Fred Moore

1920-2017
©Museum des Ordre de la Libération

Oberst (h) Fred Moore - Ehrenkanzler des Ordre de la Libération - 8. April 1920 - 16. September 2017

Fred Moore wird am 8. April 1920 in Brest geboren. Sein Vater, ein ehemaliger Offizier der Royal Navy, der 1926 die französische Staatsbürgerschaft annimmt, ist seit 1921 Kaufmann in Amiens.

Nach seinem Studium am Gymnasium von Amiens tritt Fred Moore in die Optikfachschule „Ecole Nationale d'Optique“ in Morez im Département Jura ein.

Da er zu jung ist, um einberufen zu werden, meldet er sich im Mai 1940 als Freiwilliger bei dem in Chartres stationierten Fliegerbataillon Nr. 117, kann aber seine Einheit nicht erreichen.

Er begibt sich nach Brest, wo seine Eltern und sein Bruder Zuflucht suchten, nachdem sie aus Amiens evakuiert wurden. Da er die Niederlage nicht hinnimmt, verlässt er in Begleitung seines jüngeren Bruders am 19. Juni 1940 Frankreich mit einem Segelschiff von der Bretagne aus. In England angekommen, verpflichtet er sich am 1. Juli 1940 bei den freien französischen Streitkräften unter dem Namen der freien französischen Luftwaffe (FAFL).

Da er seit 1938 Führerscheininhaber ist, wird er schließlich der 1. Zugskompanie zugeteilt, bevor er an der Expedition von Dakar im September 1940 teilnimmt.

Im Dezember 1940 wird er ausersehen, den Unterricht für Anwärter im Camp Colonna d'Ornano in Brazzaville zu besuchen. Am 14. Juli 1941 wird er zum Anwärter ernannt und nach Beirut verlegt, um den Truppen in der Levante zu dienen.

Am 1. September 1941 wird er zu den marokkanischen Spahi als Anführer des 2. Zuges der 1. Staffel der Aufklärungsgruppe des Armeekorps in Damaskus abkommandiert, wo er sich auf die Teilnahme am Libyen-Feldzug vorbereitet.

Im April 1942 gelangt er mit seiner Einheit nach Ägypten, die bald zum 1. Marschbataillon der marokkanischen Spahi wird. Er beteiligt sich nunmehr an der Spitze des 2. Aufklärungszuges an allen Feldzügen mit der 1. Staffel des 1. RMSM. Zuerst kämpft er in Ägypten, dann in Libyen.

  1943 zeichnet er sich in Tunesien aus, besonders am 6. März im Gefecht von Oued Gragour, wo er seinen Zug angesichts der Überzahl der feindlichen Panzer entschlossen einsetzt und diese zweimal aufhält. Durch diese Verzögerungsaktion ermöglicht er dem Großteil der Truppen rechtzeitig einzugreifen und dem Feind eine Niederlage zuzufügen. Im April beteiligt er sich mit der Force L von General Leclerc an den Kämpfen rund um Djebel Fadeloun.

Im Juli 1943 wird Fred Moore für eineinhalb Monate zur Ehrengarde von General de Gaulle in Algier abkommandiert, bevor er wieder zur 1. RMSM nach Marokko zurückkehrt, wo sich die 2. Panzerdivision bildet.

Am 10. April 1944 schifft er sich mit seiner Einheit in Oran mit dem Ziel England ein.

Er wird im Juni 1944 in den Rang des Leutnant befördert und landet am 2. August 1944 mit der 2. Pz.Div. in Grandcamp in der Normandie. An der Spitze des 2. Zuges der 5. Staffel des 1. RMSM - in Wirklichkeit handelt es sich um die 1. Staffel, die in die 5. Staffel umbenannt wurde - kämpft Leutnant Moor in der Normandie. Von 15. bis 29. August 1944 setzt er mit seinem Zug drei deutsche Panzerabwehrkanonen außer Gefecht, nimmt mehr als hundert Gefangene und erbeutet zahlreiches Material, wobei er im Laufe dieser Operationen nur zwei Männer verliert.

