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Das Museum des Gesundheitsdienstes der Streitkräfte

Chapeau

Das während des Krieges von 1914-1918 im Militärspital Val-de-Grâce gegründete Museum des Gesundheitsdienstes der Streitkräfte zeigt die Geschichte der Militärmedizin. Es vermittelt den Besuchern ein besseres Verständnis für seine Grundlagen und verschiedenen Aufgabenfelder.

Die Sammlung Debat im Museum des Gesundheitsdienstes der Streitkräfte. © Museum des Gesundheitsdienstes der Streitkräfte
Texte

Das Museum des Gesundheitsdienstes der Streitkräfte wird offiziell 1916 unter dem Namen Documents et Archives de guerre (Kriegsdokumente und -archive) gegründet. Es hat seinen Ursprung in der während des 19. Jahrhunderts von den Ärzten des Dienstes zusammengetragenen Sammlung in einer Anatomiepraxis. Es werden große Mittel mobilisiert, um alle Objekte und Dokumente zu vereinen und aufzubewahren, die ins künftige Museum kommen. Professor Jean Aurélien Octave Jacob, Chirurgieprofessor aus Val-de-Grâce und künftiger Direktor der Fachhochschule von Val-de-Grâce, ist mit der Organisation der Einrichtung beauftragt. Fachleute kommen in Val-de-Grâce für die Gründung der Einrichtung zum Einsatz: Ärzte, Bibliothekskonservatoren und Museumskonservatoren.

Das Museum wird am 2. Juli 1916 feierlich eröffnet. Es umfasst vier Bereiche: das anatomisch-klinische Museum, eine Dokumentargalerie, ein historisches Museum und schließlich eine Bibliothek und Archive, die völlig neue Teile sind.

Die in den 1990er-Jahren vollständig renovierte Einrichtung wird zum Museum des Gesundheitsdienstes der Streitkräfte in Val-de-Grâce und befindet sich in den Galerien des Kreuzgangs. Das entschieden moderne Museum versteht sich als Geschichtemusum, das für die moderne Welt offen ist und viele verschiedene Themen behandelt: die Gesundheitsversorgung der Streitkräfte, den Aufschwung der Kiefer- und Gesichtschirurgie, die psychiatrische Forschung, die Unterwasser- sowie Luft- und Raumfahrtmedizin, den Kampf gegen Giftgas, humanitäre Aktionen, die Versorgung der Bevölkerung, die Gründung medizinischer Fakultäten oder von Pasteur Instituten, den Kampf gegen große Übersee-Endemien und gegen Infektionskrankheiten in Ballungsgebieten oder exotische Infektionskrankheiten sowie Fortschritte in der Hygiene.

Das Museum steht allen als Ort der Erinnerung, Aufbewahrung und Forschung offen. In den letzten beiden Jahren wurden ein pädagogischer Dienst und ein Kommunikationsdienst geschaffen. Der Empfag des Publikums wurde ebenfalls neu organisiert und es wurden große Bauarbeiten rund um die Sammlungen gestartet.

Die Besucher können im Kreuzgang zwei Studienausstellungen erkunden. Die erste befasst sich mit Alphonse Laveran, dem ersten französischen Nobelpreisträger für Physiologie und Medizin. Sie eröffnet den Zyklus der vom Museum angebotenen Studienausstellungen. Dieser Militärarzt widmete sein Leben der Forschung gegen Malaria und exotische Krankheiten. 1880 entdeckt er in Constantine das Hämatozoon, den Parasiten, der für die Malaria verantwortlich ist. Der Nobelpreis, den er 1907 erhält, sollte seine gesamte Arbeit auf dem Gebiet der Parasitologie krönen. Die zweite Ausstellung ist eine Würdigung der Comtesse du Luart, die für ihre Aktionen bei den Verwundeten bekannt ist. Die Comtesse errichtet ihr erstes mobiles Lazarett während der Schlacht um Frankreich im Mai-Juni 1940. Mit ihrer großzügigen Handlung schafft, finanziert und leitet sie dieses Lazarett und rettet in unmittelbarer Nähe der Linien viele Verwundete. Diese Militäraktionen bringen ihr die höchsten Auszeichnungen und die Ehrenmitgliedschaft beim 1. Kavallerieregiment der Fremdenlegion ein.

2021 präsentierte das Museum zwei temporäre Ausstellungen. Die erste, die bis 3. Oktober 2021 gezeigt wurde, widmet sich der Beteiligung des Gesundheitsdienstes der Streitkräfte am Kampf gegen Malaria, früher und heute. Diese Infektionskrankheit stellt als erste weltweite Endemie heute immer noch eine große gesundheitliche Herausforderung auf internationaler Ebene dar. Das Personal des Gesundheitsdienstes der Streitkräfte, das gegen diese Geißel eingesetzt war, spielte eine bedeutende Rolle und setzt sich weiterhin für die Betreuung der militärischen und zivilen Opfer, die Eindämmung seiner Ausbreitung und seine endgültige Beseitigung ein. Die Ausstellung Photographie et médecine – saison 1 – 1915-1918: une commande photographique holt ab 16. November 2021 einen Teil der unbekannten Fotobestände des Museums des Gesundheitsdienstes der Streitkräfte vor den Vorhang.


Auteur
Michèle Périssère - Chefkonservator des Kulturerbes, Museum des Gesundheitsdienstes der Streitkräfte

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