Der Koreakrieg – 60 Jahre später: zwischen Geschichte und Gedenken

 

Der Koreakrieg bricht am 25. Juni 1950 aus und zählt zu den heftigsten Konflikten des Kalten Krieges, der die meisten Todesopfer in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts forderte.


 

Der Krieg sollte zum ersten Härtetest für die UN werden, die unter allen Umständen einen erneuten weltweiten Konflikt zu verhindern versuchte und einen entsprechenden Aufruf an die Mitgliedsstaaten für eine internationale militärische Streitkraft verfasste. Das Engagement Frankreichs, durch Beteiligung eines Bataillons aus Freiwilligen, das seine Fähigkeiten immer wieder unter Beweis stellte, ebnet den Weg für die Operation „Opex“, die die Partnerschaft mit Südkorea offiziell besiegelte.

 

 

Amerikanische Soldaten in Korea, November 1950. Quelle: US National Archives and Records Administration. Lizenzfrei.

 

 

Ende des Zweiten Weltkriegs fiel die Entscheidung, Korea temporär in zwei Besatzungszonen zu unterteilen, eine sowjetische und eine amerikanische. Die Sehnsüchte und Vorstellungen der Koreaner wurden hierbei vollkommen außer Acht gelassen und so kam es zur Teilung eines Landes, das seit dem 7. Jahrhundert vereint war. Der Kalte Krieg war gekennzeichnet von der Errichtung getrennter Einrichtungen und den gescheiterten Verhandlungen unter Leitung der sowjetisch-amerikanischen Kommission. Auch der Schlichtungsversuch der UN schlug fehl und konnte nicht verhindern, dass im Jahr 1948 die Gründung zweier koreanischer Staaten erfolgte. Trotz dem Wunsch nach Wiedervereinigung und der gemeinsamen Kampfansage kommt es am 25. Juni 1950 zum Ausbruch des Koreakriegs. Ihm ging ein langer und komplexer Entscheidungsprozess voraus, gekennzeichnet durch den äußerst umsichtig agierenden Stalin und die Entwicklung der internationalen Lage in Ostasien.

 

Sowjetische T-34 der Volksarmee Nordkoreas in Suwon, von der Luftwaffe am 7. Oktober 1950 außer Betrieb genommen. Quelle: Bundesregierung der USA, Foto lizenzfrei.

 

 

Auf Drängen der nordkoreanischen Regierung sagte die Sowjetunion Unterstützung durch eine starke Armee sowie die Bereitstellung von Flugzeugen und Panzer zu. Währenddessen verzichteten die Amerikaner auf die Unterstützung Südkoreas. Sie stellten weder Panzer noch schwere Artillerie zur Verfügung, da die südkoreanische Armee eher als Verteidigungstruppe der inneren Ordnung erachtet wurde, als dass sie als Invasionsarmee ausgestattet gewesen wäre: Washington baute auf die Unterstützung der Truppen von Syngman Rheedi (1), der sich ebenfalls zum Ziel gesetzt hatte, die Halbinsel wieder zu vereinen. Während ein Großteil der Bevölkerung die Doktrin der Linken in einem bis zu diesem Zeitpunkt noch traditionell ausgerichteten Land favorisierte, war bei den Südkoreanern bereits eine tiefe Feinsinnigkeit für den dialektischen Marxismus erkennbar.


 

In der Nordzone waren die einfache soziale Gerechtigkeit, die Aufteilung der Ländereien sowie die Agrarreform bereits ausgerufen worden. Die in Folge der Trennung der Industrie des Nordens von der hauptsächlich im Süden ansässigen Landwirtschaft entstandene Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise bietet immer mehr Nährboden für politische Diskrepanzen und gegenseitigen Groll. Hinzu kommt die äußerst brutal vorgehende Polizei, Abkömmling der japanischen Kempeitai, die für systematische Folter und ihrem unrühmlichen Hang wahllos in die Menge zu schießen, bekannt war.

 

Syngman Rhee, im Mai 1951. Quelle: Bundesregierung der USA, Foto lizenzfrei.

 

 

In Folge zahlreicher brutaler Polizeiaktionen tritt Chejudo, die größte Insel im Süden, im April 1948 in die rebellischen Kampfhandlungen ein und stellt im Oktober ein Polizeiregiment. Die Niederschlagung dieser Truppen durch die Polizei, unterstützt durch radikale antikommunistische Gruppen, häufig Flüchtlinge aus Nordkorea ohne jegliche Disziplin oder Bezahlung, machte den Weg frei für eine Reihe von Gewalttaten und Unterdrückung, sowie die Legitimierung der Regierung von Syngman Rhee.


