Château de La Hille in Montégut-Plantaurel

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Erinnerung an eine der finstersten Episoden der Geschichte des Ariège; etwa hundert jüdische Kinder zwischen 5 und 16 Jahren wurden Opfer der Vichy - Administration.

Das Schloss La Hille in Montégut-Plantaurel, in der Nähe von Pailhès, bewahrt die Erinnerung an eine der finstersten Episoden der Geschichte des Ariège. Etwa hundert jüdische Kinder zwischen 5 und 16 Jahren wurden Opfer der Vichy - Administration. Viele jüdische Kinder aus Deutschland, die nach der Kristallnacht und der Welle antisemitischer Ausschreitungen im Nazi - Deutschland zu Waisen geworden waren, flüchten nach England, Belgien und Frankreich, wo sich karitative Vereine ihrer annehmen.

 

Hundert dieser Kinder, die wegen der Offensive der Wehrmacht im Mai 1940 aus Belgien verjagt wurden, kommen nach einer sechstägigen Reise in Viehwagons in Villefranche de Lauragais und dann in Seyre an. Hier nehmen sich der Bürgermeister, der Schlossherr und das französische Rote Kreuz ihrer an. Die Lebensmittelknappheit und die winterliche Kälte 1940-1941 zwingen die Gruppe, sich in das Schloss La Hille in Montégut-Plantaurel, auf halbem Weg zwischen Toulouse und dem Fürstentum Andorra zu begeben.

 

Im Sommer 1941 werden durch Vermittlung der Gesellschaft American Friends Service Committee (Quaker) die 20 jüngsten in die Vereinigten Staaten gebracht, und zwei weitere werden durch Verwandte in Amerika gerettet.

  • Aufbruch zu einem Spaziergang

    Aufbruch zu einem Spaziergang. Quelle: membres.lycos.fr/arbrebaz/EnfantsJuifs/Enfants1.htm

  • Stele zur Erinnerung an die geflüchteten Kinder

    Stele zur Erinnerung an die geflüchteten Kinder. Quelle: www.ariege.com Die Qual der Kinder 1941-1944

  • Denkmal für die Menschenrechte

    Denkmal für die Menschenrechte. Quelle: www.citaenet.com

  • Le Château de la Hille, 1941. Source photo : United States Holocaust Memorial Museum

    Le Château de la Hille, 1941. Source photo : United States Holocaust Memorial Museum

Quelle : COHEN, Monique-Lise und MALO, Eric, Leitung, Die Lager im Südwesten Frankreichs 1939-1944. Ausschluss, Internierung, Deportation, Toulouse, Privat, 1994 - PESCHANSKI, Denis, Das Frankreich der Lager: die Internierung 1936-1946, Paris, 2002.

Im August 1942 werden die fünfundvierzig älteren von der französischen Gendarmerie verhaftet und im Lager Vernet interniert. Die Regierung der Schweiz greift ein und erreicht, dass Vichy sie frei lässt. Die Kinder versuchen nun, mit Hilfe der Direktorin und Anne-Marie Piguet (die Fluchtnetze in die Schweiz organisiert) in die Schweiz zu flüchten.

 

Diejenigen, die von den Zöllnern zurück gewiesen werden und nach La Hille zurück gekehrt sind, versuchen, über die Pyrenäen Spanien zu erreichen. Manche haben das Pech, von Schleppern an die Deutschen oder an Franco verkauft und dann deportiert zu werden. Andere gehen zum französischen Maquis. Eine Stele wurde am 17. September 2000 zum Gedenken aufgestellt, und ein Museum wurde im Schloss eingerichtet, in dem die Geschichte dieser Kinder erzählt wird.

 

Zur Erinnerung daran, dass hier Menschen aufgenommen wurden, wurde 1993 ein Denkmal für die Menschenrechte auf dem Boden der Gemeinde errichtet.


Gedenktafel des Schlosses

Die Gedenktafel, die in der Nähe des Schlosses La Hille errichtet wurde, erzählt die lange Reise der jüdischen Kinder, die vom Naziregime verfolgt und Opfer der Vichy - Administration wurden, von denen aber viele dank der Hilfe durch das Rote Kreuz und der Einwohner überlebt haben. Jacques Roth, ein ehemaliger Bewohner des Schlosses, heute Schriftsteller, ist der Autor:

"Das fünfhundert Jahre alte Schloss La Hille bot in den schwärzesten Stunden des 20. Jahrhundert etwa hundert jüdischen Kindern einen schützenden Hafen. Sie kamen aus Deutschland und waren vor den Schrecken und dem Rassenhass geflohen, die in Wellen über Holland, Belgien und einen großen Teil Frankreichs hinweg zogen. Nach ihrer Ankunft im Schloss im Jahr 1941 lebten sie dort unter dem Schutz der wohlwollenden Einwohner der Gegend und mit der Unterstützung einer Gruppe junger Schweizer, der "Hilfe für Kinder" vom Roten Kreuz der Schweiz: Maurice und Eléonore Dubois, Rösli Näf, Eugen Lyrer und Emma Ott. Diese allzu kurze Atempause endete mit den Razzien im August 1942, als die vierzig über Sechzehnjährigen von Gendarmen verhaftet und in das Lager Vernet im Ariège gebracht wurden, der ersten Etappe auf dem Weg in die Todeslager, für die sie bestimmt waren. Als Herr Dubois, der Leiter der Einrichtung, davon erfuhr, fuhr er sofort nach Vichy, wo er es schaffte, zu dem obersten Führer der Staatspolizei vorzudringen und "seine Kinder" wie auch die erwachsenen Begleitpersonen vor der Deportation zu retten. Die "Kinder aus Hille" konnten in das Schloss zurück kehren. Aber das Gefühl der Sicherheit war verloren. Ab November 1942, als die deutschen Truppen das Gebiet einnahmen, fingen die größeren, die sich wieder bedroht fühlten, an, das Schloss zu verlassen. Fünfundzwanzig versuchten, die Schweiz zu erreichen. Zwanzig von ihnen gelang es, fünf wurden verhaftet. Etwa zehn versuchten, über die nahen Pyrenäen zu entkommen, fünf kamen nicht durch. Andere wurden von Bauern der Gegend aufgenommen. Einige der jungen Mädchen kamen in einem Kloster unter. Einige schlossen sich dem Maquis an, einer von ihnen fiel unter den feindlichen Kugeln. Von den zehn Kindern aus Hille, die nach Auschwitz deportiert wurden, überlebte ein einziges. Im Lauf seiner Geschichte hat das Schloss nie einen Kampf erlebt, aber in dieser Episode wurde es Zeuge eines Sieges der Menschlichkeit über die Barbarei. Die Ehemaligen von La Hille danken ihm, wie auch den Einwohnern von Montégut Plantaurel und Umgebung."

 


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