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Les écrivains allemands et la Grande Guerre

Ernst Jünger
Corps 1
Die deutschen Schriftsteller und der Erste Weltkrieg Seit August 1914 wird der Krieg zur Quelle der Inspiration für die Deutschen. Zu Hunderttausenden werden Gedichte stark patriotischer Färbung an Zeitungen geschickt. Diese spontane "poetische Mobilmachung" geht damit einher, dass sich viele Schriftsteller freiwillig zur Armee melden. Während der ganzen Dauer des Konflikts entwickelt sich eine Kriegsliteratur, die ihre Quellen in den persönlichen Erfahrungen der Frontsoldaten hat.
Corps 2


Von den deutschen Schriftstellern, die im Ersten Weltkrieg Frontsoldaten waren, kennt der französische Leser häufig nur zwei Namen: Erich Maria Remarque, der Autor von "Im Westen nichts Neues (1928) und Ernst Jünger, der "Stahlgewitter" (1920) geschrieben hat. Diese beiden Werke hatten in Frankreich einen großen Erfolg und werden hier regelmäßig neu aufgelegt. Das Kriegswerk von Jünger hat sogar seit einiger Zeit die Ehre, in die berühmte Bibliothek der Pléiade aufgenommen zu sein. Außerdem vertreten diese beiden Autoren, jeder auf seine Weise, die beiden hauptsächlichen politischen Tendenzen der deutschen Kriegsliteratur gleich nach dem Ersten Weltkrieg. Beide Werke wollen eine realistische Sicht der Erfahrungen der Frontsoldaten wiedergeben, wobei Jünger seinem Buch, das zum großen Teil während des Konflikts geschrieben wurde, eine nationalistische Aussage verleiht, während Remarque ohne Zweifel der berühmteste und symbolträchtigste Vertreter der pazifistischen Richtung der Literatur in Deutschland und in Europa ist. Norbert Elias, der selbst im Ersten Weltkrieg gekämpft hat, macht deutlich, dass diese Kontroverse in der Interpretation des Krieges - und ihr Eingang in die Literatur - eine zentrale Bedeutung in der Weimarer Republik hatte. So aufschlussreich und wichtig sie auch sein mögen, so reichen diese beiden Namen allein doch ganz und gar nicht aus, die Fülle an Kunst und Literatur wiederzugeben, die sich in Deutschland aus der Erfahrung des Krieges entwickelt hat.

Gleich nach der Mobilmachung ergießt sich eine Flut von Gedichten über das Land. Soldaten beim Abmarsch an die Front und in der Heimat zurückbleibende Zivilisten, berufsmäßige Autoren und Amateure verfassten in den ersten Wochen des Konflikts Hunderttausende von Gedichten, die den Krieg zum Thema hatten. Diese poetische Flutwelle passte zwar in die Tradition, die in Deutschland seit den "Befreiungskriegen" gegen das Kaiserreich Napoleons lebendig war, aber dieses Ausmaß war neu. Einer der besten Spezialisten dieser Epoche, Julius Bab, der selbst Autor und Herausgeber von Dichtung über den Krieg war, hat geschätzt, dass im August 1914 ungefähr eineinhalb Millionen Gedichte an die Zeitungen geschickt wurden. Allein die Berliner Zeitung erhielt täglich etwa fünfhundert. Für Bab war diese "poetische Mobilmachung" der Beweis für die Höhe, die die deutsche Kultur erreicht hatte, und ein eindeutiges Dementi an alle Bezichtigungen der Barbarei. Der Inhalt dieser Gedichte aus der ersten Zeit des Krieges ist zumeist sehr patriotisch, d.h. nationalistisch, wie z.B. Hassgesang gegen Endland (1914) von Ernst Lissauer oder auch der Soldatenabschied von Heinrich Lersch : (...) Wir sind frei, Vater, wir sind frei! Tief im Herzen brennt das heiße Leben, Frei wären wir nicht, könnten wir's nicht geben. Wir sind frei, Vater, wir sind frei! Selber riefst du einst in Kugelgüssen: Deutschland muss leben, und wenn wir sterben müssen! (...)

