Das Armeemuseum

Chapeau

Ergänzend zum Unterricht im Klassenzimmer, begreifen die Schüler auch die Militärgeschichte, Fragen der Erinnerung und die Herausforderungen der Verteidigung durch Kennenlernen der Kulturgüter des Heeresministeriums. Das Armeemuseum im Invalidenheim heißt regelmäßig Schüler willkommen.

Texte

Aufgrund seiner Statuten ist das Armeemuseum an der Sensibilisierung der Jugendlichen für die Pflicht zur Verteidigung beteiligt. Mit einer Reihe von Touren für Lehrkräfte und ihre Schüler trägt es dazu bei, sich mit ihr sowohl aus Sicht der Gemeinschaftskunde als auch jener des Geschichtsunterrichts auseinanderzusetzen.

Führungen durch die chronologisch angeordneten Räume der Dauerausstellung dienen der Veranschaulichung und gewähren Einsicht in vier Themenbereiche, die bestimmte wichtige historische Entscheidungen in Bezug auf die Verteidigungspolitik in Zusammenhang mit der modernen und/oder zeitgenössischen Epoche stellen: zuerst die Franzosen und die militärische Verpflichtung von der Revolution bis zum Ersten Weltkrieg, mit der Rekrutierung der Armeen während der Revolution und des Kaiserreichs, das Entstehen des Bürgersoldaten und der Wehrpflicht, dann, nach dem Schock der Niederlage von 1871 die Einrichtung der allgemeinen, persönlichen Wehrpflicht für Männer (Gesetze aus den Jahren 1872, 1889 und 1905). Der Erste Weltkrieg ist die Blütezeit der Wehrpflichtarmee; Später das Versagen einer rein defensiven Strategie in der Zwischenkriegszeit, für die vor allem die Maginot-Linie 1939 steht, die zum Desaster von 1940 und seinen sowohl militärisch als auch politisch tragischen Folgen führte; Ferner die komplexen Beziehungen zwischen Diplomatie und Verteidigung anhand der Beschäftigung mit der Einrichtung und der Rolle von Allianzen zwischen 1871 und 1914 und zwischen 1919 und 1939; Schließlich das grundlegende Problem der Entwicklung von 1914 bis 1945 zum totalen Krieg. Es geht darum, die zunehmende Verwicklung und Beteiligung von Zivilisten an den beiden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts in ihren wirtschaftlichen, wissenschaftlichen, technischen und ideologischen Dimensionen zu ermessen und zu verstehen.

Unter den vielen Themenbereichen des Armeemuseums sind die zahlreichen Möglichkeiten des Historial de Gaulle hervorzuheben. Der Umfang seiner audiovisuellen Archive und seiner Multimedia-Einrichtungen ermöglicht eine Beschäftigung mit den Herausforderungen der französischen Verteidigung in einer wichtigen Zeit, die unmittelbar vor der Gegenwart liegt, und diese aus vielen Blickwinkeln beleuchtet: „Frankreich und die Herausforderungen der Verteidigung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, vom Zweiten Weltkrieg bis zum Kalten Krieg“ und „die Fünfte Republik und die Wahl der nuklearen Abschreckung“. Der Verantwortliche für das Historial ist außerdem aktiv in die Vorbereitungen des nationalen Wettbewerbs zum Widerstand und zur Deportation eingebunden.

Man vergesse schließlich nicht die Lage des Hôtel national des Invalides, der militärischen Ruhmeshalle Frankreichs. Alle diese Möglichkeiten sind in einer umfangreichen Dokumentation zur Planung des Besuchs enthalten, die von der Abteilung für historische Forschung, pädagogische Maßnahmen und Mediation (DRHAPM) gemeinsam mit den Konservatoren des Armeemuseums ausgearbeitet wurde. Sie ist auf der Internetseite des Museums abrufbar. Die DRHAPM engagiert sich auch bei spezifischeren Projekten im Dialog mit Lehrkräften, Schulen und anderen Gedächtnisinstitutionen. Lassen Sie uns zwei Beispiele aus neuerer Zeit nennen: es wurden zwei einander überschneidende Touren mit der Shoah-Gedenkstätte (Mémorial de la Shoah) konzipiert, die eine für die Grundschulstufe („Leben und Überleben in Vichy-Frankreich“), die andere für die Jahrgänge der Sekundarstufe I („Propaganda und Gegenpropaganda im Zweiten Weltkrieg“). Außerdem wurde 2017 ein Partnerschaftsabkommen zwischen dem Armeemuseum, dem Collège d'Artagnan von Nogaro im Département Gers und der Sportvereinigung der Institution nationale des Invalides unterzeichnet, um eine Klasse für Verteidigung und globale Sicherheit zu schaffen.


Auteur
François Lagrange und Boris Bouget - Abteilung für historische Forschung, pädagogische Maßnahmen und Mediation im Armeemuseum

Mehr kennen

Website des Armeemuseums: www.musee-armee.fr

Auskünfte und Reservierungen: jeunes@musee-armee.fr

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