 

Am 25. Juni 1950 marschieren die nordkoreanischen Armeen im südkoreanischen Territorium ein, was den Anfang eines langen Konflikts von „3 Jahren, 7 Monaten und 27 Tagen“ (2) einläutete, der sich bis ins Jahr 1953 ziehen sollte. Dieser Einmarsch war das weltweit schlimmste Ereignis seit der Kapitulation des Nazi-Regimes und stellte selbst die Krisen in Griechenland, dem Iran und der Blockade von Berlin in den Schatten.

 

Kim Il-seong 1946. Quelle: Korean People Journal, lizenzfrei

 

 

Der Westen und insbesondere die USA sahen in diesem Angriff weit mehr als ein erneutes Manöver von Stalin.


 


 

Tatsächlich war es so, dass der Anführer Nordkoreas, Kim II-seong bereits 1948 beschlossen hatte, Korea mit Waffengewalt wiederzuvereinen, da eine Vereinigung der koreanischen Nation mit legitimen Mitteln keine Lösung bot. Dieser Vorschlag wurde von Stalin zunächst abgelehnt. Ihm war es vielmehr wichtig, den Frieden in den Grenzgebieten zu erhalten. Durch den Sieg von Mao und die Gründung der Volksrepublik China und den erfolgreichen Bau einer Atombombe in Russland änderte Stalin jedoch seine strategischen Ziele. Die Angst vor einer Annäherung der Volksrepublik China und den USA war groß. Schließlich könnte diese laut seinen aktuellen Untersuchungen zur plötzlichen Schwächung seiner Alliierten und Gegner führen, die sich in Nordkorea gegenüberstanden.


 

Dieser Konflikt, der paradoxerweise als Bürgerkrieg zwischen zwei nicht tatsächlich existierenden Staaten mit ein und derselben koreanischen Rechtsmäßigkeit entstand, erfuhr alsbald ein internationales Interesse. Nachdem der Sicherheitsrat der UN auf der Errichtung einer „internationalen Polizeitruppe“ bestand, die unter der Schirmherrschaft der UNO stehen und von den USA angeführt werden sollte, wurden gemäß den UN-Resolutionen des Sicherheitsrates vom 27. Juni und 7. Juli 1950 große Kontingente der UN nach Korea entsandt.


 

Dies war der Beginn schwerer Konflikte, die auch als „kalter Krieg“ bekannt sind. Dieser Begriff ist jedoch nicht wirklich passend, denn es war der blutigste Krieg des 20. Jahrhunderts. Die nordkoreanischen Armeen nehmen innerhalb von nur drei Tagen Seoul ein, aus dem die meisten Bewohner bereits geflohen waren. Ende August begannen die USA mit der Verlagerung der eher schlecht ausgestatteten und bis zu diesem Zeitpunkt in Japan stationierten Truppen. Es sah jedoch eher danach als, als seien die siegreichen Armeen des Nordens, die immer weiter in den Süden vordrangen, nicht aufzuhalten. Schlussendlich gelang es jedoch den Amerikanern und Südkoreanern, sich an der Verteidigungslinie des Naktong-Flusses zu vereinen, die den Kessel von Pusan schützte. Zwischenzeitlich war es General MacArthur und dem Pentagon gelungen, den Nachschub für Truppen und Material zu organisieren, während insgesamt 16 Länder dem Aufruf der UN folgten. USA, Großbritannien, Frankreich, Belgien und die Niederlande, Australien, Neuseeland, Kanada, Südafrika, Thailand, Kolumbien und Äthiopien, Griechenland und die Türkei, die Philippinen und selbst das kleine Luxemburg leisteten im UN-Auftrag militärischen Beistand. Weitere Länder unterstützten die Aktion mit Lazarettschiffen.

 

Soldats éthiopiens avec la carabine M-1, en Corée 1953. Source : United States Army Heritage and Education Center, photo libre de droit

 

Äthiopische Soldaten mit M-1 Luftgewehr, in Korea 1953. Quelle: United States Army Heritage and Education Center, Foto lizenzfrei

 

 

Selbst Frankreich, das in Indochina bereits hohe Opfer zu verzeichnen hatte, stimmte letztendlich der Entsendung von Truppen zu. René Pleven (3) und Jean Létourneau (4) hatten verstanden, dass es für Frankreich nicht nur galt, seine internationale Position zu stärken, sondern auch militärische Solidarität und politische Präsenz zu zeigen. Nur so konnte man sich auch in Zukunft der amerikanischen Unterstützung in Indochina oder Europa sicher sein. Frankreich stimmte weiterhin der Errichtung eines „Freiwilligenbataillons“ zu.