Diese Texte und viele andere, die sofort im ganzen Land bekannt sind, werden zu "Textikonen" des Krieges, der im Gang ist. Aber diese Kriegsgedichte sind ganz und gar nicht die einzige Art, in der sich das Engagement der Schriftsteller für die patriotische Sache äußert. Wenn auch die Gesamtheit der deutschen Bevölkerung, ebenso wie in Frankreich, mehr Entschlossenheit als Enthusiasmus an den Tag legte, so schien die Mehrzahl der Intellektuellen dagegen das Herannahen einer neuen "Großen Zeit" zu begrüßen. Dies traf natürlich besonders auf die am nationalistischsten eingestellten Schriftsteller zu, aber auch auf die jungen Expressionisten, die in dem Krieg die Manifestation eines vitalen und mystischen Elans und das Ende der bürgerlichen materialistischen und verkalkten Gesellschaft sahen. Diese Hoffnung, wie auch die patriotische Begeisterung, sind die Erklärung dafür, dass viele Schriftsteller, junge und ältere, gleich in den ersten Wochen als Freiwillige in den Krieg gingen. Die sehr berühmten Autoren Richard Dehmel (51 Jahre) oder Hermann Löns (48 Jahre) melden sich unter großer Beachtung der Öffentlichkeit zur Truppe. Sie werden von jungen Schriftstellern und Künstlern der expressionistischen Generation begleitet. So wird der Kriegsfreiwillige, wie in der napoleonischen Zeit, jetzt zu einer der wichtigsten literarischen Figuren.

Z.B. Ernst Wurche, der Held der damals bekanntesten Kriegserzählung, Der Wanderer zwischen beiden Welten von Walter Flex, ist auch ein junger Kriegsfreiwilliger. Im Übrigen hat die deutsche Literatur einen sehr schweren Tribut an den Krieg gezahlt. Hermann Löns ist 1914 vor Reims gefallen, Ernst Stadler 1914 an der Marne, August Stramm 1915 an der Ostfront, Walter Heymann 1915 in der Nähe von Soissons, Walter Flex im Osten 1917... Die größten Verluste hatte die Generation der Expressionisten durch den Krieg, sie verlor fast zwanzig ihrer wichtigsten Vertreter. Ohne bis zum Tragen der Uniform zu gehen, konnte das Engagement auch in der chauvinistischen, unbedingten Unterstützung der patriotischen Sache bestehen. So unterzeichnet eine große Zahl von anerkannten Schriftstellern den berühmten Aufruf an die Kulturwelt der dreiundneunzig deutschen Intellektuellen vom Oktober 1914. Unter anderen Unterzeichnern dieses Manifestes, in dem die Anklagen der Barbarei und der Abscheulichkeiten zurückgewiesen werden, findet man Richard Dehmel, Gerhart Hauptmann und Hans Thoma. Wenn auch viele Autoren sich nicht so weit engagieren, bleiben Äußerungen des Pazifismus und des Widerstands gegen den Zeitgeist in den intellektuellen Milieus am Anfang des Krieges doch sehr selten. Hier kann man Heinrich Mann zitieren, der im Gegensatz zu seinem Bruder Thomas während des ganzen Krieges gegenüber dem Chauvinismus verschlossen blieb.

Einige wenige avantgardistische Zeitschriften, wie z.B. Die Aktion von Franz Pfemfert, blieben ebenfalls einem pazifistischen Credo und einem kritischen Blick auf die Ereignisse treu. Diese Zeitschrift war es vor allem, die als eine der ersten immer wieder einen neuen Typus von Poesie veröffentlichte: die Frontdichtung, eine Dichtung, die nach dem Muster der Kriegserzählung immer mehr Bedeutung gewann. Sie versuchte, bedingungslos die Schrecken des modernen Krieges darzustellen. Tatsächlich entwickelte sich mit der Zeit, wie auch bei den anderen Kriegsparteien, eine Kriegsliteratur in Vers oder Prosa, die direkt aus der Erfahrung ihrer Autoren entstand. Diese Zeugnisse wurden immer mehr, und die Verleger schufen, wie auch in Frankreich, spezielle Sammlungen dieser Art von Literatur. Dichter wie Heinrich Lersch, Max Barthel und Karl Bröger wurden durch ihre Gedichte von der Front bekannt. Die expressionistischen Dichter wie August Stramm, Kurt Heynicke, Fritz von Unruh oder Paul Zech setzten ihre moderne Ästhetik der Moderne des Krieges entgegen und schufen ganz und gar bemerkenswerte Werke wie z.B. die Trommelfeuerballade von Kurt Heynicke :

(...) Die Nacht tanzt. Und immer noch wird die Erde in blutige Stücke gerissen. Die Geschosse gurren, Vögel, die den Tod bringen - Ach, wie viele junge Menschen müssen sterben (...)