Bei der Befreiung von Paris am 25. August 1944 beteiligt er sich aktiv an der Eroberung der Militärakademie und dann, am 27. August, an der Schlacht von Dugny - Le Bourget im Département Seine-Saint-Denis.
Es folgt der Feldzug in den Vogesen, wo er am 23. September 1944 in Buriville mutig und aktiv die Straße Luneville-Straßburg in den Gefechten des Mondon-Waldes unter Beschuss nimmt und dem Feind große Verluste in Bezug auf Material und Soldaten zufügt.

Während des Elsass-Feldzugs beteiligt er sich am 20. November aktiv am Kampf um Mittelbronn vor Sarrebourg und der Befreiung von Straßburg am 23. November, anschließend an der Eroberung von Plobsheim, Krafft und Gerstheim am 28., 29. und 30. November.

Im April 1945 nimmt Leutnant Moore an den Operation an der Front von La Rochelle teil, bevor er sich nach Deutschland auf den Weg macht, wo er an den letzten Kämpfen teilnimmt.

Im April 1946 aus dem Kriegsdienst entlassen, gründet er ein Optikergeschäft in Amiens.

Nachdem Fred Moore 1950 zum Hauptmann der Reserve befördert wurde, wird er im Mai 1956 wieder in den Dienst gestellt und zum 6. Regiment der marokkanischen Spahi abkommandiert. Er dient bis November 1956 als Kommandant der 4. Staffel in Algerien.

Anschließend wird er in der Reserve im Oktober 1958 zum Staffelführer, dann 1966 zum Oberstleutnant und 1971 zum Oberst befördert. Er ist Kommandeur der 54. RID der Oise.

Am 8. April 1982 wird er zum Honorarkonsul ernannt.

Nachdem er 1958 zum Abgeordneten des Département Somme in Amiens (1. Wahlkreis) gewählt wurde, technischer Berater im Kabinett des Industrieministers (1962 bis 1964) und Mitglied des Wirtschaftsrats (1964-1966) ist, scheidet er 1969 aus allen seinen politischen Ämtern aus und widmet sich seinem Beruf als Optiker.

Von 1969 bis 1974 ist er landesweiter Vizepräsident der Optikerkammer, Verwaltungsrat von Gesellschaften und Geschäftsführer der Société Industrielle de Développement Electronique et Nucléaire (S.I.D.E.N.).

Generaldelegierter der allgemeinen Gewerkschaft der französischen Optik sowie der Eurom, dem Pendant auf europäischer Ebene, von 1977 bis 1982.

Im März 2004 wird Fred Moore zum Mitglied des Rates des Ordre de la Libération ernannt, dann per Dekret vom 11. Oktober 2011 als Nachfolger von Professor François Jacob zum Kanzler des Ordre de la Libération.

Am 16. November 2012 wird er per Dekret zum Nationalen Delegierten des nationalen Rats der Gemeinden mit dem Titel „Compagnon de la Libération“ (Kamerad der Befreiung) ernannt. Nach der Verlängerung im Oktober 2015 zieht er sich im Januar 2017 von seinen Ämtern zurück und wird am 4. Mai 2017 zum Ehrenkanzler des Ordre de la Libération ernannt. 

Fred Moore stirbt am 16. September 2017 in Paris, wo er beigesetzt ist.


• Großkreuz der Ehrenlegion

• Compagnon de la Libération (Kamerad der Befreiung) - Dekret vom 17. November 1945

• Croix de Guerre 39/45 (zahlreiche Belobigungen)

• Médaille des Evadés

• Médaille Coloniale mit den Spangen „Libyen“, „Tunesien“

• Croix du combattant Volontaire 39/45

• Croix du combattant Volontaire de la Résistance

• Officier des Palmes Académiques

• Médaille des Services Militaires Volontaires

• Médaille Commémorative des Services Volontaires dans la France Libre

• Gedenkmedaille der Operationen für die Sicherheit und zur Erhaltung der Ordnung in Algerien

• Presidential Unit Citation (USA)

• Nischan-el-Iftikhar-Offiziersorden (Tunesien)

• Offizier des Ordens Ouissam Alaouite (Marokko)

 

Veröffentlichung : « Toujours Français Libre ! », Elytis, Bordeaux 2014
ITW [P. 5] Les Chemins de la Mémoire-n°232 - Dez. 2012/Jan. 2013
 Gedächtnisstätten | Musée de l'Ordre de la Libération