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Französisches Museum von Chastre

Nekropole von Chastre. Quelle: DR

Dieses Museum wurde gleich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gegründet. Es soll an die Kämpfe der französischen Armee in Wallonien im Mai 1940 erinnern

Das in den Klassenräumen einer früheren Schule eingerichtete französische Museum von Chastre in Belgien wurde gleich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gegründet, um an die Kämpfe der französischen Armee in Wallonien im Mai 1940 zu erinnern.

Das französische Museum besteht aus zwei Hauptsälen. Der erste gibt einen Überblick über den Aufmarsch der französischen, belgischen und britischen Streitkräfte im Rahmen des "Manövers an der Dijle" und berichtet über die Kämpfe des 4. Armeekorps der Ersten französischen Armee zwischen Wavre und Namur, um die deutsche Offensive in Belgien zu stoppen. Zwei Hauptphasen der Schlacht werden vorgeführt: die der Sicherung, die erste große Panzerschlacht der Geschichte unter Mitwirkung von mehr als tausend Panzern am 12. und 13. Mai; und die Sperrschlacht, ein taktischer Sieg der Franzosen ohne Folgen, mit dem Zentrum in der kleinen Stadt Gembloux. Anhand von vier großen Karten kann man den Ablauf der Operationen in der Schlacht an der Dijle nachverfolgen: auf der ersten sieht man die Aufstellung der alliierten Armeen, auf der zweiten wird die Lage am 12., 13. Und 14. Mai 1940 dargestellt. Die dritte ist den Kämpfen am 14. Mai in Gembloux gewidmet, und die vierte zeigt die militärische Lage am 15. Mai 1940. Neben diesen Karten werden die verschiedensten militärischen Objekte gezeigt, die zum Teil nach dem Ende der Kämpfe auf dem Schlachtfeld gefunden wurden: Uniformen, verschiedene Waffen, u.a. eine französische 20 mm - Panzerabwehrkanone, Munition, Ausrüstungsgegenstände der Soldaten. Plakate, historische Dokumente, Fotografien, Puppen..., all dies gibt den Kontext und die Atmosphäre der Zeit wieder.

 

Der andere Raum des Museums befasst sich näher mit der belgischen und deutschen Armee und berichtet über die Kämpfe in Belgien und den Niederlanden im Mai 1940. Die Berichte werden durch eine detaillierte Vorstellung der deutschen Einheiten, eine sehr reichhaltige Sammlung von Fotografien der feindlichen Propaganda während der Schlacht und durch verschiedene Dokumente, Waffen, Puppen und Material ergänzt. In einem Teil der Ausstellung mit dem Titel "Nach der Schlacht" ist zu sehen, wie die feindlichen Bestattungsteams die französischen Soldaten auf den Schlachtfeldern begraben haben. Nach dem Krieg haben die Belgier auf den Schlachtfeldern Verzeichnisse der Orte erstellt, an denen Soldaten begraben wurden. Außerdem haben sie eine Liste der gefundenen Gegenstände erstellt. Später wurden die Gefallenen zusammengelegt. Trotzdem wurden in den 80er Jahren immer noch Leichen von Gefallenen gefunden. Schließlich können die Besucher das Leben in Belgien unter der deutschen Besatzung mit Hilfe vieler Dokumente des täglichen Lebens kennen lernen, wie z.B. Lebensmittelkarten, Briefe von Gefangenen...

 

Nach dem Krieg hatten die französischen Behörden den Wunsch, dass die vielen Gräber der 1940 an verschiedenen Stellen des belgischen Territoriums gefallenen französischen Soldaten an einem einzigen Ort zusammen gelegt würden. Mit diesem Ziel wurde der Soldatenfriedhof von Chastre geschaffen. Der sieben Kilometer von Gembloux entfernt gelegene Friedhof wurde am 10. Mai 1970 eröffnet. Er ist Eigentum des französischen Staates und beherbergt die sterblichen Überreste der Soldaten, die nicht nach Frankreich überführt wurden.

 

Der auf einer Fläche von sieben Ar angelegte Friedhof gibt aber kein genaues Bild von der Anzahl der im Jahr 1940 auf dem Feld der Ehre gefallenen Soldaten: denn in Chastre liegen außer den über tausend in der Schlacht gefallenen französischen Soldaten, darunter 171 unbekannte und alle nordafrikanischen Soldaten (Marokkaner, Algerier und Tunesier), auch 192 Gefallene aus dem Ersten Weltkrieg und andere Soldaten, die zwischen 1940 und 1945 gestorben sind. Denkmäler, die an die Schlacht an der Dijle erinnern, gibt es auch in Jandrain, Gembloux, Saint-Gérard, Flavion, Ondaye...
 

 

Französisches Museum von Chastre

rue du Tensoul B1450 Chastre, Belgien

Tel.: 0032 81/61 31 40

E-Mail: museemai40@skynet.be

 

Geöffnet an Sonn- und Feiertagen, 14h - 18h, vom 15. Mai bis zum 30. September.

  • Musée français : ancienne école de Cortil. © DR
  • Affiche. © DR
  • Nécropole de Chastre. © DR
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    Informationen

    Anschrift

    rue du Tensoul B1450
    Chastre
    Tel. : 0032 81/61 31 40

    Wöchentliche Öffnungszeiten

    Musée ouvert les dimanches et jours fériés, 14h - 18h, du 15 mai au 30 septembre. Nécropole accessible toute l'année