Lettre d'information

François Chabaud-Latour

1804-1885
Portrait von General François de Chabaud-Latour (1804-1885). Quelle: Société d'histoire du protestantisme français

 

François, Ernest Chabaud-Latour wird am 25. Januar 1804 in Nimes als Sohn von Antoine Georges François (15. März 1769 – 19. Juli 1832) und Julie Verdier de la Coste geboren.

1820 beendet er als siebtbester seines Jahrgangs die Polytechnische Hochschule und entscheidet sich für eine Laufbahn bei den Pionieren. 1829 kämpft er für kurze Zeit an der Seite der russischen Armee an den Standorten an der Donau, bevor er nach Paris abberufen wird, um seinen Dienst im Ministerium von Polignac anzutreten.

1830 nimmt er als Freiwilliger an der Expedition nach Algier teil und wird für seinen Einsatz nach der Bombardierung der Festung Fort-1'Empereur und der Besetzung von Blida für seinen Einsatz ausgezeichnet.

Unter der Befehlsgewalt des Herzogs von Orléans wird er zum Offizier ernannt und behält diese Position bis zum Tod des Prinzen im Jahr 1842 bei. Er ist aktiv beteiligt am Feldzug in Belgien und beim Sturm auf Antwerpen. Chabaud-Latour tritt während der Feldzüge in Algerien (1837, 1839, 1840) die direkte Nachfolge des Herzogs von Orléans an und ist auch an den Einsätzen in Sig, Habra, Mascara beteiligt. Im Jahr 1839 erhält er für seinen Einsatz beim Kampf um Portes de Fer das Verdienstkreuz für Offiziere der Fremdenlegion. Weiterhin ist er 1840 bei den Kämpfen in Médéah, El-Affroun sowie auf dem Hügel und den Olivenhainen von Mouzaïa beteiligt.

Während sich 1840 viele Fragen rund um die notwendigen Befestigungsanlagen in Paris stellten, ist er einer der Befürworter einer umfassenden Befestigungsanlage, bestehend aus aneinander gereihten Festungen, die die Bevölkerung vor einer Belagerung schützen sollten.

Als Abgeordneter des Departements Gard (von 1837 bis 1848, zuständig für das Ministerium Guizot) war es ihm möglich, seinem Projekt im Parlament entsprechenden Nachdruck zu verleihen.

Als Leiter der Pioniertruppen kümmert er sich persönlich um den östlichen Teil der Ringmauer von Paris und überwacht die Bauarbeiten bis ins Jahr 1846.

1842 wird er zum Oberstleutnant befördert und arbeitet bis zum Tod des Herzogs von Orléans als Assistent des Grafen von Paris. Als Leutnant übernimmt er 1846 die Befehlsgewalt über das 3. Pionierregiment in Arras. Im Februar 1848 bleibt er Orléans weiterhin treu verbunden. Diese Verbundenheit geht so weit, dass er nach Abdankung des Königs sogar seine eigene Entlassung zur Disposition stellt. Nach wenigen Wochen wird er jedoch zur Pionierleitung in Amiens bestellt, wo er dann nach dem Staatsstreich vom 2. Dezember 1851 seine Funktionen in Grenoble wieder aufnimmt.

1852 dient er als leitender Kommandant der Pioniere in Algerien und verbringt in dieser Kolonie fünf Jahre. Während dieser Zeit nimmt er an verschiedenen Expeditionen teil, wie z. B. nach Babors im Jahr 1853, nach Beni-Iuya im Jahr 1854, 1855 nach Guetchoula und 1857 nach Grande-Kabylie. Er kümmert sich um den Bau von Dämmen an Flüssen und die Errichtung neuer Dörfer und Städte.

Brigadegeneral Chabaud-Latour wird am 30. April 1853 in Folge der Feldzüge von 1857 und 1858 zum Divisionsgeneral befördert. Am selben Tag kehrt er auf Wunsch des Komitees für Befestigungsanlagen nach Paris zurück, um die allgemeinen Befestigungsanlagen, die Pionierregimente, die Polytechnische Hochschule sowie das beratende Komitee für Algerien zu besuchen und zu beraten. Während des Krieges mit Italien ist er Befehlshaber des Pionierkorps, das sich an der Ostgrenze auf Beobachtungsposten befindet. Nach seinen Einsätzen als großer Militärführer der Ehrenlegion im Jahr 1861 und Präsident des Komitees für Befestigungsanlagen im Jahr 1864 wechselt er am 25. Januar 1869 in die Führungsriege der Reservisten.

