Die Befreiung von Straßburg.

Sous-titre
November 1944 – Januar 1945

General Leclerc (Militärparade, Place Kléber, Nov. 1944).
Général Leclerc (prise d'armes, place Kléber, nov. 1944). Photo © Archives de Strasbourg
Corps 1

Nach Abschluss der Vorbereitung der Zusammenführung der FFI, der 2. DB mit dem 15. amerikanischen Armeekorps (3. und dann 7. Armee der USA) steht das Ziel fest: Epinal. Das Sonderkommando der Division agiert ab dem 12. September gemeinsam mit den Truppen der 1. DMI (ehemals DFL). Leclerc dringt bis Vittel, Contrexéville und Dompaire vor. Unterstützt durch die Widerstandsgruppen, gelingt am 30. Oktober die Befreiung von Baccarat. Es folgt die Befreiung von Badonviller am 17. November.

 

 

Sherman-Panzer Mort-Homme der 2. Panzerdivision, an der Gedenkstätte, die am selben Platz errichtet wurde, an dem die Kämpfe am 17. November 1944 in Badonviller ein Ende gefunden haben. Quelle: GNU Lizenzfrei

 

 

Leclerc gelingt die schrittweise Überquerung der Vogesen durch die Schneise von Saverne und erreicht die Ebene des Elsass und Straßburg. Leclerc erhält vom amerikanischen General Haislip die Genehmigung, weiter nach Straßburg vorzudringen, um die noch intakte Brücke in Kehl einzunehmen. Am 22. November erteilt General Leclerc den Befehl, Straßburg und wenn möglich auch von der anderen Rheinseite aus Kehl einzunehmen. Gleichzeitig sollte weiterhin die Schneise von Saverne beobachtet und die Reaktion des Feindes auf südlicher Seite abgewartet werden.

 

 

Befehl von General Leclerc zur Ausführung der Operation (22. Nov. 1944). Foto © Archive Straßburg

 

 

Die Truppen von Guillebon marschierten weiterhin von Süden kommend in Richtung Straßburg, während sich die Truppen von Langlade, insbesondere das 12. Jägerregiment aus Afrika, der Stadt vom Norden her näherten. Die Dio Gruppe war mit der Säuberung der Schneise von Saverne betraut und sicherte die Flanken im Norden der Division. Die Truppen setzen sich am 23. November um 6.45 Uhr in Gang. Um 10 Uhr dringen die ersten Truppen der Untergruppe von Rouvillois, Kommandant des 12. Panzerregiments, in die elsässische Hauptstadt vor. Am frühen Nachmittag erreichen auch die Truppen von Massu die Stadt.

 

 

Patrouille der Marineinfanteristen auf der Suche nach auf dem Dach postierten Schützen. Foto © Archive Straßburg

Corps 2

In seiner Rede versichert Leclerc den Straßburgern, dass ihm die Befreiung der elsässischen Hauptstadt bereits seit drei Jahren ein wichtiges Anliegen war. Die Befreiung Straßburgs ist doppelt symbolträchtig. Sie ist die Bestätigung des Schwurs von Koufra. Und sie ist die Befreiung der Hauptstadt des Elsass, die vom 3. Reich annektiert worden war.

 

 

Soldaten der 2. Panzerdivision gemeinsam mit jungen Elsässern. Foto © Archive Straßburg

 

 

Leclerc gelingt es jedoch nicht, weiter in den Süden vorzudringen, wo de Lattre die Befreiung Mühlhausens gelungen war. Hinzu kam, dass Deutschland seine Ansprüche um jeden Preis zu verteidigen bereit war, wurde doch das Territorium als Teil des Reiches betrachtet. Es folgte die Vorbereitung eines Gegenangriffs, der die Alliierten weit hinter die deutschen Grenzen zurückdrängte. Am 16. Dezember beginnt eine Großoffensive in den Ardennen. Die Pläne der Amerikaner geraten vollkommen außer Kontrolle. Am 31. Dezember erfolgt zwischen Bitche und Saverne ein weiterer deutscher Angriff auf das Elsass. Straßburg wird am 5. Januar durch einen von den Deutschen in Gambsheim errichteten Brückenkopf bedroht. General de Gaulle erhält Unterstützung durch die Amerikaner, indem die 3. algerische Division die Verteidigung der Stadt unterstützt, während die amerikanischen Truppen sich auf der Linie Hagenau-Wingen neu formieren. Am 9. Januar folgt weitere Unterstützung durch die 10. DI, gegründet aus der FFI.


 

Zwischen Ill und dem Rhein-Rhone-Kanal kommt es am 7. Januar zu einem erneuten Angriff Deutschlands, in Folge dessen sich die 1.DMI zurückziehen muss und schwere Verluste erleidet. Im Norden zwingen deutsche Panzer die Amerikaner zum Rückzug bis Moder. Am 22. Januar gelingt es jedoch durch das energische Eingreifen der 2. Panzerdivision (unter dem Kommando der 1. französischen Armee), die Front auf einer Länge von 15 km von der elsässischen Hauptstadt entfernt zu stabilisieren, die noch immer von den deutschen Truppen bedroht wird.

 

Zusammentreffen der französischen und amerikanischen Soldaten in Rouffach, am 5. Februar 1945, nachdem der Kessel von Colmar geschlossen wurde. Quelle: U.S. National Archives and Records Administration

 

 

Um den Druck von Straßburg und dem Nordelsass zu nehmen, entscheidet sich General de Lattre de Tassigny Anfang Februar 1945 zu einem Angriff auf Colmar und den Verteidigungskessel der Deutschen.