Einige dieser Werke verrieten eine allmähliche Entwicklung zum Pazifismus, die aus der Erkenntnis des besonderen Charakters eines Krieges entstand, der immer totaler wurde. Das trifft z.B. auf Fritz von Unruh zu. Dieser Spross einer adligen Familie, die dem Kaiser sehr nahe stand, meldete sich 1914 freiwillig zum Kriegsdienst. Am Anfang des Krieges schreibt er noch ein paar patriotische Gedichte. Aber allmählich nimmt sein Werk, unter dem Einfluss der Erfahrung des Krieges, einen immer stärker pazifistischen Charakter an. Als der Kronprinz, den er persönlich kennt, bei ihm 1916 eine Beschreibung der Schlacht von Verdun in Auftrag gibt, antwortet er auf die Bestellung mit einem expressionistischen Roman mit dem Titel Opfergang, (der 1923 unter dem Titel Verdun ins Französische übersetzt wird), den die militärische Führung nicht zur Veröffentlichung freigibt. Tatsächlich wird das Werk erst 1919 publiziert. Unruh ist kein Einzelfall, das hat seinen Grund sicherlich darin, dass die Verteidigungsrhetorik, die den Krieg in allen kämpfenden Ländern begleitet, ohne Zweifel in Deutschland schwieriger aufrecht zu erhalten ist - denn die Soldaten kämpfen auf ausländischem Territorium -, und so entwickelt sich der literarische Pazifismus früher und stärker als auf dem Schlachtfeld gegenüber.

Die Schriftsteller und Dichter, die als Soldaten kämpfen, spielen nicht allein eine Rolle in dieser Entwicklung. Auch die in der Schweiz im Exil lebenden Autoren haben dabei eine nicht zu verachtende Bedeutung. Die Schweiz nimmt die Zeitschriften der literarischen Avantgarde auf, wie z.B. Zeit-Echo oder auch Die Weissen Blätter des Elsässers René Schickele. Dieser Autor leitet auch eine Sammlung, die Europäische Bibliothek, die die Kriegsbücher von Henri Barbusse oder Georges Duhamel ein paar Monate nach ihrem Erscheinen auf Französisch ins Deutsche übersetzt. In Zürich entsteht auch seit 1916 um das "Cabaret Voltaire" und eine Gruppe von jungen deutschsprachigen Dichtern der erste Dadaismus, der sich nach dem Krieg sowohl nach Paris wie auch nach Berlin ausbreitet. Im Ganzen bleibt die pazifistische Literatur allerdings trotz ihrer Vielgestaltigkeit während des Konflikts in der Minderheit, so dass sich die zivilen und militärischen Behörden nach anfänglichem Misstrauen gegenüber diesen Erzählungen und Gedichten über den Krieg doch mit einer begrenzten Zensur abfinden, es sei denn es handelt sich um ausgesprochene Antikriegsliteratur. So blühen ebenso wie in Frankreich Zeugnisse des Krieges, in denen der Konflikt realistisch dargestellt wird, wie z.B. der Roman Der Kapitän (1916) des Arztes an der Front Friedrich Loofs, der, obwohl er einer der patriotischsten Autoren bleibt, nicht zögert, die extremen Grausamkeiten des Kampfes auszusprechen.

