Jean Moulin Zentrum

Centre national Jean Moulin. © F. Encuentra /CNJM Bordeaux

Das nationale Jean Moulin Zentrum, ein Dokumentationszentrum und Museum des Zweiten Weltkriegs, zeigt auf drei Ebenen Sammlungen zur Résistance (französischer Widerstand), zu Deportation und den Forces Francaises Libres (französische Widerstands- und Befreiungskämpfer).

Das 1967 auf Initiative von Jacques Chaban-Delmas, Befreiungskämpfer und nationaler Militärbeauftragter unter de Gaulle im besetzten Frankreich, gegründete nationale Jean Moulin Zentrum ist in den Räumen der ehemaligen Sparkasse von Bordeaux untergebracht, einem Mitte des 19. Jahrhunderts errichteten Gebäude.

Der 1899 in Béziers geborene Jean Moulin studiert zunächst Rechtswissenschaften und wird dann zum jüngsten Unterpräfekten und später zum jüngsten Präfekten Frankreichs. Zur Zeit der Katastrophe im Juni 1940 ist er Präfekt von Chartres, wo er bereits am 17. Juni zum ersten Mal aktiv Widerstand leistet. Er wird von der Vichy-Regierung abgesetzt und reist nach London aus. In der Nacht zum 1. Januar 1942 springt er mit dem Fallschirm in der Provence ab, im Gepäck zwei Aufträge: einen ziviler und einen militärischer Natur. Er soll die Aktionen der Widerstandsbewegungen koordinieren und eine geheime Armee aufbauen. Als erster Präsident des C.N.R. (conseil national de la résistance - nationaler Widerstandsrat) wird er am 21. Juni 1943 in Caluire verhaftet. Er stirbt an den Folgen der Folter während des Transports nach Deutschland. Seit dem 19. Dezember 1964 ruht seine Asche im Pantheon.
Doch Jean Moulin, das ist auch ein Kunstliebhaber und Künstler, der unter dem Pseudonym Romanin Karikaturen veröffentlicht, Radierungen anfertigt, Aquarelle malt.
Résistance 18. Juni 1940: Der am Abend zuvor in London eingetroffene General de Gaulle startet seinen Aufruf. 2. Juli 1940: Frankreich ist durch die Demarkationslinie zweigeteilt: Die nördliche Zone ist von den Deutschen besetzt, die südliche Zone wird von der in Vichy ansässigen Pétain-Regierung kontrolliert und ist ab 11. November 1942 ebenfalls besetzt. Diejenigen, die nicht unter deutschem Regime leben möchten, werden Widerstandskämpfer. Es sind keine gewöhnlichen Kämpfer, sondern ausschließlich Freiwillige, ohne Uniformen, Namenlose, verdeckt Arbeitende. Ihnen gegenüber steht das repressive Regime der Deutschen mit der Gestapo als Spezialpolizei, die teilweise von durch die Kollaborations-Propaganda betörten Franzosen und vor allem von der Miliz unterstützt wird. Es ist ein ungleicher Kampf, in dem der patriotische Eifer zumeist Unerfahrenheit aufwiegt, jedoch leider um den Preis schwerwiegender Opfer.
Forces Françaises Libres In London baut General de Gaulle ab Juli 1940 seinen Generalstab auf, dem insbesondere Dewavrin (Passy), Roulier (Rémy), Duclos (Saint-Jacques), Fourcaud, d'Estienne d'Orves... angehören. "Diese ersten Männer Londons" bilden das Bureau Central du Renseignement et de l'Action ( B.C.R.A. = Informations- und Aktionsbüro). Gleichzeitig gruppiert und organisiert General de Gaulle die Reste der den deutschen entkommenen französischen Armee unter seinem Kommando neu. Zusammen mit den dazustoßenden Freiwilligen bilden sie die Land-, See- und Luftstreitkräfte des Freien Frankreichs, die an der Seite der Alliierten kämpfen werden.