 

Basislager der BF/UN in Kapyong. Quelle: ECPAD

 

Das in Auvours (Sarthe) für den Einsatz in Korea ausgebildete französische Bataillon der UN (BF/UN) wird unter dem Namen „Forces terrestres françaises de l'ONU“ (Französische Bodentruppen mit UN-Mandat) in die bestehende Struktur eingebunden. Es besteht aus einem erweiterten Generalstab mit Spezialisten sowie dem eigentlichen Bataillon. Das Verteidigungsministerium nutzt diese Gelegenheit, um wichtige Vergleiche anzustellen über die Qualität und Mängel der amerikanischen und sowjetischen Panzer sowie Informationen zu sammeln über strategische Taktiken der Luftwaffe oder den Kampf gegen die Kälte. Das Bataillon setzt sich zusammen aus freiwilligen aktiven Soldaten und Reservisten. Letztere wurden mit Priorität verpflichtet, da sie bereits über entsprechende Erfahrungen verfügten. Fünf Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges kamen zahlreiche Reservisten zusammen und auch der Anteil der Soldaten, die in Indochina gekämpft hatten, war hoch.

 

MacArthur le 21 août 1950, peu avant l'invasion d'Inchon. Source : Gouvernement fédéral des Etats-Unis d'Amérique, photo libre de droit

 

Während sich die freiwilligen Franzosen immer noch in Frankreich auf ihren Einsatz vorbereiten, startet General MacArthur, nachdem der notwendige Nachschub eingetroffen war, am 15. September eine Operation mit Amphibienfahrzeugen gegen Incheon, den Hafen von Seoul. Die Armeen im Kessel von Pusan hingegen gehen in die Offensive.


 

Ende des Monats war der Großteil des südkoreanischen Territoriums befreit und Präsident Rhee konnte in das vollkommen zerstörte Seoul zurückkehren. Obwohl Südkorea befreit war und trotz der Präsenz der kommunistischen Widerstandsgruppen, die den Rest der nordkoreanischen Armee durch die Operation Inchon und die Rückeroberung in die Falle lockten, wollten weder Syngman Rhee noch MacArthur dort verbleiben. Anfang Oktober beginnen die Südkoreaner mit dem Vormarsch nördlich des 38. Breitengrades. Nachdem per UN-Resolution diese Überquerung genehmigt war, wurden sie von den Amerikanern unterstützt. 

 

Evakuierung der nordkoreanischen Flüchtlinge durch die US Navy, 1952. Quelle: Bundesregierung der USA, Foto lizenzfrei. Foto lizenzfrei.

 

 

 

Den Streitkräften der UN und Südkoreas blieb nach dem Vormarsch und den massiven Angriff der Chinesen sowie den vorherrschenden Wetterbedingungen nur noch der Rückzug. Im Januar muss Seoul unter dem unnachgiebigen Druck der chinesischen Freiwilligenarmee erneut evakuiert werden. Unter dem Kommando von General Ridgway gelingt es den Amerikanern im Februar, wichtige Gebiete zurückzuerobern. Die langsame Rückeroberung des von den Amerikanern seit Frühjahr 1951 verlorenen Terrains sowie ihre Erfolge im Luftkrieg führte dazu, dass sie sich kontinuierlich wieder dem 38. Breitengrad näherten.

 

Gegenoffensive der UN, Überschreiten der Grenze am 38. Breitengrad, am 11. Mai 1952. Quelle: US National Archives and Records Administration. Lizenzfrei.


   

Die Kämpfe kommen an der Demarkationslinie zum Stillstand und der Stellungskrieg beginnt. Truman war mit der kriegerischen Gesinnung von MacArthur, die bis ans Äußerste ging, nicht einverstanden. MacArthur war ein Befürworter des totalen Krieges und lautstarker Erklärungen, die nicht immer mit den politischen Vorgaben aus Washington im Einklang standen: Schlussendlich folgte die Entlassung des Generals. Die Spannungen konnten teilweise beigelegt werden und die Kommunisten gingen darauf ein, Verhandlungen anzustrengen. Die in Kaesong und später in Panmunjom stattfindenden Verhandlungen werden durch zahlreiche Vorfälle und Unterbrechungen behindert. Nachdem die Alliierten beschlossen haben, dass alle Kriegsgefangenen das Recht auf freie Bestimmung haben, in welches Land sie zurückkehren möchten, warf die Frage nach der Rückführung der Kriegsgefangenen große Probleme auf. Mittlerweile gab es zehntausende kommunistische Gefangene, die nicht mehr in ihre ursprüngliche Heimat zurückkehren wollten. Die Gespräche werden daraufhin wiederholte Male unterbrochen.

