Douglas Haig

1861-1928
Porträt von Sir Douglas Haig.
Quelle : L'Illustration - l'album de la guerre 1914-1919

 

Douglas Haig wird 1861 in Edinburgh (Schottland) in einer Familie von Whisky - Fabrikanten geboren. Sein Vater, John, lässt ihn klassische Fächer studieren. Nach seinem Diplom am Clifton College und Brasenose College in Oxford schreibt er sich 1864 in der Militärakademie von Sandhurst ein und tritt in das 7. Husarenregiment ein. Douglas Haig absolviert seine Grundausbildung in Indien, im Jahr 1886, wo er seine ersten Tressen erhält. Danach wird er zum aktiven Dienst in den Sudan geschickt (1898), bevor er unter dem Kommando von Generalstabschef Sir John French am Burenkrieg teilnimmt (1899-1902). Im Rang eines Oberst kehrt Haig 1903 nach Indien zurück, wo er bei Lord Kitchener verschiedene Verwaltungsaufgaben wahrnimmt (als Oberst und Generalinspekteur der Kavallerie). Da er eine besondere Eignung für die militärische Karriere zeigt, wird Douglas Haig der jüngste Generalmajor der britischen Armee, als er 1906 zum Leiter der militärischen Ausbildung im Kriegsministerium ernannt wird. Er arbeitet nun eng mit dem Staatssekretär im Kriegsministerium, R. B. Haldane, beim Aufstellen einer Territorialarmee und eines britischen Expeditionskorps (British Expeditionary Force) zusammen.

Als General eines Armeekorps im Jahr 1914 erhält er das Kommando über das 1. Armeekorps der schnellen Eingreiftruppe des britischen Heeres BEF in Frankreich und Belgien, wo er sich während der Kämpfe von Mons und Ypern auszeichnet. Nachdem er bis dahin zweiter Kommandant der britischen Streitkräfte in Frankreich unter dem Befehl von General French war, wird er nun im Dezember 1915 an die Spitze der erweiterten BEF versetzt, während French das oberste Kommando der britischen Streitkräfte erhält. Nach dem Februar 1916 drängt ihn der französische Generalstab, die Vorbereitungen für die im Sommer 1916 an der Somme geplante Offensive schneller voran zu treiben und auf diese Weise von der Front bei Verdun abzulenken. Von Juli bis November 1916 wird er mit seinen Truppen in die Schlacht an der Somme geworfen und nimmt aktiv an dem alliierten Durchbruch durch die Front auf 12 km teil, einer Operation, bei der 420 000 Angehörige der englischen Armee fallen und die ihm den Beinamen "Schlächter von der Somme" einbringt. Er ist auch beteiligt an den blutigen Angriffen um Passchendaele im Jahr 1917 (dritte Schlacht von Ypern), auf Grund derer er den Marschallstab erhält und die Pershing sagen lässt, er sei "der Mann, der den Krieg gewonnen hat".

1918 ermöglicht Douglas Haig den englischen Sieg an der Westfront (Fronten an der Somme und an der Aisne). Als Mitglied des Militärrates für den Waffenstillstand, der von Foch in Senlis zusammen gerufen wird, gibt er seine Zustimmung zu den militärischen Bedingungen eines Waffenstillstands mit den Mittelmächten. Seine verlustreichen militärischen Erfolge bringen ihm allerdings nach dem Krieg die Kritik der Politiker ein, wie z.B. von David Lloyd George, britischer Premierminister, wie auch von der britischen Presse, die den 1. Juli 1916 als "den blutigsten Tag für die britische Armee" bezeichnet. Nach der Rückkehr von der Front hat Douglas Haig bis zu seiner Pensionierung 1921 das Oberkommando der britischen Streitkräfte auf dem nationalen Territorium inne. Als er aus dem aktiven Dienst ausscheidet und den Grafentitel erhalten hat, widmet er einen großen Teil seiner Zeit den Veteranen auf dem Umweg über die Royal British Legion. Er stirbt 1928 in seiner Londoner Wohnung. Seine Bestattung wird Gegenstand einer nationalen Feier.