Edmond Marin la Meslée

1912-1945
Kommandant Marin la Meslée. Quelle: SHD

 

(5. Februar 1912: Valenciennes – 4. Februar 1945: Dessenheim)

 

Als Kind des Jahrhunderts des Luftkampfs erbt der junge Edmond von seinem Vater, Ingenieur für Arts et Métiers, die Leidenschaft für Flugzeuge. Gemeinsam erbauen sie Segelflugzeuge und gründen Luftfahrtclubs. Mit 16 macht er sein Abitur in der Fachrichtung Latein und Wissenschaften und beginnt kurzfristig mit einem Jurastudium. Nach wenigen Wochen beantragt er ein Stipendium für den Pilotenschein und beginnt eine Ausbildung an der Flugschule Morane. Am 1. August 1931 erhält er seinen Pilotenschein und beendet am 20. April 1932 seine Ausbildung in Istres. Gleichzeitig bereitet er sich auf die Aufnahme an der Hochschule für Offiziere der Reserve vor. Auf darauffolgenden 20. September wird er zum Unterleutnant und er findet sich damit ab, seine Bestrebungen für eine Tresse aufzugeben, indem er versucht die Vorschriften zu umgehen, die es Reservisten verbieten zu fliegen. Er verpflichtet sich dann als Unteroffizier für Jagdflieger und schreibt sich 1936 an der Schule für Luftfahrt ein. Diese verlässt er im Oktober 1937 wieder als Unterleutnant in Funktion als Beobachter. 

Er tritt dem 5. Fliegergeschwader in Reims bei und dient unter der Befehlsgewalt von Hauptmann Accard im ersten Jagdgeschwader namens "Champagne", Nachfolger der hoch angesehenen Spa-67 von Navarre. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wird er zum Leutnant befördert. Seine mit Curtis H-75 ausgestattete Truppe überwintert im Gelände von Suippes. Die Monotonie des Alltags wird lediglich unterbrochen durch lange Aufklärungsflüge.

Am 11. Januar 1940 lernt Marin la Meslée, im Radio nur als "Marina" bekannt, erstmals den Rausch der ersten Kämpfe kennen. Auf seiner Patrouille mit Leutnant Rey gelingt es den beiden Piloten, am Himmel über Verdun der Erkundungsmission einer Dormier-17 ein Ende zu bereiten. Aber es dauert noch bis im Mai, bis er unter dem ständig wachsenden Druck der deutschen Kriegsmaschinerie endlich zu Ruhm gelangt und als Legende der Jagdflieger in die Geschichte eingeht. Am 12. schießt er zwei Stukas Junkers-87 ab und am nächsten Vormittag Jagdflieger des Typs Messerschmidt-109. In den folgenden Wochen gehen auf sein Konto der Abschuss eines Heinkel Bombenfliegers, zwei Henschel-126 und eine Heinkel-111.

Am 1. Juni stehen auf seiner Abschussliste bereits 16 Flugzeuge und er wird zum Leiter des Geschwaders Cigogne. Er wird somit zum Nachfolger des schwerverletzten Hauptmanns Accard. Zum Zeitpunkt des Waffenstillstands zeigt seine Bilanz 106 Flüge, 15 Siege in Frankreich, 5 in Deutschland und 10 verliehene Armeeorden. Seine Trefferliste ist außergewöhnlich.

 

Im November 1942 agiert das Geschwader unter der Befehlsgewalt von Vichy in Nordafrika und er hegt erneut den Wunsch, den Kampf wiederaufzunehmen. Im Rahmen der britisch-amerikanischen Landung fliegen die "Cigognes" für das Freie Frankreich über dem Himmel Tunesiens, wenngleich es sich nur um einfache Aufklärungsflüge handelt. Der Leutnant fliegt 105 Einsätze an Bord einer "Airacobra P-39" und erzielt vier Siege an der afrikanischen Küste. Im Juni 1944 kehrt er als Kommandant in das Gebiet von Salon-en-Provence zurück, wo er am 20. September, einen Monat nach der Landung in der Provence das Kommando über eine P-47 "Thunderbolt" übernimmt. Seine Gruppe wird der 1. Armee Frankreichs unterstellt.

Anfang 1945 werden die Kämpfe um die Rückeroberung des Elsass immer erbitterlicher. Ziel der alliierten Flieger ist es, sämtliche Hindernisse zu zerstören, die ein Vorankommen der Infanterie aufhalten können, sofern notwendig auch mit schwersten Waffen. Am 4. Februar überfliegt Kommandant Edmond Marin la Meslée zum zweiten Mal die deutschen Linien. Sein Flugzeug wird von einer DCA abgeschossen und explodiert zwei Kilometer neben dem Dorf Rustenhardt.

Seine Flügel sind im Morgengrauen seines 33. Geburtstags endgültig gebrochen:

 

"Ein wahrer Vertreter der Jagdfliegerei, die er leidenschaftlich ausführte,

bleibt er mit seiner Tugendhaftigkeit und seinen Siegen in Erinnerung

als einer der herausragenden Figuren der Luftwaffe

und als Held zum Wohle der Nation" 

  • Mémorial de l'aviateur sur lieu de son crash. Source : Commune de Dessenheim