 

B-29 der 19. Bomb Group über Nordkorea im August 1951. Quelle: Bundesregierung der USA, Foto lizenzfrei.


 

Gleichzeitig werden die Kriegshandlungen fortgesetzt. Die Amerikaner bombardieren Nordkorea und zerstören nahezu 80% der Städte und Industrieanlagen. Die Chinesen und Nordkoreaner wurden durch diese Zerstörungen stark getroffen und die Verluste waren sehr hoch. Dies veranlasste die Sowjetunion zur Unterstützung in Form von Material, Piloten und Mechanikern. Bald standen alle Einheiten in Nordkorea bereit und den Flugzeugen der UN wurde verboten, den koreanischen Luftraum zu nutzen. Die kommunistische Artillerie hingegen konnte deutlich an Macht gewinnen.
Der Koreakrieg ist der härteste Konflikt im kalten Krieg, bei dem sich die amerikanische und sowjetischen Luftwaffen mehr als zwei Jahre direkt gegenüber standen, und dies weit ab ihrer Heimat, nämlich über dem Territorium Koreas.


 


Beiden Seiten, sowohl Washington als auch Moskau, war sehr daran gelegen, das Ausmaß dieses Konfliktes zu verschleiern und der breiten Öffentlichkeit die direkten Kämpfe zu verheimlichen, um einen breitgefächerten Aufschrei der Bevölkerung zu verhindern. So wurden der Plan MacArthurs zur Bombardierung Chinas oder der Einsatz von Atomwaffen letztendlich aus strategischen Gründen verworfen. Ähnlich verhielt es sich auch mit Vorfällen, bei denen sowjetische Flugzeuge versehentlich von amerikanischen Jagdfliegern abgeschossen wurden. Auch sie wurden großteils vertuscht, da beide Großmächte eine allgemeine Ausweitung des Konflikts vermeiden wollten.

 

Sherman-Panzer M4A3E8 in Schussposition auf einem Hügel, Mai 1952. Quelle: US National Archives and Records Administration. Lizenzfrei.


 

Nach dem Tod von Stalin im März 1953 schritten die Verhandlungen deutlich schneller voran. Dem Kreml war sehr daran gelegen, gewisse Spannungen in Asien und Europa beizulegen. Im Juli wurde der Waffenstillstand von den wichtigsten Kriegsmächten unterzeichnet und beendet somit einen Konflikt, der in drei Jahren und acht Monaten zwei bis drei Millionen Todesopfer forderte.



