Joséphine Baker

1906 - 1975
Foto von Josephine Baker. Quelle : www.doctormacro.com

Sie wurde am 3. Juni 1906 als Kind von Carrie McDonald und Eddie Carson geboren und wuchs in den Armenvierteln von Saint-Louis (Missouri) auf... Mit 13 verläßt sie die Familie und wird Kellnerin. Sie beginnt ihre Karriere als Tänzerin in kleinen Truppen und tritt dann der Truppe The Jones Family Bound bei, die von Washington bis Saint Louis auftritt. Mit 18 läßt sie sich in New York nieder, wo sie in verschiedenen Theatern wie den Folies Bergères und der Revue Nègre auftritt. Im Jahre 1925 tritt ihre Truppe im Théatre des Champs-Elysées in Paris auf. Die junge Künstlerin erobert das Pariser Publikum, das gerade verrückt nach Jazz ist, im Sturm. Als Kabaretttänzerin tanzt sie in einem Stück namens "la dans sauvage". Ein Jahr später leitet sie die Revues der Folies Bergères. Sie tanzt, nur mit ihrem Bananengürtel bekleidet und beginnt zu singen. 1930 singt sie im Casino de Paris, wo ihre Revue die von Mistinguett ablöst, den Schlager "J'ai deux amours". In Europa sammelt sie Erfolge: Sie wird 1931 zur Königin der Kolonialausstellung ernannt, spielt in "Zouzou" mit Jean Gabin und in "Princesse Tamtam", tritt im Casino de Paris in dem Stück "Si j'étais blanche" auf und führt 1934 "La Créole", eine Operette von Offenbach auf.

Im darauf folgenden Jahr präsentiert Josephine Baker, die inzwischen in die Vereinigten Staaten zurückgekehrt ist, ihr Stück vor einem sehr kühlen Publik. 1937 kehrt sie nach Frankreich zurück, wo sie einen Franzosen heiratet und die französische Staatsbürgerschaft annimmt.

Noch bei Kriegsausbruch tritt sie in den Folies-Bergère und im Casino de Paris an der Seite von Maurice Chevalier auf. Sie ist ihrem Wahlland treu und tritt dem Widerstand bei, wo sie im Dienstgrad des Unterlieutenants der Luftwaffe im Frauenhilfskorps des Nachrichtendienst der France Libre arbeitet. Daniel Marouani schlägt Jacques Abtey, dem Chef des militärischen Abwehrdienstes, vor, sie einzustellen. So sammelt Josephine Baker während des merkwürdigen Krieges (September 1939 und Mai 1940) Informationen von offiziellen Persönlichkeiten, die sie bei Abendgesellschaften trifft, bezüglich dem Standort der deutschen Truppen. Zur gleichen Zeit tritt sie auf der Ligne Maginot auf, um die Truppen aufzumuntern. Im Sommer 1940 läuft die Ligne Maginot über und nach Erlass der Rassengesetze von Vichy, darf sie nicht mehr auftreten. Auf einer Tournée in Begleitung von Abtey nach Portugal und Südamerika läßt sie Portugal mit Geheimtinte auf ihre Partituren geschriebene Informationen zukommen. Noch einmal führt sie "La Créole" auf, um wieder Kontakt mit Paillole in Marseille aufzunehmen, bevor Sie Abtey in Portugal, was damals noch neutral war, trifft und dann nach Nordafrika reist. Auf dem Wege nach Marokko hilft sie Solmsen, einem Kinoproduzent deutscher Herkunft und dessen Freund Fritz dabei, Frankreich zu verlassen.

 

Sie richtet sich in Marrakech ein und pflegt Beziehungen zu politischen Kreisen: Moulay Larbi el-Alaoui, der Cousin des Sultans und Si Mohammed Menebhi, sein Schwager, Sohn des früheren Großvisirs, sowie Si Thami el-Glaoui, der Pascha von Marrakech. Ab 1943 wird Josephine Baker tatsächlich Botschafterin des Freien Frankreichs. Im Frühjahr führt sie eine große Tournee durch die Maghreb-Länder, Ägypten und Maschrik durch. Bei dieser Gelegenheit wird sie offizieller Leutnant der weiblichen Hilfstruppen der französischen Luftwaffe. Diese Widerstandsbewegung von Josephine wird 1949 in einem Werk von Jacques Abtey veröffentlicht: Der Geheime Krieg von Josephine Baker, dieses wird von einem Brief des Generals de Gaulle begleitet. Die offizielle Anerkennung erfolgt am 18. August 1961: General Valin überreicht ihr das Abzeichen der Ehrenlegion sowie die französische Kriegsauszeichnung mit Palmenwedel. In zweiter Ehe heiratet sie Jo Bouillon, setzt sich für die Verteidigung der bürgerlichen Rechte ein und hilft Kriegsopfern durch die Organisation vieler Wohltätigkeitsveranstaltungen. Diese Aktivitäten werden bald wichtiger als ihre Karriere, von der sie sich 1949 zurückzieht. Sie kauft ein Schloss in Milandes, in der Region Périgord und kümmert sich um die Adoption von Waisenkindern. Als sie in finanzielle Schwierigkeiten gerät, nimmt sie ihre weltweiten Tourneen wieder auf, obwohl das Kabarett mittlerweile nicht mehr aktuell ist. Durch ihre Hartnäckigkeit gelingt es ihr 1975 noch einmal, auf der Bühne von Bobino ein Schauspiel aufzuführen, in dem sie ihre Karriere zurückverfolgt. Ein Erfolg von kurzer Dauer, da sie 4 Tage nach der Premiere durch die Folgen der Überanspruchung stirbt.

  • Portrait de Joséphine Baker. Source : www.cmgworldwide.com