La Croix de guerre

Vorderseite
Corps 1
Im April 2005 hat das Croix de Guerre, das emblematische Tapferkeitskreuz des Ersten Weltkrieges, 90 Jahre alt. Der im Jahr 1915 eingeführte Orden ehrt französische Soldaten, die sich im Ersten Weltkrieg besonders ausgezeichnet haben. In den ersten Monaten des Feldzugs von 1914 besitzt Frankreich keinen spezifischen Orden, um die Tapferkeit seiner Soldaten auszuzeichnen. Zwar existieren die Légion d'honneur (Ehrenlegion) aus dem Jahr 1802, die Médaille militaire (Militärmedaille) von 1852 oder ehrenvolle Erwähnungen im Tagesbefehl der Regimenter. Doch diese Auszeichnungen werden nur sparsam verliehen, damit das daran geknüpfte Ansehen intakt bleibt. Bereits im November 1914 fordert Maurice Barrès "die Schaffung eines neuen militärischen Ordens, eine Medaille aus Bronze, mit der der Chef seine tapfersten Soldaten nach jeder Tat auf dem Schlachtfeld auszeichnen kann" (1). Eine Gruppe von Abgeordneten, angeführt von Bonnefous, unterbreitet der Armee-Kommission des Parlaments daraufhin im Dezember 1914 einen Gesetzesvorschlag für die Schaffung einer "médaille de la Valeur militaire" (Medaille für militärische Verdienste). Der Berichterstatter der Kommission, der Abgeordnete Driant (2) stellt das Fehlen eines solchen Abzeichens fest - das damals in den ausländischen Armeen existierte - und befürwortet den Gesetzesvorschlag. Die neue militärische Auszeichnung soll an die Opferbereitschaft und Selbstlosigkeit des Medaillenempfängers erinnern und eine kurze Bezeichnung tragen. Sie geht als "Croix de Guerre" (Kriegskreuz) in die Geschichte ein.
Corps 2


In den Zeiten der Union Sacrée (heilige Union) kommt dieser Vorschlag fast oppositionslos durch. Es wird lediglich debattiert über die Rangfolge der ehrenvollen Erwähnungen nach ihrem Glanze oder über die Frage des Modells. Die Parlamentarier streiten sich tatsächlich um die Farbe des Bandes. Manche möchten es in einfarbig grün, das heißt, wie das Band der Erinnerungsmedaille von 1870 aber ohne die schwarzen Streifen, die den Verlust von Elsass-Lothringen symbolisieren. Andere wiederum hätten es gerne in hellblau... Letztendlich fällt die Wahl der Parlamentarier auf ein grünes Band mit roter Einfassung und fünf roten Streifen. Das Band entspricht damit dem der Sankt-Helena-Medaille, die Napoleon III 1857 für die letzten Veteranen der Grande Armee hat schaffen lassen. Aus diesem Grunde verbindet man den neuen Orden mit "den glorreichen Erinnerungen der großen Armeen von früher und den großen Kriegen von heute" (3).

Das Gesetz vom 8. April 1915 führt das Croix de Guerre (Kriegskreuz) ein, das "von Kriegsbeginn 1914-1915 den tapferen Soldaten des Krieges gedenkt" (4). Das Aussehen dieses Tapferkeitsordens verändert sich im Laufe der Parlamentsdebatten, aber auch mit den jeweiligen Vorschlägen der Künstler (nicht weniger als 7 Entwürfe). Es hat die Form eines vierarmigen "Croix patté" (Soldatenkreuz) in Bronze in 37 mm Breite mit zwei gekreuzten Schwertern. Es wird der Entwurf des Bildhauers Bartholomé einbehalten. Die Mitte der Bildseite schmückt der Kopf einer Marianne, mit phrygischer Mütze und einem Lorbeerkranz, eingerahmt von der Umschrift "République Française". Die Rückseite trägt die Jahreszahl "1914-1915", die bis Kriegsende jedes Jahr geändert wird (5). Die offizielle Verleihung des Croix de Guerre (Kriegskreuz) erfolgt während eines feierlichen Aufmarsches in Waffen und gibt ab und zu Anspruch auf weitere Vorteile, wie es dieser Bericht schildert: "Gestern erhielt ich das Croix de Guerre mit dem üblichen Zeremonial, doch viel interessanter war, dass der Lagerkommandant [...] uns Champagner spendierte und ich die Gelegenheit nutzte, [...] um einen Fronturlaub herauszuschlagen. Ich glaube, morgen komme ich weg" (6). Die Tapferkeitsauszeichnung wird ständig, auch auf dem Schlachtfeld, links an der Brust, neben der Ehrenlegion und der Militärmedaille, getragen. Die Materialisierung der ehrenvollen Erwähnungen, die Bedingungen für die Verleihung und das allgemeine Aussehen des Ordens werden im Anwendungsdekret vom 23. April 1915 präzisiert. Jeder ehrenvollen Erwähnung - Anerkennung einer einzelnen Tapferkeits- und Heldentat - entspricht ein eigenes, auf das Band geheftetes Ehrenabzeichen. Mehrere dieser Abzeichen können das Band zieren. So zum Beispiel ein bronzener Stern für eine ehrenvolle Erwähnung im Regiment oder der Brigade. Ein silberner Stern für eine ehrenvolle Erwähnung in der Division und ein goldener Stern für eine ehrenvolle Erwähnung im Armeekorps. Die Palme aus Bronze verdeutlicht eine ehrenvolle Erwähnung in der Armee. Die Fangschnur wird im April 1916 zur Ehrung kollektiver Erwähnungen eingeführt. Diese Schnur aus Zopfgeflecht in den Farben der Auszeichnung ist von allen Soldaten während ihrer Präsenz in der geehrten Einheit zu tragen.

