Opfer der Zivilbevölkerung während der Schlacht um die Normandie

Saint-Lô, nach den Bombenangriffen von 1944 zu 95% zerstört, auch bekannt als Stadt der Ruinen. Quelle: Conseil Régional de Basse-Normandie / National Archives USA
Saint-Lô, nach den Bombenangriffen von 1944 zu 95% zerstört, auch bekannt als Stadt der Ruinen. Quelle: Conseil Régional de Basse-Normandie / National Archives USA

Anders als im Ersten Weltkrieg, kam es im Zweiten Weltkrieg zwischen 1939 und 1945 zu zahlreichen Todesopfern unter der Zivilbevölkerung. In Frankreich wurden zwischen 1939 und 1945 nahezu 400.000 Zivilisten getötet.

Corps 1

Bereits 1943 begannen die strategischen Bombardierungen Frankreichs durch die Alliierten, mit dem Ziel, die deutschen Einrichtungen und Firmen, die für Nazi-Deutschland produzierten, zu zerstören. Diesen Angriffen fielen Tausende Zivilisten zum Opfer.

Ab dem 6. Juni 1944 nahmen die Bombardierungen der strategischen Punkte in der Normandie weiter zu. In der Nacht vom 5. auf den 6. Juni kommt es zu systematischen Luft- und Seeangriffen auf die wichtigsten Straßen, um die Nachschubwege für die Deutschen zu verschließen.

B-24 der 15. Air Force bei der Luftverteidigung über den zerstörten Zonen, Ziel der letzten Bombenangriffe. Quelle: US National Archives

Während der Schlacht um die Normandie war auch die Zivilbevölkerung der Bombardierung von Städten, Kommunikationswegen, Hafenanlagen und Flughäfen ausgesetzt. Die heftigen Kämpfe dauerten über 2 Monate an, vom 6. Juni bis 19. August 1944. Die Zivilbevölkerung der Normandie zahlte einen äußerst hohen Preis für ihre Befreiung.

Amerikanische Panzer in Avranches (Manche), Frankreich. Quelle: Conseil Régional de Basse-Normandie / National Archives USA

Corps 2

Befreiung der Stadt Falaise, 1944. Amerikanische Soldaten feiern ihren Sieg mit einer deutschen Flagge vor einem zerstörten Panther-Panzer. 20. August 1944. Quelle: National Archives and Records Administration.

Innerhalb weniger Tage liegen Caen, Lisieux, Pont-l'Evêque, Vire, Falaise, Avranches, Valognes, Alençon, Argentan und Flers in Schutt und Asche. Das Leiden in der Normandie endet im September durch den Abwurf von 12.000 Tonnen Bomben, die Le Havre zerstören.

Luftansicht der Stadt Vire nach der Bombardierung vom 6. Juni, die Kirche Notre-Dame ist das einzige Gebäude, das inmitten der Ruinen erhalten bleibt. Quelle: Conseil Régional de Basse-Normandie / National Archives USA

Insgesamt kamen nahezu 20.000 Zivilbürger der Normandie in den Kämpfen zu Tode, die meisten infolge von Bombardierungen und weitere 300.000 erlitten schwere Verletzungen. Die Opfer und Zerstörungen infolge der Landung der Alliierten und den Befreiungskämpfen sind überall zu finden: entlang der Loire (Nantes, Tours), an der Küste der Bretagne (Brest, Lorient, Saint-Nazaire), an den Atlantikküsten, insbesondere in Royan sowie in Nordfrankreich (Lille, Amiens, Dünkirchen).

Saint-Lô, nach den Bombenangriffen von 1944 zu 95% zerstört, auch bekannt als Stadt der Ruinen. Quelle: Conseil Régional de Basse-Normandie / National Archives USA

Besonders schwer betroffen von den Kämpfen waren die Städte Le Havre (1.770 getötete Zivilisten), Caen (1.741), Rouen (883), Saint-Lô (400) und Falaise (350). Die größten Verluste, proportional an den Einwohnerzahlen gemessen, hatte die kleine Gemeinde Evrecy in Calvados zu verzeichnen. Von 460 Einwohnern wurden 62 getötet.