Louis Franchet d'Espèrey

1856-1942
Porträt von Louis Franchet d'Esperey.
Quelle: l'album de la guerre 1914-1919. © L'illustration

Louis Félix Marie François Franchet d'Esperey wird am 25. Mai 1856 in Mostaganem als Sohn eines Kavallerieoffiziers der afrikanischen Jäger geboren. Nach Beendigung seiner Ausbildung in Saint Cyr im Jahr 1876 dient er in Nordafrika im ersten algerischen Infanterieregiment. 1881 wird er in die Kriegsakademie aufgenommen, tritt aber erst mit dem folgenden Jahrgang ein, um an der Expedition gegen die Kroumirs in Tunesien teilnehmen zu können. Nach Beendigung der Studien geht er für zwei Jahre nach Tonkin und nimmt an den Kämpfen in Lang-Son und Lao-Qay teil. Nach seiner Rückkehr nach Frankreich 1886 gehört er zum Offiziersstab und dann zum Kabinett des Kriegsministers Freycinet, bevor er zum Kommandeur eines Bataillons in Toul und später zum Kommandeur des 18. Jägerbataillons in Nancy ernannt wird. 1900 nimmt er als Kommandant der französischen Zone von Peking an dem Chinafeldzug gegen die Boxer teil. Wieder in Frankreich befehligt er zunächst das 69. Infanterieregiment in Nancy und dann die 77. Infanteriebrigade in Toul. 1903 wird er zum Oberst befördert und hat das 60. Regiment der Infanterie in Besançon unter seinem Befehl.

1912 dient der Brigadegeneral Franchet d'Esperey in der Nähe von Lyautey als Kommandant der Besatzungstruppen von Westmarokko und nimmt an verschiedenen Befriedungsoperationen in den Sektoren von Tadia, Chaouïa und im Großen Atlas teil. Zum Zeitpunkt der Kriegserklärung befehligt er das 1. Armeekorps in Lille. Während der Schlacht an den Grenzen ist er in Charleroi in Belgien und führt dann in Guise an der Oise einen siegreichen Gegenangriff gegen die deutschen Truppen durch. Am 3. September vertraut Joffre ihm die 5. Armee an, die eine entscheidende Rolle für den Sieg an der Marne spielt. Er kommandiert 1916 Heeresgruppen im Osten, dann 1917 im Norden. Im Juni 1918 löst er General Guillaumat an der Spitze der alliierten Streitkräfte im Osten ab und führt sie zum abschließenden Sieg. Seine siegreiche Offensive an der Moglena auf dem Balkan mit der bemerkenswerten Einnahme von Dobro Polje zwingt die Bulgaren, im September 1918 den Waffenstillstand zu unterzeichnen. Darauf folgt innerhalb weniger Wochen der Zusammenbruch der Türkei und Österreich - Ungarns und die Bitte Deutschlands um den Waffenstillstand.

Nach dem Ende des Konflikts leitet er als Kommandant der Besatzungstruppen in Konstantinopel bis 1920 die Operationen in der Ukraine und Bessarabien. 1921 wird General Franchet d'Esperey zum Marschall von Frankreich ernannt. Nach seiner Ernennung zum Generalinspekteur der Truppen in Nordafrika widmet er seine Zeit und sein Talent der Armee von Afrika. Unter seiner Führung werden auch die Straßen durch die Sahara gebaut, und am 19. März 1933 wird er in Gabès bei einem Autounfall schwer verletzt, als er die Möglichkeit einer südlichen Verbindung zwischen Tunesien und Marokko erkunden will. In dieser Zeit, als er als Vertreter Frankreichs an den offiziellen Feiern teilnimmt oder Missionen in Mitteleuropa oder Afrika zu erfüllen hat, beginnt er mit dem Verfassen seiner Memoiren und veröffentlich verschiedene Studien. 1934 wird er in die Académie Française aufgenommen und gründet die "Amitiés africaines" (afrikanische Freundschaften), ein soziales Hilfswerk, aus dem sich die "Dar el Askri" (Häuser der Frontsoldaten) entwickeln und das die moslemischen Kriegsteilnehmer vereinigt und ihnen hilft. 1940 zieht er sich in das Departement Tarn zurück, nach Saint-Amancet, wo er am 8. Juli 1942 stirbt. Er wird am 24. Oktober 1947 in der Krypta der Kirche Saint-Louis-des-Invalides in Paris beigesetzt. Er war Inhaber des Großkreuzes der Ehrenlegion und des Kriegsverdienstkreuzes 1914-1918.