Die Franzosen in Italien 1917-1918

Hochebene von Asiago am 17. Juni 1918, während des österreichischen Angriffs. Quelle: Lizenzfrei.
Hochebene von Asiago am 17. Juni 1918, während des österreichischen Angriffs. Quelle: Lizenzfrei.
Corps 1

Die Franzosen in Italien 1917-1918

In Folge des am 23. April 1915 unterzeichneten Londoner Vertrags erklärt Italien am 23. Mai 1915 Österreich-Ungarn den Krieg. Die Kriegserklärung an Deutschland folgt am 23. August 1916. Die Italiener kämpfen an verschiedenen Schauplätzen in den Dolomiten, auf den Frioul-Inseln, am Piave, Izonso und dem Plateau von Asiago.
Unter dem Beschuss der deutschen und österreichisch-ungarischen Streitkräfte bricht die Front am 24. Oktober 1917 in Caporetto zusammen. Dem Feind gelingt es eine Bresche zu reißen und bereits am ersten Tag 28 km vorwärts zu dringen, wodurch die 2. und 3. königliche Armee unter General Cadorna in die Flucht geschlagen wird.

1917. Franzosen und Italiener beobachten vom Verbindungsgraben aus Piave. Quelle: Library of Congress

Aufgrund der ernsten Lage und unter Einhaltung der mit den Alliierten getroffenen Vereinbarungen auf wechselseitige Unterstützung, entsendet General Pétain, Chef des so genannten Grand Quartier Général, am 27. Oktober Verstärkung an die italienische Front. Die Soldaten unterstehen der Befehlsgewalt von General Duchêne, unterstützt vom Generalstab der 10. Armee. Dem 31. Korps der Armee, bestehend aus der 64., 65. Infanteriedivision, der 46. und 47. Infanteriedivision der Gebirgstruppen und 17 Artilleriegruppen, darunter sieben Gebirgsjäger und sieben Jagdgeschwader, gelingt es Italien über das Maurienne-Tal einzunehmen.
Am 31. Oktober treffen die ersten Truppen in Italien ein.

General Duchêne. Quelle: Zeitschrift Le Petit, 18. Februar 1917

Am 1. November trifft General Foch in Rom ein. Ihm gelingt die Eroberung der italienischen G.Q.G. in Padua, wo er bis zum 23. bleibt. In Mailand wird eine französische Basis errichtet, um den Nachschub des Expeditionskorps zu sichern. Am 20. November trifft das 12. Armeekorps zur Unterstützung von General Fayolle ein, der in einem tragischen Kontext das Kommando über die französischen Truppen übernimmt: Nachdem die feindlichen Truppen den Tagliamento überschritten haben, gelangen sie nach Piave, wo sich die Italiener, deren 2. Armee bereits zerschlagen war, verschanzt hatten. Großbritannien entsendet zur Unterstützung von General Diaz, der den Platz von General Cadorna eingenommen hatte, ebenfalls fünf Divisionen.
Der Feind startet eine Offensive und greift die Truppen von Conrad an. Ziel dieses Angriffs ist es, die italienischen Stellungen in der Haute-Piave einzunehmen. Die Verteidiger waren zum Rückzug von Bassano nach Treviso gezwungen, was zur Bedrohung Paduas über das Brenta-Tal führte. Der endgültige Sieg in den Hochebenen von Asiago und Grappa führt zu dramatischen Verlusten auf italienischer Seite, die sich bis zuletzt aufopferten.

Monte Tomba, 1917. Quelle: Fritz Jung: “Die Goslarer Jäger im Weltkriege” - Hildesheim, Buchdruckerei Lax, 1933.

Die Angriffe sind von blanker Wut gezeichnet. Der Monte Tomba wird vom Feind erobert, der jedoch vollkommen erschöpft ist und nicht weiter vordringen kann.

Patriotische Illustrierte aus dem Jahr 1918. Quelle: Lizenzfrei.

