Année 1917 : le tournant

Einheit für den Fliegerabwehrkampf
Corps 1
Nach den Durchbruchsversuchen von 1915 haben weder die Massenoffensiven noch Verdun oder die Somme eine Rückkehr zum Bewegungskrieg oder die Erschöpfung des Feindes ermöglicht. Auf einer Europakarte scheinen die Mittelmächte in einer günstigeren Lage zu sein, da sie das eroberte Belgien, Frankreich und die Balkanländer wirtschaftlich nutzen können und den Kampf an mehreren Fronten in der neuen Gruppierung und dank ihrer militärischen Überlegenheit durchstehen können. Auf dem Meer ist die Entente überlegen, wodurch sie ihre militärischen Anstrengungen aufrecht erhalten, ihre Industrie entwickeln und die deutschen Häfen für den Welthandel schließen kann.
Corps 2


Nach dem "Aderlass" der Schlacht von Verdun werden das deutsche und das französische Oberkommando erneuert: Ludendorff (Stellvertreter Hindenburgs) und Nivelle. Auf deutscher Seite muss die Westfront für das kommende Jahr stabilisiert werden, indem man sich auf die Verteidigungslinie "Hindenburg" zurückzieht, etwa 50 km von der Kampflinie entfernt. Durch diese Verschanzung kann man Kräfte sparen und die nötigen Reserven für zukünftige Offensiven an leichter zu durchbrechenden Fronten in Italien und Russland frei machen. Die Hauptoffensive gegen die Versorgung der Alliierten sollte durch die U-Bootflotte erfolgen, die sich auf einem Zerstörungsfeldzug gegen alle Handelsmarinen befand. Auf französischer Seite folgt Nivelle auf Joffre. Der Held von Verdun ist überzeugt, dass seine Angriffsmethode mit Unterstützung eines rollenden Sperrfeuers der Artillerie funktioniert. Er hofft, die Engländer überzeugen zu können, sich dem Unternehmen anzuschließen und ihre eigene Offensive durchzuführen und will auch die Italiener und Russen dazu überreden.

Der totale U-Bootkrieg wird am 1. Februar 1917 erklärt. Die kritische Zahl von 800000 Tonnen versenkten Schiffen im Monat wird im April überschritten. Die Bevölkerung an den Küsten und den Flüssen wird von einer wahren Psychose ergriffen, denn U-Boote werden bis in die Themse, in Marseille usw. gesichtet. Das "U-Boot" (Unterseeboot) ist in der damaligen Zeit eine Furcht erregende Waffe, denn die Techniken für den Kampf gegen die U-Boote sind noch nicht erfunden. Das System der Konvois ist schon eine nützliche Verteidigungsmaßnahme, aber erst der Einsatz der ersten Geräte zur Geräuschortung und die Verbesserung der Torpedos ermöglichen einen gleichwertigen Kampf gegen die Unterseeboote. Allerdings stößt der U-Bootkrieg nach wenigen Monaten an seine Grenzen. Zunächst einmal wegen der Schwäche der U-Bootflotte selbst, 128 Boote, die nach einigen Einsätzen schnell abgenutzt sind, aber vor allem, weil dieser Krieg der Grund für die Vereinigten Staaten ist, am 6. April in den Krieg einzutreten. Wenn sie auch noch nicht in Europa eingreifen können, so agiert die U.S. Navy doch sofort im Atlantik. Das ungeheure Rüstungsprogramm Präsident Wilsons vervierfacht schnell die Tonnage der amerikanischen Handelsmarine. Die Verluste, die im April noch kritisch erscheinen, werden im Lauf des Jahres akzeptabel. Auf wirtschaftlichem Gebiet kann Deutschland keinen Sieg davontragen.

Die Nivelle - Offensive, die zum Sieg führen sollte, beginnt am 16. April an einer Front von 50 km Länge zwischen Reims und Soissons. Unter Einsatz von drei Armeen und den ersten französischen Panzern kommt sie jedoch nach fünf Tagen am Chemin des Dames zum Stillstand. Das berühmte "rollende Sperrfeuer" der Artillerie passt schlecht zu dem langsamen Vorrücken der Infanterie. Die Panzer sind technisch nicht ausgereift, und die Deutschen waren auf die Offensive gefasst: 130 000 Soldaten sind gefallen, und man hat geringe Fortschritte gemacht. Dieser schreckliche Misserfolg zwingt Nivelle, seinen Platz an General Pétain abzutreten, der es sich zum vorrangigen Ziel gesetzt hat, die Moral der erschöpften Truppe wieder aufzubauen, die kein Vertrauen mehr zu ihren Führern hat. Meutereien greifen in den Einheiten um sich, die ein Ende der blutigen Offensiven fordern. Durch Begrenzung der Hinrichtungen, 49 werden erschossen, und durch die Verbesserung der Lebensumstände der Truppe an der Front und in Ruhestellung sichert sich General Pétain die Loyalität seiner Truppen. Er lernt aus der Erfahrung am Chemin des Dames und verzichtet auf große Offensiven. Er erreicht, dass die Briten während des ganzen Jahres Schlachten mit begrenzten Zielen schlagen, an der Somme - Front (Arras und Vimy im April), dann in Flandern (Messine im Juni), um die französischen Linien zu entlasten. In Italien stärkt der neue Ratspräsident, Orlando, die Zusammenarbeit mit den Alliierten. Im Osten ist die russische Armee trotz ihrer zweihundert Divisionen gelähmt durch die Schwäche ihrer Logistik und zermürbt durch die inneren Unruhen, die bis in die Garde des Zaren reichen. Der Zar ist isoliert. Die Truppen verbünden sich mit den Demonstranten, und im März, bei der Einnahme des Winterpalastes, ist Nikolaus II. gezwungen abzudanken. Kerensky, der von der Duma zum provisorischen Chef der Regierung ernannt wird, erneuert seine Unterstützung der Alliierten.

