Charles Péguy

1873 - 1914
Charles Péguy - Portrait von Pierre Laurens. ©Harlingue-Viollet

 

Heureux ceux qui sont morts pour la terre charnelle,

Mais pourvu que ce soit pour une juste guerre.

Heureux ceux qui sont morts pour quatre coins de terre.

Heureux ceux qui sont morts d'une mort solennelle »

Charles PEGUY, Prière pour nous autres charnels

 

Charles Péguy wird am 7. Januar 1873 in Orléans, in einer bescheidenden Familie geboren. Sein Vater, der Schneider war, stirbt im selben Jahre seiner Geburt. Seine Mutter ist Stuhlflechterin und erzieht ihn also alleine auf. Charles PEGUY ist ein ausgezeichneter Schüler und kann daher von einem Stipendium profitieren, der ihm die Möglichkeit gibt, brillante Studien, nach der Schule zu machen. Nach seinem Wehrdienst in der 131 I.R. von Orléans im Jahre 1892, wird er 1894 die Lehrerbildende Hochanstalt besuchen und mit anspruchsvollen Professoren, wie Joseph Bédier, dem Autor Romain Rolland oder dem Philosophen Henri Bergson arbeiten. Der Letztere wird im übrigen einen großen Einfluss auf das intellektuelle Reifen des jungen Studenten ausüben. Hochschulabsolvent in Geisteswissenschaften im Jahre 1896, wird er die Prüfung im Auswahlverfahren für das Lehramt in Philosophie nicht besteht und verlässt daher die Institution im Jahre 1897. Er gibt die religiösen Praktiken auf, um sich nach der Bekanntschaft mit Bernard Lazar seinen Überzeugungen in der drayfusistischen Frage zu widmen. 1897, wird Péguy für die "Revue Blanche" mitwirken und beendet im Juni sein erstes Werk, "Jeanne d'Arc", gefolgt ein Jahr später von "de Marcel, premier dialogue de la cité harmonieuse".

1898 feiert er seine zivile Hochzeit mit Charlotte Bauouin, Schwester seines besten Freundes, der kurz davor gestorben war. Das Paar wohnt in Rue de l'Estrapade in Paris. Sie werden vier Kinder haben: Marcel im Jahre 1898, Germaine im Jahre 1901, Pierre 1903 und schließlich Charles-Pierre 1915. Marcel Baudouin gab ihm die sozialistische Orientierung. An Seiten von Jean Jaurès, Lucien Herr udn Charles Andler wird er sich der politischen Angelegenheiten widmen und an der Revue Socialiste mitwirken. Er investiert ebenfalls in einer Bücherei, die er mit Georges Bellais öffnet und die schnell ein Treffpunkt für jener sein wird, die eine marxistische und sozialistischen Einstellung haben, und die von Jules Guesde gepredigt wird. Jean Jaurès widmet sich der Frage der parlamentarischen Linken. Doch dieses Betrieb scheitert infolge zahlreicher Schwierigkeiten, was Grund für Pégunys entgültige Distanzierung zu seinen Linken Freundschaften bewirkt. Im Januar 1900 gründet Charles Péguy das "Cahier de la Quinzaine", ein unabhängiger Verlag, der jeden Monat eine eigene Zeitschrift veröffentlicht. Der Verlag befindet sich in 8, rue de la Sorbonne, dessen Leitung er persönlich übernehmen wird. 229 Werke werden zwischen dem 5. Januar 1900 und Juli 1914 veröffentlicht, was Péguy die Möglichkeit geben wird seine Werke zu veröffentlichen, sowie die seiner Freunde André Suarès, Anatole France, Georges Sorel oder Julien Benda. Péguy verfasst auch Aktualitätstexte, z.B. bezüglich der Trennung von der Kirche und dem Staat, die Bildungskrise...

