Turm von Yser

Turm von Yser. Quelle: IJzertorenmuseum Diksmuide

 

Der Turm von Yser wurde zu Ehren der flämischen Soldaten errichtet, die während dem Ersten Weltkrieg für ihr Land gestorben sind.

 

Ein Denkmal für den Frieden

Der Turm Yser in Dixmude, Belgien, errichtet zum Gedenken an die flämischen Soldaten, die während dem Ersten Weltkrieg gefallen sind, ist das größte Mahnmal für den Frieden in Europa. Es beherbergt ein Museum und eine Kapelle.

 

 

 

Am 4. August 1914 dringen die feindlichen Gruppen in Belgien ein. Trotz des Widerstands, den die belgische Armee den deutschen Eindringlingen entgegen setzte, war dieser Vorstoß der heftigste seit der Schlacht um die Marne.

Am 10. Oktober bedroht der Fall von Anvers die Alliiertenfront: Die Befehlshaber entscheiden sich zum Bau einer Front entlang der Yser, beginnend in Dexmude bis hin zum Meer. Diese Linie sollte dann entsprechend gehalten und verteidigt werden.

Dieses Flachland wird zum Schauplatz einer der letzten Bewegungen des „Vormarsches in Richtung Meer“. Vom 18. bis 26. Oktober 1914 stehen sich die beiden Armeen gegenüber und die Angriffe nehmen kein Ende. Mit dem Ziel, den Durchbruch an der Front zu verhindern, entscheiden sich die Alliierten und König Albert 1. von Belgien am Ende des Monats, einen Teil des Flachlands zu überschwemmen, um den Vormarsch der Deutschen endgültig zu stoppen. Diese Entscheidungsschlacht im Oktober 1914 wird immer mehr zur Hochburg der flämischen Gedenkstätten der Nachkriegszeit.


 

Bereits zu Beginn des Konflikts verkündigt König Albert seine Erklärung zur „Nationalen Armee“, mit der er die wallonische und flämische Bevölkerung auffordert, unter der vereinten Flagge Belgiens zu kämpfen: „Erinnert euch Flamen an die Schlacht der goldenen Sporen“. Dieser Aufruf wurde von vielen Soldaten als stillschweigende Bestätigung der flämischen Identität und der Anerkennung der niederländischen Sprache verstanden. Während den vier Kriegsjahren kommt es jedoch zu erneuten Spannungen unter den Gemeinden. Die Mehrzahl der frankophonen Offiziere kommunizieren in Französisch, während die flämischen Soldaten dieser Sprache nicht mächtig sind.
Befehle wurden aufgrund von sprachlichen Differenzen nicht richtig verstanden, was vielen Soldaten das Leben kostete.

Am Ende dieses Konfliktes betrug die Anzahl der flämischen Opfer 70%. Unter den Soldaten entstand eine Frontbewegung, die einen offenen Brief an den König verfassten – die letzte Verfügung von Yser. Diese Maßnahme wird als Gründungsakt für das politische Gedenken angesehen, das in den folgenden Jahrzehnten folgen sollte. Zum Gedenken an die gefallenen flämischen Soldaten wurden ab 1920 jährliche Wallfahrten organisiert sowie eine Gedenkstätte eingerichtet: Am 24. August 1930 wird der auf einem Kreuz stehende Turm von Yser eröffnet, bevor er während eines Attentats im Jahr 1946 zerstört wurde. Fünf Jahre später erfolgt die Errichtung eines Tor des Friedens mit der Inschrift „Pax“, das neben der Turmruine erbaut wurde.


 

Erst 1965 wird ein neuer Turm eröffnet. Seine Gesamthöhe beträgt 84 m. Die an der Turmspitze angebrachten Initialen „AW-WK“ stehen für: „Alle für Flandern, Flandern für Christus“ In den vier Hauptsprachen Europas (Niederländisch, Französisch, Englisch, Deutsch) ist außerdem die Inschrift „Nie wieder Krieg“ zu lesen. Die dem Frieden gewidmete Gedenkstätte, der Turm von Yser, diente hauptsächlich als Ort für Gedenkfeiern zu Ehren der während dem Ersten Weltkrieg gefallenen flämischen Soldaten. Später wird er zur Hochburg der nationalistischen Bewegung Flamens.


1997 wird die gesamte Stätte sowie die Krypta, die als letzte Ruhestätte für neun flämische und einen wallonischen Soldaten dient, vollständig renoviert. Auf einer Gesamtfläche von 4 ha befindet sich der so genannte „Gang der Hoffnung“. Hierbei handelt es sich um die Nachbildung eines Durchgangs, der von den Infanteristen für den Rückzug von der Frontlinie diente – und der vom Besucher eingesehen werden kann. Im Innern des Turms bietet das Museum Ijzertoren oder auch Museum des Turms von Yser genannt, auf 22 Stockwerken verschiedene temporäre Ausstellungen sowie weitere Ausstellungen über das „Leben unterhalb der Front“, „Der Schlamm“, „Kunst an der Front“, „Tiere während des Krieges“...

Die Dauerausstellung zeigt die Geschichte der beiden weltweiten Konflikte sowie der Konflikte zwischen zwei Kriegen. Zwei Stockwerke sind der Geschichte Flanderns gewidmet. Im Erdgeschoss befindet sich eine Kapelle mit Fenstern von Eugeen Yoors und Yan Wouters sowie ein Saal für die Dauervorführung des Films „Frieden ist nicht durch Gewalt zu erreichen“. Führungen und pädagogische Maßnahmen stehen regelmäßig zur Verfügung. Ende der 90er Jahre erlangte das Museum internationales Interesse und wurde Teil des Internationalen UN-Museumsnetzwerks für den Frieden. Anfang 2004 wird das Museum um die Bereiche ethnischer und kultureller Minderheiten erweitert, die sowohl die heutige Situation Flanderns widerspiegeln als auch den Wünschen der Soldaten von 1914 gerecht werden: Dem Respekt vor Partikularismus.


 


Turm von Yser

VZW Ijzertorenmuseum Ijzerdijk 49 8600 Diksmuide (Belgien)

Tel. +32 051 / 50 02 86

 

 

  • La tour de l'Yser. © IJzertorenmuseum Diksmuide
  • La tour de l'Yser. © IJzertorenmuseum Diksmuide
  • Visite de la tour de l'Yser. © IJzertorenmuseum Diksmuide
  • La tour de l'Yser. © IJzertorenmuseum Diksmuide
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    Informationen

    Anschrift

    Ijzerdijk 49 8600
    Diksmuide
    Tél. 051 / 50 02 86

    Gebühr

    Erwachsene: 7 € Gruppe (+20 Pers.) :5 € +65 Jahre: 5 € Jugendliche (-26 Jahre): 1 € Kostenloser Eintritt für Kinder (0 – 6 Jahre) Tour mit Wächter 1 Std.: 25 € Führung 2 Std.: 50 €

    Wöchentliche Öffnungszeiten

    Zugänglich an allen Tagen: Ausgenommen die ersten drei Wochen nach den Weihnachtsferien.