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Der Staatliche Soldatenfriedhof von Catenoy

Der Staatliche Soldatenfriedhof von Catenoy. © ECPAD

 

Um die Infotafel des Friedhofs aufzurufen, klicken Sie hier vignette Catenoy

 

Auf dem Staatlichen Soldatenfriedhof von Catenoy sind bei den Schlachten an der Oise für Frankreich gefallene Soldaten begraben. Der 1921 geschaffene und angelegte Soldatenfriedhof dient den aus den Militärfriedhöfen des Departements in Catenoy, Breuil-le-Sec, Epineuse, Angicourt, Mouy, Saint-Rémy, Litz und Plessis-Villette exhumierten Gefallenen als letzte Ruhestätte. 1965 und 1970 kamen die aus den kommunalen Militärfriedhöfen von Clermont und Creil exhumierten Gefallenen hinzu. Auf dem Friedhof ruhen fast 1 800 im Ersten Weltkrieg gefallene Soldaten, darunter zwei Piloten: ein Australier, der am 4. Juni 1918 den Tod fand und ein Brite, der am 7. Juni 1918 getötet wurde. Außerdem sind hier ein Russe sowie vier Franzosen, die im Zweiten Weltkrieg ihr Leben ließen, begraben.

Die Schlachten an der Oise - 1914-1918

Im August 1914 fallen die deutschen Truppen nach dem Schlieffen-Plan in Belgien ein und stoßen in Richtung Paris vor. Sie überqueren die Oise und die Aisne, bevor sie von der französischen Gegenoffensive an der Marne aufgehalten werden. Die beiden Armeen standen sodann an einer Front, die von Verdun bis Dünkirchen reichte; das rechte Oiseufer war von den Deutschen besetzt, während das linke Oiseufer der Schauplatz erbitterter Kämpfe war, bei denen sich die Zouaves-Regimente besonders hervortaten.

Die Front erstarrt drei Jahre lang, von September 1914 bis März 1917. Noyon wird das Ziel einer harten Besatzung und an der Oise fand keine größere militärische Operation statt; der Sektor war „ruhig“. Die französischen und deutschen Truppen befestigten ihre Stellungen und bauten vor allem unterirdische Steinbrüche aus, die sie ausgestalteten und ausmeißelten.

Am Ende des Jahres 1916 beschloss der deutsche Stab eine Straffung der Front und gab den Sektor von Noyon auf. Unter Anwendung der Strategie der „verbrannten Erde“ zogen sich die Deutschen zur Hindenburg-Linie zurück, die sie organisiert hatten. Dadurch hielten sie die Auswirkungen einer alliierten Offensive in diesem Abschnitt im Zaum. Mitte März 1917 war dieses Gebiet zwar befreit, aber auch völlig zerstört: die Häuser waren gesprengt, die Felder standen unter Wasser und es gab keine Brücken und Kreuzungen mehr.

Die Atempause sollte nur von kurzer Dauer sein. Weniger als ein Jahr später stießen 27 deutsche Divisionen auf 80 km in die englische Front hinein und Richtung Noyon vor, das am 25. März 1918 erneut besetzt wurde. Die am Mont-Renaud über der Stadt verschanzten Franzosen, die 23 deutsche Angriffe zurückschlugen, bombardierten einen Monat lang die feindlichen Stellungen. Noyon, das bis dahin verschont geblieben war, wurde vollständig zerstört.

Am 9. Juni 1918 beschloss der deutsche Führungsstab eine neue Offensive und die Oise wurde zum Schauplatz eines erbitterten Kampfes, der „Schlacht von Matz“, bei der die beiden feindlichen Armeen schwere Artillerie und Panzer einsetzten. In den ersten Tagen rückte die deutsche Armee schnell vor. Aufgrund hoher Verluste kam diese Bewegung jedoch vor Compiègne zum Stillstand. Die von General Mangin angeführte französische Armee ergriff wieder die Initiative, befreite das Massiv von Thiescourt, passierte La Divette und befreite am 30. August Noyon endgültig.

Das Departement Oise fiel als erstes Departement der Frontlinie wieder an Frankreich zurück; die Erinnerung an diese harten Kämpfe, die mit der Unterzeichnung des Waffenstillstands vom 11. November 1918 im Wald von Rethondes ihr Ende fanden, macht es zu einem Symbol des Ersten Weltkriegs.

 

Catenoy, Militärkrankenhaus Nr. 36

Das Dorf Catenoy war während des gesamten Dauer des Krieges ein wichtiger Sammelplatz der französischen Armee. Die Schriftsteller Roland Dorgelès und Charles Péguy hielten sich hier auf, bevor sie an die Front zogen.   