Chabaud-Latour kehrt 1870 in den aktiven Dienst zurück und wird Leiter der Pioniere und somit zuständig für die Verteidigung von Paris. Er übernimmt den Vorsitz im Komitee für Befestigungsanlagen und lässt ein befestigtes Lager errichten. Er wollte eine Bombardierung seitens des linken Flussufers der Hauptstadt verhindern, indem er direkt an die unfertigen Redouten von Châtillon und Montretout angliedern ließ.

Sein Sohn, Arthur Henri Alphonse (1839-1910), aus der Ehe mit Hélène Mathilde Périer aus Saint-Cyr, zeichnet sich in den Kämpfen der Loire-Armee aus und wird von der Ehrenlegion für seinen hervorragenden Einsatz ausgezeichnet. Lissagaray, der "Michelet der Gemeinde", schreibt über ihn: "Paris, für das Hoche, Marceau und Kléber weder zu jung noch zu gutgläubig oder zu rein waren, vereinte in sich die schlechtesten Überreste des Königreiches und des so genannten Orléanisme, Vinoy de Décembre, Ducrot, Suzanne, Leflô. Und auch solch selbstgefällige Fossile wie Chabaud-Latour, leitender Kommandant der Pioniere.“

Nach der Fertigstellung der Ringmauer wird eine weitere Ringmauer rings um Thiers als Befestigungsanlage auf einer Länge von 35 Kilometer beschlossen (der Umfang entspricht der heutigen Peripherie). Das Gesamtwerk sollte 94 Bastionen umfassen mit 17 Toren und 8 Ausfallspforten. Das solide Mauerwerk wurde aus einer 40 cm dicken Betonschicht gefertigt. Für das Pflaster im Außenbereich sowie die Profilmauern wurde Mühlsteinquarz verwendet, der wie Bausteine mithilfe von hydraulischem Mörtel aneinander gereiht wurde. Für diese Verdienste erhält er das Großkreuz der Ehrenlegion und bleibt ohne Altersbeschränkung im Amt.

 

Als Abgeordneter von Gard wird er im Februar 1871 in die Nationalversammlung gewählt. Er orientiert sich dort an der rechten Mitte und übernimmt den Vorsitz der Armeekommission. In dieser Funktion ist er verantwortlich für den Entwurf des Militärgesetzes von 1872. Weiterhin ist er Referent für den Gesetzentwurf über die rings um Paris neu zu errichtenden Befestigungsanlagen und übernimmt später auch die Funktion des Vizepräsidenten der Versammlung. Als Mitglied des Verteidigungskomitees beweist Chabaud-Latour sein Talent bei der Organisation der neuen Ostgrenze.

Als hochrangiger Staatsmann wird er 1873 als Schlichter bestellt, als Marschall Bazaine beschuldigt wird, für die Niederlage Frankreichs während des deutsch-französischen Krieges im Jahr 1870 verantwortlich zu sein.

Am 20. Juli 1874 wird er von Marschall Mac-Mahon zum Innenminister benannt. Diese Position behält er bis zum 10. März 1875 bei, verschreibt sich dann der Linie des Herzogs von Broglie, trotz heftiger Debatten um seine siebenjährige Amtszeit. Obwohl er am 30. Januar 1876 bei den Senatswahlen keinen Erfolg erzielen konnte, wird er am 10. November des Folgejahres zum Senator auf Lebenszeit ernannt.

Er stirbt am 10. Juni 1885 an den Folgen eines Treppensturzes an den Bahngleisen West, für die er als Verwalter zuständig war.

  • Porte d'Arcueil. 1913. Eugène Atget. 16.8*21.8 cm. Source : BNF Poterne des peupliers. 1913. Eugène Atget. 16.8*21.8 cm. Source : BNF

  • Photographie d'une portion du mur d'enceinte de Paris. 1870. Source : SHD

  • Expédition des Portes de Fer. Source : Charles Nodier, Journal de l'expédition des Portes de Fer, Paris, Imprimerie royale, 1844 : p. 28