Deportation Die Konzentrationslager der Nazis sind eine der ersten Einrichtungen, die Hitler gleich nach seiner Machtergreifung im Jahr 1933 einführt. Der bereits zuvor von paramilitärischen Nazitruppen (SA und SS) entwickelte Terror wird legal. Die größten Regimegegner werden verhaftet und interniert. Die deutschen Behörden wenden in Frankreich schon zu Beginn der Besatzung das System der Deportation an. Die ersten Opfer sind in den Lagern Südfrankreichs inhaftierte Gefangene (Österreicher und Deutsche, politische Flüchtlinge, Kämpfer der internationalen Brigaden und spanische Republikaner, ausländische Juden), später auch Elsässer und Lothringer, die sich gegen die Germanisierung sträuben. Schon bald widerfährt allen Juden und Regimegegnern (Gaullisten, Kommunisten, Widerstandskämpfern aller Geisteshaltungen) dasselbe Schicksal.
Dauerausstellungen Das nationale Jean Moulin Zentrum, ein Dokumentationszentrum und Museum des Zweiten Weltkriegs, zeigt auf drei Ebenen Sammlungen zur Résistance (französischer Widerstand), zu Deportation und den Forces Francaises Libres (französische Widerstands- und Befreiungskämpfer). Das nationale Jean Moulin Zentrum dient zwar als ein historisches Zeugnis, ist aber nichtsdestotrotz mit seinem Beitrag zu Information und Aufklärung auch zukunftsorientiert. Das in das Museum integrierte Dokumentationszentrum bringt den Besuchern zeitgenössische Dokumente (Plakate, geheime Schreiben, Waffen...) und Gegenstände nahe, anhand derer sich alle diese jüngste Epoche unserer Geschichte vergegenwärtigen und die verschiedenen Netze einordnen können und den Kampf jedes einzelnen um Freiheit schätzen lernen. Das Zentrum organisiert auch Ausstellungen und führt spezielle Studien und Veranstaltungen durch. Außerdem präsentiert das nationale Jean Moulin Zentrum Künstler, insbesondere die Ausstellung "Nuit et Brouillard" (Nacht und Nebel) von Jean-Jacques Morvan, die Kriegswerke des aus Bordeaux stammenden Malers Edmond Boissonnet, die Email-Kompositionen von Raymond Mirande.
Das ganze Jahr über finden allgemeine Führungen statt (auf Vereinbarung, ab 5 Personen). Für Schulen bietet der unter Leitung eines außerordentlichen Geschichts- und Geographieprofessors stehende pädagogische Dienst Themen- und/oder allgemeine Führungen an (auf Vereinbarung). Eine Nachschlagebibliothek steht Erwachsenen und Schülern zur Verfügung, in der sich Bücher und Dokumentationsalben finden, die mit den Ausstellungen im Museum in Zusammenhang stehen. Postanschrift: 48, rue Vital-Carles F- 33000 Bordeaux E-Mail: cnjm@mairie-bordeaux.fr Tel: 05.56.10.19.90 / 05.56.10.19.92 Fax: 05.56.10.19.91 Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 14.00 bis 18.00 Uhr Montags und Feiertags geschlossen Freier Eintritt

  • Jean Moulin 1933. Source : Photo CJM Bordeaux

  • Le marin aux trois filles et "les sports d'hiver" par Romanin. Source : Photos CJM Bordeaux

  • Presse clandestine de l'imprimerie Cadillon (Bourg sur Gironde). Source : Photo CJM Bordeaux

  • Le "Sils te mordent", bateau d'évasion. Source : Photo CJM Bordeaux.

  • Le spitifire, chasseur monoplace anglais. Source : Photo CJM Bordeaux

  • Extrait de "Nuit et Brouillard" de J.J. Morvan. Source : Photo CJM Bordeaux

  • L'espace d'exposition. Source : PHoto CJM Bordeaux

  • Façade du centre Jean Moulin. Source : Photo CJM Bordeaux

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    48 rue Vital-Carles 33000
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