Im Januar 1918 beschließt der Gesundheitsdienst der 3. Armee, dessen Führungsstab sich in Clermont befindet und dessen Leitung in Nointel untergebracht ist, dort ein Militärkrankenhaus zu eröffnen. Tausende von verwundeten Soldaten kommen an und ihre Zahl wächst ständig, sie müssen versorgt, behandelt und in möglichst gut geeignete Gesundheitseinrichtungen überführt werden. In dem Dorf wird am 8. April 1918 ein Militärkrankenhaus mit mehr als 1 500 Betten eröffnet (900 für die Verwundeten, 400 für Giftgasopfer und Kranke, 200 für Versehrte). Die Nähe zur Landstraße 31 und zur Bahnstrecke Beauvais-Compiègne ermöglicht eine effiziente Behandlung und eine schnelle Evakuierung der von der Front zurückkommenden Verwundeten. Das Krankenhaus geht Ende Mai in Betrieb. Innerhalb von 10 Tagen kommen 2 500 Verwundete und Kranke an und das Krankenhaus bringt 15 Züge zur sanitären Evakuierung auf den Weg

Bei der Schlacht von Matz empfängt das Krankenhaus von Catenoy, das 12 Chirurgie-Teams beschäftigt, zwischen dem 9. und dem 14. Juni einen von bedrängender Regelmäßigkeit geprägten, ununterbrochenen Strom von Sanitärfahrzeugen, die in aller Eile von den Schlachtfeldern herbeikommen. Die Tragbahren stapeln sich in den Empfangshallen. Die Chirurgie-Teams wechseln sich ununterbrochen am Bett der Verwundeten ab und führen in den beiden Operationsräumlichkeiten mehr als 700 komplizierte Operationen durch. In dem Krankenhaus, dem größten der 3. Armee, werden mehr als 5 000 Soldaten behandelt. Dank des aufopfernden Engagements von Kaplan P. Fonteny ruhen heute viele der Soldaten, die ihren Verletzungen erlagen, auf dem Staatlichen Friedhof von Catenoy.

  • Der Staatliche Soldatenfriedhof von Catenoy. © ECPAD

  • Der Staatliche Soldatenfriedhof von Catenoy. © ECPAD

  • Der Staatliche Soldatenfriedhof von Catenoy. © ECPAD

  • Der Staatliche Soldatenfriedhof von Catenoy. © ECPAD

  • Der Staatliche Soldatenfriedhof von Catenoy. © ECPAD

  • Der Staatliche Soldatenfriedhof von Catenoy. © ECPAD

  • Der Staatliche Soldatenfriedhof von Catenoy. © ECPAD

  • Eingang einer ehemaligen Wechselstube in Noyon, 20. März 1917. Die Fassade dieses Geschäfts am Place de l'Hôtel de Ville blieb unverändert so, wie sie vor dem deutschen Rückzug an die Hindenburg-Linie war. Heute ist hier jedoch eine Trinkhalle untergebracht, wie das Schild über dem Eingang vermuten lässt. © ECPAD

  • Eingang zum Steinbruch von Chauffour. Der nordwestlich der Anhöhe von Plémont in der Region von Lassigny gelegene Steinbruch von Chauffour wird von den französischen Kämpfern besetzt, die dort Waschbecken, Zimmer, Küchen und Unterbringungen für die Offiziere anlegen. Darüber hinaus fertigen Künstler zahlreiche Statuen und Bas-Reliefs für den Ort an, darunter Leclabart, der eine Statue von Johanna von Orleans sowie den über dem Eingang des Steinbruchs angebrachten Kopf einer Sphinx schafft. © ECPAD

  • Explosion einer Granate auf dem Mont-Renaud. © ECPAD

  • Die marokkanische Division ist im Abschnitt Froissy im Departement Oise stationiert. © ECPAD

  • Französische Soldaten in Stellung vor dem Mont-Renaud, der kurz später zurückerobert wird, Passel, 29. August 1918. © ECPAD

  • Offizieller Besuch von Georges Clemenceau in den Ruinen von Noyon. Georges Clemenceau besichtigt in Begleitung von Monsieur Favre, dem Bürgermeister von Noyon, dem Präfekten des Departements Oise, General Humbert, der die 3. Armee befehligte, und General Mordacq, dem Befehlshaber der 12. ID, die Ruinen der befreiten Stadt Noyon. Im Hintergrund sind die Türme der bombardierten Kathedrale zu erkennen. Von links nach rechts: Der Präfekt des Departements Oise M. Favre, General Humbert, Georges Clemenceau und General Mordacq. © ECPAD

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