Als im Jahre 1905 der Zwischenfall von Tanger stattfindet, ist ihm die deutsche Bedrohung und die "universelle Bosheit" bewusst. Péguy erhebt sich daher gegen den Pazifismus und dem Internationalismus der Linken. Er veröffentlicht zu diesem Zweck "Notre Patrie" (Unser Vaterland), ein polemisch-patriotisches Schriftstück. In den folgenden Jahren wird der Schriftsteller auch die Wissenschaftsgläubigkeit der "intellektuellen Partei" verurteilen, mit anderen Worten kritisiert er seine ehemaligen Hochschulprofessoren. Das Jahr 1908 ist von der Wiederfindung seines Glaubens geprägt. Er wird dies seinem Freund Joseph Lotte anvertrauen. Von 1912 bis 1914 wird Charles Péguy mehrere Wallfahrten nach Notre-Dame de Chartres unternehmen. Der Schriftsteller prangert das offizielle Sozialismus an, dem er seine Demagogie und den antiklerikalistischen Sektierertum, nach der Trennung von der Kirche und dem Staat vorwirft. Der Schriftsteller schreibt mystische, philosophische Texte, wie z.B. Clio, Dialogue de l'Histoire et de l'Âme païenne, das er zwischen 1909 und 1912 veröffentlicht, oder auch Victor-Marie, comte Hugo im Jahre 1910. Er wird seinen persönlichen, zeitlosen Stil in umfangreichen, rednerischen Gedichten ausdrücken : Le Mystère de la charité de Jeanne d'Arc im Jahre 1910 Le Porche du Mystère de la deuxième Vertu im Jahre 1911 Le Mystère des Saints Innocents et La Tapisserie de sainte Geneviève et de Jeanne d'Arc, 1912, La Tapisserie de Notre-Dame im Jahre 1913. In seinen letzten Werken wird Charles Péguy sich mit den Themen der Konfrontation zwischen Mystizismus und Politik, sowie das innere Leben des Volkes beschäftigen. Schließlich vollzieht er erneut, mit "Eve" im Jahre 1913 ein umfangreiches Gedicht von etwa 3000 Vierzeilern. Hier zelebriert er noch einmal die Toten "für die Liebe der Erde", und zwar die Erde unserer Vorfahren.

 

 

Am 2. August 1914 ist er wegen der allgemeinen Mobilisierung gezwungen, sein Vermerk über Descartes und der kartesianischen Philosophie, ein Plädoyer über die Verteidigung Bergsons zu unterbrechen. Am 4. August übernimmt er das Kommando der Reservisteneinheit in Colommiers und erreicht Lothringen. Nach einer kurzen Kampagne vor Metz, rückt sein 276. Infanterieregiment auf Aisne zurück, wo die französische Armee den Rückzug unternimmt. Am 5. September 1914 in Villeroy in der Nähe von Meaux, während den ersten Kämpfen der Marne Schacht, stoßt die Einheit von General Péguy mit der des Feindes zusammen der die Absicht hatte in Paris vorzurücken. Während er den Beschuss kommandiert, wird der Offizier von einem Schuss mitten in der Stirn getötet. Er wird unter seinen andren Kameraden im nationalen Friedhof von Chaucoin-Neufmontiers begraben.

 

Heureux les grands vainqueurs.

Paix aux hommes de guerre.

 

Qu'ils soient ensevelis dans un dernier silence.

Que Dieu mette avec eux la juste balance

Un peu de ce terreau d'ordure et de poussière.

 

Que Dieu mette avec eux dans le juste plateau

Ce qu'ils ont tant aimé, quelques grammes de terre.

Un peu de cette vigne, un peu de ce coteau,

Un peu de ce ravin sauvage et solitaire.

 

Mère voici vos fils qui se sont tant battus.

Vous les voyez couchés parmi les nations.

Que Dieu ménage un peu ces êtres débattus,

Ces coeurs pleins de tristesse et d'hésitations.

 

Et voici le gibier traqué dans les battues,

Les aigles abattus et les lièvres levés.

Que Dieu ménage ces coeurs tant éprouvés

Ces torses déviés, ces nuques rebattues.

 

Que Dieu ménage un peu de ces êtres combattus,

Qu'il rappelle sa grâce et sa miséricorde.

Qu'il considère un peu de ce sac et cette corde

Et ces poignets liés et ces reins courbatus.

 

Mère voici vos fils qui se sont tant battus.

Qu'ils ne soient pas pesés comme Dieu pèse un ange.

Que Dieu mette avec eux un peu de cette fange

Qu'ils étaient en principe et sont redevenus."

Extrait de l'œuvre poétique Eve, publiée dans le Quatorzième cahier de la quinzième série, le 28 décembre 1913.

 

  • Photo de la fiche - www.memoiredeshommes.sga.defense.gouv.fr