Max Jacob

1876-1944
Portrait von Max Jacob. Quelle: Foto Carl van Vechten, Kongressbibliothek

Der Dichter wurde am 12. Juli 1876 in Quimper (Finistère) als Sohn einer jüdischen Familie geboren, die aus Preußen stammte. Im Jahr 1888 ändert er seinen ursprünglichen Namen Alexandre zu Jacob.

Der Sohn eines Schneiders besucht die Lycée von Quimper und bei seinem Schulantritt an der kolonialen Schule belegte er den 8. Platz bei einem Philosophiewettbewerb. Dennoch schien es nicht, als hätte er besondere Voraussetzungen für ein Leben als Künstler, das er 1897 mit seinem „Aufstieg in Paris“ begann. Er war sehr angetan vom Geist der neuen künstlerischen Ansätze. Im Jahr 1901 lernt er Picasso kennen und besucht regelmäßig die Künstler im „Bateau-Lavoir“, wo er sich 1911 niederlässt. 1903 veröffentlicht er sein Werk Histoire de Kaboul 1er et du marmiton Gauvain.

Zahlreiche seiner Werke werden von seinen Freunden illustriert: Die Illustrationen für oeuvres burlesques et mystiques du frère Matorel stammen von Derain, die für Le siège de Jérusalem von Pablo Picasso und die für Ne coupez pas mademoiselle von Juan Gris.

Im Jahr 1909 konvertiert er zum Katholizismus und feiert am 18. Februar 1915 im Kloster Sion in Paris Taufe. Picasso wird sein Patenonkel. Er war für den Wehrdienst als untauglich eingestuft und ist in den Jahren 1916 – 1917 im Ersten Weltkrieg nicht im Militärdienst im Einsatz. Er verschreibt sich dem Surrealismus, woraus das Werk Le cornet à dés entsteht.

1921 zieht er sich in das Kloster Saint-Benoît-sur-Loire zurück. In seiner Poesie als Prosa oder in Versform spiegelt sich weiterhin die Ironie und die Sensibilität Max Jacobs wieder, sowohl in der Schockwirkung der Bilder als auch in den grotesken Worten.

 

 

"Les manèges déménagent,

Ah ! Vers quels mirages ?

Dites pour quels voyages

Les manèges déménagent."

(Pour les enfants et les raffinés)

Zwischen 1921 und 1924 werden seine Werke Le Laboratoire central, La Couronne de Voltaire, Visions infernales veröffentlicht. Im Jahr 1927 kehrt er nach Paris zurück, wo das reichhaltigste literarische Leben des 20. Jahrhunderts und wahre künstlerische Schlachten stattfanden. Er bleibt dort neun Jahre bevor er nach Loiret zurückkehrt. Dort schreibt er seine Gedichte, trägt sie vor und stellt seine Gouachen in der von Christian Dior neu eröffneten Galerie aus.

Der Krieg, dem er sich 20 Jahre früher erfolgreich entzogen hatte, nimmt immer mehr judenfeindliche Züge an. 1943 wird sein Bruder Gaston deportiert. 1944 folgt die Deportation seiner Schwester Mirthé-Léa und am 24. Februar 1944 wird Max Jacob selbst verhaftet und im Gefängnis von Orléans inhaftiert. Am 28. Februar wird er in das Lager Drancy gebracht und stirbt am 5. März an einer Lungenentzündung. Er wird auf dem Friedhof von Ivry beigesetzt, bevor dann seine sterblichen Überreste am 5. März 1949 nach Saint-Benoît-sur-Loire überführt werden.

"Le Paradis est la ligne de craie

sur le tableau noir de ta vie V

as-lu l'effacer avec les diables

de ce temps ?"

(Folklore)

 

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