Am 4. Dezember greifen die französischen Truppen in das Geschehen ein. Die Gebirgsjäger der 47. Infanteriedivision erobern am 30. erneut den Monte Tomba. Der Infanterie, den Gebirgsjägern, der Artillerie und den Pionieren gelingt es, ihre Stellungen bis März 1918 zu halten. Foch befiehlt die 10. Armee zurück an die Westfront, mit Ausnahme des 12. Armeekorps, das nun als F.F.I. (Französische Streitkräfte in Italien) unter General Graziani dient.

Castelfranco, Venedig, die am Mont Tomba in Gefangenschaft geratenen Soldaten treffen im Lager ein. Januar 1918. Quelle: ECPAD. Foto Maurice Boulay

Die Offensive von 1918

Hochebene von Asiago, ein Beobachtungsballon versteckt sich geschickt in den Tälern. Foto des Obergefreiten Julien Naboulet des 108. Infanterieregiments. Quelle: 1914-1918.be

Am 25. März löst das 12. Armeekorps die Italiener auf der Hochebene von Asiago ab. Im Juni kämpfen die Einheiten in Capitello-Pennar, Meltar, Il Prunno und der Cima Echar, wo die Österreicher zurückgedrängt werden.

Hochebene von Asiago, zerstört im Herbst 1918. Quelle: Lizenzfrei.

Der endgültige Angriff dieser Truppe erfolgt im Val Turcio durch die 23. und 24. Infanteriedivision. Das Commando Supremo umfasst auf königlichen Befehl folgende französische Truppen: 78. Infanterieregiment, 2. Bataillon des 108. Infanterieregiments, 12. Kompanie des 1. Regiments, 2. Gruppe des so genannten 1. R.A.M., 2. Gruppe des so genannten 112. R.A.L.
Am 24. Oktober startet General Diaz seinen Befreiungsangriff. Die ihm unterstellten sieben Armeen greifen Asiago vom Meer aus an. Mit dem klaren Ziel Feltre vor Augen, kämpft die 12. königliche Armee unter dem französischen General Graziani gemeinsam mit der F.F.I.

General Jean César Graziani. Quelle: Le Pays de France, 31. Oktober 1918

Den Auftakt der Kämpfe leistet das 126. Infanterieregiment mit der Einnahme des Monte Sisemol. In der Nacht vom 26. auf den 27. erkämpfen die Franzosen am Molinetto in Pederobba die Passage nach Piave. Das 3. Bataillon des 107. Infanterieregiments bedient sich der Boote und unter seinem Schutz gelingt es den Pionieren und der Infanterie eine schwimmende Brücke zu errichten. Die zwei anderen Bataillone nutzen diesen Umstand für die Überquerung.
Nachdem die Brücke durch feindliche Granaten zerstört war, ist das 107. Regiment am 27. den ganzen Tag auf sich alleine gestellt. Es schlägt sich tapfer und kämpft sich bis zur Steilküste von San Vito vor, um den kleinen und geschwächten Brückenkopf zu halten. In der Nacht gelingt es dem 138. Infanterieregiment über einen neu errichteten Übergang über das gefährliche Gewässer vorzudringen und Unterstützung zu leisten. Unterstützt durch die italienischen Einheiten können die Franzosen am 28. ihre Enklave erweitern, indem sie Monte Perto und Monte Piaunnar erobern. In der dritten Nacht stößt das 78. Infanterieregiment zu den Angreifern und unterstützt sie mit seinen Batterien des 1. Artillerieregiments. Am 29. und 30. gelingt es den Streitkräften, die feindliche Front zu durchbrechen, die immer mehr nachgibt. Die 23. Infanteriedivision unter General Bonfait, unterstützt durch die 52. königliche Infanteriedivision kehrt in die Hochebene von Piave zurück, während die Italiener in Valdobbiadene einmarschieren.
Die Truppen schreiten weiter voran, während der Feind sich vollständig zurückzieht. Die 3., 8. und 10. Armee nehmen Vittorio, Conegliano und Oderzo ein. Der königlichen 8. Armee war es bereits gelungen, die österreichische Front zu zerschlagen und die Truppen in Trentin und Venedig zu trennen. Bevor am 3. November in Padua der Waffenstillstand unterzeichnet wurde, waren 300.000 Gefangene und 5.000 Kanonen in Feindeshand.