Für das französische Bataillon mit UN-Mandat war der Koreakrieg die Gelegenheit, seine Tapferkeit unter Beweis zu stellen. In dem dreijährigen Einsatz verzeichnete diese Marscheinheit zahlreiche Siege, unter anderem in Chipyong-ni und Twin-tunnels, 1037, Putchaeteul, Crèvecoeur oder ArrowHead. Aus Expertensicht, nachgewiesen durch zwei ehrenvolle Erwähnungen des Präsidenten von Korea, drei Belobigungen von den USA und unzähligen Nennungen Frankreichs, ist das französische Bataillon der UN die am meisten ausgezeichnete Armee der Vereinten Nationen, die niemals ihre Stellung aufgegeben hatte. Trotz dieses beeindruckenden Erfolgs und dem Beitrag Frankreichs zur Lösung des Koreakonflikts und der daraus resultierenden französischen Tradition „Opex“ (5), die die Truppen in den Dienst der UN stellte, bleibt das Gedächtnis an diesen ausgezeichneten Einsatz lange Zeit verschleiert. Nach den bescheidenen Anfängen im Jahr 1948 mit der Überwachung des Waffenstillstands im israelisch-arabischen Konflikt, war der Koreakrieg eine Chance für Frankreich, sich verstärkt für UN-Operationen zu engagieren. Diese Tradition wird auch bis heute fortgeführt. 1995 war Frankreich das erste Land, das seine Streitkräfte für den Erhalt des Friedens bereitstellte und über 5.000 Soldaten (6) in die ganze Welt entsandte. Heute sind 8.800 Soldaten auf der ganzen Welt an verschiedenen Auslandseinsätzen beteiligt. Seit 2007 gibt es in Korea einen „Gedächtnisweg“ entlang sämtlicher Kampfgebiete und den wichtigsten Biwak-Stellungen der Franzosen. Dieses Projekt konnte dank einer Zusammenarbeit der Nationalen Vereinigung der Kriegsveteranen und Freunde der französischen Streitkräfte der UN ((ANAAFF/UN) und der koreanischen Vereinigung zum Gedenken der französischen Beteiligung im Koreakrieg sowie weiteren französischen und koreanischen Organisationen und Stiftungen ins Leben gerufen werden. Entlang des Weges trifft man auf die Gedenkstätte von Suwon, gewidmet dem Kommandant für Militärmedizin Jules Jean-Louis (die dritte Statue ist einem Fremden in Korea gewidmet), den Friedhof der UN in Pusan und die Gedenkstätte zum Gedenken an den Krieg in Seoul, sowie zahlreiche Säulen und Gedenktafeln mit französischen, koreanischen und englischen Inschriften, die allesamt mit dem Titel „Für die Freiheit“ an den Einsatz und die Opfer des französischen Bataillons in Korea erinnern. Im Rahmen verschiedener Zeremonien treffen sich die Studenten der Lycée français in Seoul und benachbarter Schulen zu Kundgebungen, deren Ziel es ist, Frankreich als Partner und Freund von Südkorea hervorzuheben.
 

Ein Botschafter Koreas in Frankreich ließ kürzlich verlauten, dass der Einsatz des französischen Bataillons in Korea wesentlich dazu beigetragen hat, die Beziehungen der beiden Länder seit 1886 zu intensivieren. Frankreich sei ein „natürlicher Verbündeter“ der Republik Korea, ein Ausdruck, der im Zusammenhang mit den vorherrschenden Spannungen mit dem Norden und den internationalen Verurteilungen und Sabotagen der Korvette Cheonan im vergangenen März eine deutliche Sprache spricht.

 

Volontaire du BF/ONU à l'entrée du camp, juin 1952. Source : ECPAD


 

Auch wenn die Kämpfer Frankreichs der BF/UN längst verschwunden sind, so bleibt doch eine tiefe Verbundenheit. Man spürt den Einfluss Frankreichs und eine tiefe französisch-koreanische Freundschaft. Dieser Gedächtnisweg zu Ehren der französischen Beteiligung am Koreakonflikt soll auch an die nächsten Generationen weitergegeben werden. Schließlich beleuchtet er die französisch-koreanische Freundschaft und die Waffenbrüderschaft zwischen diesen beiden Armeen. Diese Verbindung wurde 2010 im Rahmen des 60. Jahrestags des Kriegsbeginns erneut im Rahmen verschiedener Zeremonien gefeiert. Im Mai 2010 (7) wurden die nationalen und lokalen Vertreter in Korea sehr herzlich empfangen. Alle, die für die Befreiung der Republik Korea und in Paris gekämpft hatten, offizielle Vertreter Südkoreas und Kriegsveteranen hatten gleichermaßen die Ehre, die Flamme des unbekannten Soldaten erneut zu entzünden.


 


   
Anmerkungen


(1) Ehemaliger Regierungschef im Exil, im Juli 1948 erneut zum Präsident von Südkorea gewählt.
(2) siehe Kim Yòng-myòng, Koch'yò ssùn Hanguk hyòndae chòngch'i-sa (Histoire politique coréenne contemporaine révisée), Seoul, 2001, S. 82.

(3)Ratspräsident.
(4) Minister des Staatenverbundes (Französischer Verband), ehemaliger Kolonialminister.
(5)Auslandseinsätze.
(6) siehe François Léotard, "Les casques bleus français, cinquante ans au service de la paix", in André Lavier, La France et l'ONU (1945-1995), Arléa, Condé-sur-noireau, 1995.
(7) Die gemeinsam von der ANAAFF/UN und den koreanischen Behörden organisierte Reise nach Korea fand im Mai letzten Jahres statt.

 

 

Quelle: Laurent Quisefit, Historiker, Beauftragter an der Universität Paris 7 Denis Diderot, Lehramt am Centre d'études coréennes de l'EHSS. Zeitschrift „Les Chemins de la Mémoire Nr. 208“ - September 2010 für MINDEF/SGA/DMPA