen sind. Die Division Württembergs war damals Teil der 3. preußischen Armee. 

    Die Errichtung dieses deutschen Denkmals im Jahr 1910 auf einem von der Stadt bereitgestellten Grundstück sowie die Verbreitung seines Bildes auf Ansichtskarten zeigt, dass die Erinnerung an die Schlacht nicht nur revanchistisch war.  

    Deutsches Denkmal © Didier Rullier - 20110929 – 6109 Copyright Didier Rullier (Fotograf der Stadt Champigny)