Hochebene von Asiago, zerstört im Herbst 1918. Quelle: Lizenzfrei.

Gemäß dem Londoner Vertrag von 1915 erhält Italien Trentin und Istrien zurück. Die Stadt Fiume verbündet sich mit Vaterland, sehr zum Missfallen von Serbien, das Besitzansprüche an Istrien und die dalmatinische Küste, ausgenommen Triest, geltend machen wollte.
Die französischen Truppen kehren zwischen März und Juli 1919 wieder nach Frankreich zurück.

Corps 2

Gedenkstätten

Pederobba. Beinhaus für französische Soldaten. Quelle: davetto.altervista.org

Grabstätten

Die Vereinigung zum Gedenken der französischen Kämpfer in Italien initiierte die Idee, die Toten an der Front von Piave zusammenzuführen. Der französische Konsul in Venedig, Georges Gayrand, entschied sich für das Gebiet rund um Pederobba. Am 10. Dezember 1935 genehmigt eine französisch-italienische Kommission in Rom ein kombiniertes Projekt aus Gedenkstätte und Beinhaus sowie einer 100 m langen Mauer (10 m hoch und 6 m breit), die das Ende der österreichischen Angriffe symbolisieren soll.

Detailansicht der Gedenkstätte. Quelle: montegrappa.org

Die Umsetzung erfolgte durch Camille Montagné und wurde ergänzt durch Skulpturen von Louis Leygue. Die Gedenkstätte beherbergt in wabenförmigen Zellen die sterblichen Überreste von 1.000 französischen Soldaten (994 identifiziert, 6 unbekannt), die auf verschiedenen Militärfriedhöfen exhumiert wurden.

Detailansicht der Gedenkstätte. Quelle: montegrappa.org

Das Beinhaus wurde am 27. Juni 1937 von General Ceci im Rahmen einer französisch-italienischen Zeremonie eingeweiht, der zahlreiche zivile und militärische Führungspersonen sowie Kriegsveteranen und ihre Familien beiwohnten. Die Ehrungen wurden überreicht von einer Kompanie der 5. Gebirgsjäger und einer Kompanie des so genannten 13. B.C.A. aus Chambéry.

Monument von Pederobba. Quelle: L'Illustration, 3. Juli 1937.

Die sterblichen Überreste der im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten ruhen hauptsächlich in viereckig angelegten Militärgräbern:
1- Castrignano del Capo: 22 Leichname
2- Livourne: 55 Leichname
3- Mailand: 50 Leichname
4- Rom: 19 Leichname
5- Sciacca: 19 Leichname
6- Tarente: 166 Leichname
7- Venedig: 19 Leichname

Karte. Quelle: MINDEF/SGA/DMPA

Gedenkstätten

In der Gemeinde Pederobba, 2 km entfernt vom Beinhaus, findet sich ein 3,5 m hoher Obelisk zu Ehren des Sturms auf Piave im Oktober 1918 durch die 23. französische Infanteriedivision und die 52. Infanteriedivision Italiens. Diese Gedenkstätte wurde im Juni 1972 von der Vereinigung der französischen Veteranen in Italien eingeweiht.

Monument, erbaut am 11. Juni 1972 durch die Vereinigung der französischen Veteranen in Italien von 1917-1918. Quelle: Dott. Pizzaia sind-le Bordays arch. - A. Bresolin Cost

Auf dem Gipfel des Monte Tomba ist eine Kapelle den Gefallenen dieser Kämpfe gewidmet. Im Innenbereich findet sich eine Tafel zum Gedenken der Toten: Gebirgsjäger, Infanterie, Artillerie, Pioniere und weitere Soldaten französischer Einheiten, die in diesem Sektor gekämpft haben.

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