L'année 1944

Hauptachsen des alliierten Vormarsches (Juni-September 1944)
Corps 1
Im Weltkriegsgeschehen ist das Jahr 1944 ohne Zweifel entscheidend; ab diesem Zeitzpunkt befinden sich die Achsenmächte ausnahmslos auf dem Rückzug. Was Frankreich anbelangt, geht die militärische Befreiung des Staatsgebietes mit dem Neuerwachen des politischen und gesellschaftlichen Lebens einher. Die Alliierten verfügen nun über die nötige Luftstreitkraft, um Deutschland direkt anzugreifen. Die massiven Luftschläge sollen die Moral der deutschen Bevölkerung zersetzen und die militärischen Mittel Deutschlands unschädlich machen. Die Sowjetunion dringt in Polen ein und erobert Leningrad zurück. Die Alliierten führen einen erfolgreichen Italien-Feldzug:Die französischen Truppen unter General Juin beherrschen den Garigliano-Fluss und ziehen im Juni in Rom ein. Mit dem fehlgeschlagenen Attentat auf Hitler im Juli scheint sich das Geschehen weiter zu beschleunigen. Der Brennpunkt der weiteren Auseinandersetzungen liegt indes in Frankreich.
Corps 2

Militäraktionen



Alles nimmt am 6. Juni 1944 mit der Landung der Alliierten in der Normandie seinen Anfang, gefolgt von der "Operation Dragoon" im August (Provence). Bis Mai 1945 werden alle verfügbaren Kräfte für die Fortführung des Krieges mobilisiert. Die fortschreitende Befreiung des Staatsgebiets ist von heftigen Kämpfen und zahlreichen blutigen Heldentaten begleitet, an denen die regulären Streitkräfte ebenso beteiligt sind wie die innere "Résistance": Schlacht um die Normandie, Vorstoß bei Avranches, Ardennen-Schlacht, die Widerstandsnester von Saint Marcel (Morbihan/Bretagne), Les Glières und im Vercors uvm. Angesichts dieses Widerstandes verüben die Wehrmachttruppen Repressalien an der Zivilbevölkerung (Ascq, Tulle, Harnes, Oradour, Maillé etc.). In den Wirrungen des Jahres 1942 kommt es auch zu Exekutionen und Ermordungen, sei auf Seiten der Belagerer oder der Miliz: Victor Basch, die Manouchian-Gruppe, Jean Zay, Georges Mandel, und nicht zu vergessen der Tod von Pierre Brossolette. Die beiden Höhepunkte sind die Befreiung von Paris und die Rückeroberung von Straßburg durch die 2. Panzerdivision.

Wiederherstellung des politischen Lebens



Mit der Wiedererlangung ihrer Freiheit machen sich die Franzosen an die Neugestaltung der politischen Institutionen. Es gilt, die rechtlichen und wirtschaftlichen Strukturen des Landes zu reformieren. Einerseits unter dem Einfluss der inneren "Résistance", andererseits unter der Ägide von General de Gaulle, gehen die Bestrebungen dahin, die republikanische Legitimität möglichst rasch wiederherzustellen, um einer Militärverwaltung zu entgehen und einer Vorherrschaft der KP in den neuen Institutionen einen Riegel vorzuschieben. Bereits im Januar formieren sich die "Vereinigten Widerstandsbewegungen" (MUR), unter Einschluss des "Mouvement de Libération Nationale" (MLN). Auf der Konferenz von Brazzaville geht de Gaulle auf das zukünftige Verhältnis zwischen dem französischen Zentralstaat und den Kolonien ein. Im Februar wird mit der Gründung der "Forces Françaises de l'Intérieur" (FFI) der Zusammenschluss der verschiedenen bewaffneten Zweige der "Résistance" vollzogen.

Der "Nationale Widerstandsrat" (CNR) verabschiedet ein Aktionsprogramm, das nach der Befreiung Frankreichs umgesetzt werden soll. Analog dazu legt eine Verfügung des Nationalen französischen Befreiungskommitees (CFLN) die Voraussetzungen für die Wiederherstellung der Demokratie nach der Befreiung fest; darin sieht eine wichtige Neuerung die Einführung des Wahlrechts für Frauen vor. Aus dem CFLN geht schließlich die Übergangsregierung der Republik Frankreich hervor (GPRF), und im weiteren Jahresverlauf zielt eine ganze Fülle von Maßnahmen auf die Wiederherstellung des politischen Lebens ab: [list]Verfügung über die Wiederherstellung der 1940 aufgelösten Gewerkschaftsverbände [list]Verfügung der GPRF zur Wiederherstellung des republikanischen Rechtswesens (August) [list]Die politischen Parteien treten im Rahmen der Regierungsbildung wieder in Erscheinung [list]Wiedereinführung der Pressefreiheit nach Säuberung und Beibehaltung der Militärzensur [list]Verfügung über die Zusammensetzung der neuen beratenden Versammlung (Oktober) [list]Wiederaufnahme des politischen Lebens: die Bauernverbände organisieren sich neu [list]Ausgabe einer umfangreichen Anleihe zur Währungssanierung (November) [list]Außerordentlicher Kongress des SFIO [list]Konstituierender Kongress des MRP (Mouvement Républicain Populaire) [list]Mobilisierung der KP für den Wiederaufbau des Landes [list]Beginn der Verstaatlichungen (Kohlenbergwerke) [list]Verfügungen zur Reformierung der Kranken- und Altersversicherung

Dabei tun sich allerdings mehrere Spannungsfelder auf: Die Eingliederung der FFI in die französische Armee erweist sich als schwieriger, als in der allgemeinen Siegeseuphorie angenommen (Juni). Die Position der KP, die eine systematische Kontrolle über die Mittel der "Résistance" anstrebt (Ernennung der Verantwortlichen, Formalisierung der politischen Aktion im Falle eines Aufstands), wird nicht von allen Teilen der Résistance-Bewegung geteilt. Die "wilde" Säuberung rechtfertigt Abrechnungen fern des Rechtssystems, sodass immer zahlreichere Sondergerichte entstehen (September). Die Auflösung der Vaterlandsmilizen durch die Regierung löst Proteste des CNR sowie der KP aus (Oktober). Um seine Autorität zu festigen und die Bemühungen um die direkte, wirtschaftliche und soziale Demokratie zu kanalisieren, unternimmt General de Gaulle mehrere Reisen durch die Provinz. Auf internationaler Ebene bestätigt die Währungskonferenz von Bretton Woods den goldhinterlegten US-Dollar als Leitwährung. Die rechtmäßige Anerkennung des GPRF durch die USA, Großbritannien, die UdSSR usw. bedeutet schließlich, dass Frankreich zu gegebener Zeit zu den Verhandlungen über das Schicksal Deutschlands hinzugezogen wird.