Parallel zu dieser Literatur haben die Erlebnisberichte der Soldaten der neuen Truppen - Luftwaffe und Unterseeboote vor allem - riesige Erfolge im Buchhandel, wie z.B. das Kriegstagebuch von Manfred von Richthofen, dem berühmten Roten Baron. Aber der Erfolg der Kriegsliteratur im Buchhandel beschränkt sich nicht auf diese Art von spezieller Literatur. Auch der Krieg im Schützengraben und die Materialschlachten, von denjenigen erzählt, die dabei waren, haben wie auch in Frankreich große Erfolge. Von dem Wanderer zwischen beiden Welten werden über 200 000 Exemplare verkauft. Nach der Niederlage von 1918 verliert diese Art von Literatur eindeutig an Interesse. Allerdings ist sie niemals gänzlich verschwunden. In den ersten Jahren der Weimarer Republik stehen sich die literarischen Interpretationen des Ersten Weltkriegs in heftiger Konfrontation gegenüber. Die pazifistische Literatur mit ihrer utopischen Vision des wieder gefundenen Verstehens der Völker und eines ewigen Friedens hat ihre Wurzeln in den ersten Versuchen während des Krieges und entwickelt sich nun nach dem Ende der militärischen Zensur ungehindert. Aber die nationalistischen Autoren, für die der Erste Weltkrieg erst mit dem Sieg beendet wäre - um einen Ausdruck von Ernst von Salomon zu zitieren - legen die Waffen nicht nieder.

So publizieren Ernst Jünger, Franz Schauwecker, Erich Edwin Dwinger ihre Erzählungen über den Krieg während der Zwanzigerjahre. Das Interesse an dieser Art von Literatur, wie auch die Intensität der Polemik, wächst wieder mit der Publikation des Romans Im Westen nichts Neues, die ab 1928 eine zweite Phase von Kriegsbüchern einleitet, dieses Mal hauptsächlich in Form von Romanen.

Durch den Erfolg dieses Buches in Deutschland und dann auch in Europa und in der ganzen Welt vervielfachen sich die publizierten Kriegsromane bis zum Beginn der Dreißiger Jahre, wie z.B. Vier von der Infanterie (1929) von Ernst Johannsen oder auch Krieg (1929) von Ludwig Renn. Zur gleichen Zeit fand aber auch eine Kriegsliteratur nationalistischer und/oder nationalsozialistischer Inspiration ihren Platz im Buchhandel. Quantitativ überwog sie sogar. Nach Aussagen des amerikanischen Spezialisten Donald Day Richards repräsentierten die pazifistischen Werke nur 12% der zwischen 1919 und 1939 in Deutschland verkauften Kriegsbücher. Natürlich wurde die "Antikriegsliteratur" ab 1933 verbannt. Die Nazis merzten sie tatsächlich aus. Nach dieser Reinigung fand sich eine Anzahl von Autoren, die an der Front gekämpft hatten, 1936 in einer nationalsozialistisch gefärbten Vereinigung von Frontkämpfer - Schriftstellern unter dem Namen "Equipe" zusammen. Sie setzte sich zum Ziel, die Kriegszeugnisse zu sammeln und herauszugeben, die der nationalsozialistischen Sicht zum Ersten Weltkrieg entsprachen, eine Sicht, die der berühmteste der Schriftsteller und Kriegsteilnehmer von 1914-1918 vertrat, der Führer Adolf Hitler, für den der Erste Weltkrieg immer noch nicht zu Ende war. Tatsächlich endete er für ihn erst im Juni 1940 nach dem Sieg über Frankreich.
  • Portrait de Richard Dehmel. Source : Hamburgische Männer und Frauen am Anfang des XX. Jahrhunderts, von Rudolph Dührkoop, Hamburg

  • Couverture d'un recueil de poésie de Walter Flex. Source : DR

  • Heinrich et Thomas Mann. Source : Wikimedia Commons, photo libre de droit

  • Couverture de la traduction allemande du Feu de Barbusse, parue en 1918 à Zurich. Source : DR

  • Portrait de Mandred von Richthofen (Baron rouge). Source : English Wikipedia, photo libre de droit

  • Couverture de la traduction française de Cheval de guerre d'Ernst Johannsen. Source : DR

  • Couverture de Bunker 17
    de Karl Bröger, 1929. Source : DR Couverture du roman pacifiste
    de Paul Zech paru en 1919. Source : DR

  • Couverture de la version française de Verdun de Fritz von Unruh. Source : DR

  • Portrait d'Ernst Jünger. Source : German Wikipedia, photo libre de droit