Das Croix de guerre (Kriegskreuz) kann ebenfalls Zivilisten, Ausländern, Institutionen, Gebietskörperschaften und sogar Tieren verliehen werden (7). Fast 3000 Städte und Gemeinden in 18 Departements werden im Ersten Weltkrieg mit dieser Auszeichnung geehrt, und als erste Stadt Dünkirchen im Oktober 1917.

Unter den geehrten Dörfern befinden sich die während der Champagne-Offensive im September 1915 zerstörten Dörfer Tahure, Perthes-les-Hurlus und Massiges. Sie erhalten im September 1920 folgende ehrenhafte Erwähnung: "im Laufe erbitterter Kämpfe den Ruinen gleich gemacht, die ihre Ortsnamen unsterblich machen, bewiesen sie im Unglück die edelsten Qualitäten von Mut und Opferbereitschaft und haben sich für das Vaterland verdient gemacht.".

Am 1. März 1920 registriert das Kriegsministerium 2 055 000 individuelle Erwähnungen. Diese Zahl liegt jedoch weit hinter der Wirklichkeit zurück, denn die posthumen Erwähnungen und die Croix de Guerre (Kriegskreuz) in Verbindung mit der Ehrenlegion oder der Militärmedaille werden nicht mitgezählt. Weit mehr als eine einfache Gedenkmedaille, bleibt diese Auszeichnung ein höchst symbolischer Orden, denn er ehrt die Tapferkeit des einzelnen Soldaten und erinnert die französische Gesellschaft durch alltägliche Gegenstände (Schulmedaillen, Teller...), auf denen er abgebildet ist, an das Ausmaß des Krieges. Das Symbol des Croix de guerre (Kriegskreuz) ist so stark, dass weitere Abzeichen geschaffen wurden. Sie tragen andere Namen, ehren aber nach wie vor die individuellen Heldentaten auf den Kriegsschauplätzen der heutigen Zeit, auf denen die französische Armee im Einsatz ist. (Croix des TOE - Kriegskreuz für externe Operationsgebiete (8), Croix 1939-1945, Croix de la Valeur militaire (militärisches Verdienstkreuz).

Notizen: (1) In L'Écho de Paris, 27. November 1914. (2) Dieser ehemalige Offizier, der unter dem Pseudonym Danrit für seine Militärromane berühmt wurde, findet am 21. Februar 1916 ein tragisches Ende an der Spitze des 56. und 59. Jägerregiments. (3) Auszüge aus dem Bericht von Senator Murat. (4) Gesetzesartikel über die Einführung des Croix de guerre (Kriegskreuz). (5) Ein Croix de guerre des Großen Krieges trägt folgende Inschriften: "1914-1915" ; "1914-1916" ; "1914-1917" ; "1914-1918". (6) Fernand Demimuid, Feldpost an seine Eltern, Kriegsjahre 1914-1917, gedruckt von Imprimerie de l'Institution des sourds-muets, 1921, 250 Seiten, S. 63. (7) Die Brieftaube "Le Vaillant" war die letzte Taube, die am 4. Juni 1916 das belagerte Fort von Vaux verliess und ihre Mission erfüllen konnte. (8) Externe Operationsgebiete. Association nationale des Croix de guerre et de la valeur militaire (nationaler Verein der Kriegskreuze und militärischen Verdienstorden Hôtel national des Invalides 129, rue de Grenelle 75007 Paris
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