Die Hoffnung von General Nivelle, dass die Russen und Italiener sich an ihren eigenen Fronten dafür einsetzen würden, die feindlichen Reserven zu erschöpfen, erfüllt sich kaum. Ihre Offensiven beginnen erst im Sommer und ändern nichts an ihrer gefährlichen Situation. In Italien scheint die Front am 23. August durch die letzte Offensive am Isonzo konsolidiert. Aber ein Gegenangriff wird genauestens vorbereitet, um die Breschen zu nutzen, die bei den Italienern aufgetaucht sind. Die österreichische Armee greift am 24. August mit deutscher Verstärkung an und reibt die italienische Armee in Caporetto vollkommen auf. Die österreichischen und deutschen Truppen überwinden die Berge und rücken in der Ebene bis zur Piave vor. Venedig ist in erreichbarer Nähe. Nur das Fehlen von Reserven bei den Angreifern erspart dem Königreich Italien eine demütigende Niederlage. Diese Katastrophe macht den Versuch unvermeidlich, die Armee neu zu organisieren und den Mut der Soldaten durch die Kraft der Eloquenz neu zu beleben. Die Erfolge von General Broussilov, nach Galizien, sind von kurzer Dauer. Am 1. Juli hat der russische Angriff einige Erfolge, die bald wieder versiegen. Der österreichisch deutsche Gegenangriff schlägt die Russen in der Tat bis nach Riga zurück. Von nun an weigern sich die Soldaten, ins Feuer zu gehen und begnügen sich damit, die Front passiv zu halten. Die Bauernsoldaten lassen sich von den einfachen Parolen der Bolschewiken wie "Frieden" und "Erde" gewinnen. Die französischen Offiziere der Orientarmee können es bestätigen: mit den Russen kann man nicht mehr rechnen. Nur die Engländer haben regelmäßige Erfolge gegen die Türken, mit der Einnahme von Bagdad und dann von Jerusalem. Aber diese Ereignisse haben wenig Einfluss auf Europa. Die Erschöpfung der Streitkräfte scheint 1917 ihren Höhepunkt erreicht zu haben. Die Sinnlosigkeit der Kämpfe zermürbt die Moral der Soldaten und führt im Lauf des Konflikts jedes der Länder an den Rand der Katastrophe. In Frankreich werden die Streiks gegen die Preissteigerungen einvernehmlich abgewendet. In Deutschland sind es die zur Inaktivität verdammten Angehörigen der überseeischen Flotte die protestieren. In Österreich - Ungarn droht das Reich an dem Nationalitätenproblem zu zerbrechen.

Die Entente zieht aus dieser Situation Vorteile, denn sie kann sich wirtschaftlich auf den Weltmarkt und die praktisch unerschöpflichen amerikanischen Kredite stützen. Sie überwindet diese Krise im Kampf und wendet sich mit Erfolg dem Abnutzungskrieg zu. Im Gelände werden die modernen Waffen massiv eingesetzt. Franzosen und Engländer lernen den Umgang mit den Panzern, deren Fähigkeiten sie verbessern. Die Luftstreitkräfte und die D.C.A. für den Fliegerabwehrkampf werden verstärkt. Auch wenn noch hauptsächlich "As" in der Luft sind, so ist der Luftkampf kein Einzelkampf mehr. Die Flugzeuge operieren in Gruppen von mehreren Staffeln und haben immer speziellere Aufgaben: Jagd, Aufklärung, Angriff am Boden. Es gibt auch bereits Versuche von strategischen Bombardierungen von feindlichen Städten.

Schließlich erneuert die Umwälzung der Allianzen die strategische Situation, die Oktoberrevolution kommt an die Macht, und Lenin beginnt sofort mit Friedensverhandlungen. Das Ende der Kämpfe im Osten ermöglicht es den Mittelmächten im nächsten Jahr, 120 Divisionen frei zu machen. Reicht das, um den Krieg in Frankreich zu gewinnen? Denn die große amerikanische Armee muss erst gebildet werden. Frankreich empfängt begeistert den Stab von General Pershing in Paris und ist bereit, einen großen Teil seiner Divisionen auszubilden und zu bewaffnen. Wer auch immer davon profitiert, die endgültige Entscheidung wird an der Westfront, in Frankreich, errungen. Da alle anderen Kampfmittel erschöpft sind, bereiten sich die beiden Koalitionen darauf vor, eine in Erwartung der Amerikaner und der Panzer und die andere bei dem letzten Versuch eines Kampfes Mann gegen Mann.
  • Les U 52 et U 35 en surface en 1916. Source : Der Weltkrieg 1914-1918 in seiner rauhen Wirklichkeit. ?Das Frontkämpferwerk?, Munich, ca. 1925. Libre de droit