Paul von Hindenburg

1847-1934
Feldmarschall von Hindenburg. Quelle: l'album de la guerre 1914-1919. © L'illustration

Hindenburg entstammt einer preussischen Militärsfamilie und wurde am 2. Oktober 1847 in Posen (heute Poznan) als Sohn des Robert von Beneckendorff und von Hindenburg, Leutnant im 18. Infanterieregiment, und seiner Ehefrau Luise Schwickart, geboren. Ab 1859 tritt er in die Kadettenanstallt von Wahlstatt ein und wechselt später nach Berlin. Leutnant im 3. Garde-Regiment zu Fuß, nimmt er im Österreichisch-Preussischen Krieg 1866 an der Schlacht von Rosberitz und Königgräz teil. Ebenfalls Teilnahme am Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871, in Saint-Privat, und im August an der Belagerung von Paris. Am 16. Januar 1871 ist er bei der Reichsproklamation im Schloss von Versailles anwesend. 1873 wird er zur Kriegsakademie und dann zum Generalstab abkommandiert. 1878 ist er Hauptmann im Generalstab des 2. Armeekorps in Stettin und wird 1881 in den Generalstab der 1. Division in Königsberg versetzt. 1884 ist er Kompaniechef im Regiment Nr. 58. Er wird zum Major ernannt und der Aufmarschabteilung des großen Generalstabs, unter Leitung des Grafen von Schlieffen zugewiesen. 1890 wird er Abteilungschef im Kriegsministerium.

Hindenburg wird 1893 zum Oberst befördert und als Kommandeur des 91. Infanterie-Regiments nach Oldenburg versetzt. 1896 wird er zum Generalmajor befördert und als Chef des Generalstabs des VIII. Armeecorps nach Koblenz versetzt. Er wird 1900 zum Generalmajor ernannt und kommandiert die 28. Division in Karlsruhe, bevor er 1903 als kommandierender General des IV. Armeecorps nach Magdeburg versetzt wird. 1911 scheidet er aus dem Militärdienst aus. Am 23. August 1914 wird er als Kommandeur der 8. Armee einberufen. Er stoppt die russische Offensive in Ostpreussen: im August 1914 mit dem Sieg über Samsonov in der Schlacht von Tannenberg, im September über Rennenkampf in der Schlacht an den Masurischen Seen. Im November 1914 ist er Oberbefehlshaber der Ostfront. Die von 1914 bis 1916 in Polen und Litauen errungenen Siege machen den Feldmarschall zu einem Nationalhelden und bestimmen ihn im August 1916 als Nachfolger von Falkenhayn in der obersten Heeresleitung. Von Ludendorff unterstützt, übernimmt er die Leitung der militärischen Unternehmen an allen Fronten. Er setzt auf eine defensive Stellung im Westen und lässt viele befestigte Stellungen anlegen (Siegfriedstellung). Es konzentriert die militärische Aktion an der Ostfront gegen Rumänien und Russland, unterstützt Österreich an der italienischen Front und betreibt einen uneingeschränkten U-Boot-Krieg. Neben der militärischen Autorität üben Hindenburg und Ludendorff ebenfalls einen großen politischen Einfluss aus und betreiben im Juli 1917 den Rücktritt von Bethmann-Hollweg, der mit bestimmten Aspekten der Kriegsführung von Hindenburg und Ludendorff nicht einverstanden ist. Die Wiederaufnahme 1918 der deutschen Offensiven an der Westfront endet mit einem Niederschlag. Die Alliierten, unterstützt von amerikanischen Einheiten, drängen die deutschen Truppen unerbitterlich zurück. Hindenburg bewegt die deutsche Regierung zum Gesuch des Waffenstillstands. Er wird im Juli 1919 aus dem Militärdienst entlassen und veröffentlicht im darauffolgenden Jahr seine Memoiren "Aus meinem Leben". Er wird 1925 zum Präsidenten der deutschen Republik gewählt und 1932, als Gegenkandidat zu Adolf Hitler, den Hindenburg ein Jahr später zum Reichskanzler ernennt, wiedergewählt. Hindenburg stirbt am 2. August 1934 in Neudeck in Ostpreussen.