18. Juni

Fotomontage: Bilder ©Fondation de la France Libre
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Nationaler Gedenktag an den historischen Aufruf durch General de Gaulle zur Verweigerung der Niederlage und Fortsetzung des Kampfes gegen den Feind.

Artikel: Der Mont Valérien, Nationale Gedenkstätte besonderer Bedeutung

 

Corps 1

Geschichtliches

Am 10. Mai 1940 marschieren die deutschen Truppen in den Niederlanden und in Belgien ein. Die Niederlande kapitulieren am 15. Mai und Belgien am 27. Mai, während die britischen und französischen Truppen nördlich der Linie Boulogne-Sedan in die Falle gehen. Vom 5. bis 12. Juni wüten die Kämpfe an der Somme und der Aisne. Mussolinis Italien nutzt die Gelegenheit und erklärt den Alliierten am 10. Juni den Krieg. Am 12. Juni kommt es zum Zusammenbruch. Paris, das zur offenen Stadt erklärt wird, entdeckt die deutsche Vorhut am 14. Juni. Die Regierung von Paul Reynaud zieht sich, entschlossen den Kampf fortzusetzen, einen Tag später nach Bordeaux zurück.

Der am 1. Juni 1940 vorübergehend zum Brigadegeneral beförderte Charles de Gaulle, der in politischen Kreisen für seine zwischen 1932 und 1937 als Generalsekretär für Verteidigung ausgeübten Funktionen bekannt ist, wird einige Tage später zum Unterstaatssekretär der Landesverteidigung ernannt. Er wird daher vom Ratspräsidenten beauftragt, den britischen Premierminister Winston Churchill zu treffen, um die Fortsetzung des Kampfes zu organisieren. Denn Letzterer hat sich von Jean Monnet überzeugen lassen, einen sofortigen Zusammenschluss der französischen und der britischen Regierung vorzunehmen. Diese Allianz soll die beiden Länder gegen Deutschland verbinden und die Gefahren direkter geheimer Verhandlungen zwischen den beiden Mächten abzuwenden. Als de Gaulle am Abend des 16. von seiner Mission mit dem Vertragstext für die französisch-britische Union zurückkehrt, erfährt er vom Rücktritt der Regierung Reynaud und beschließt, wieder nach England zu fahren. Am 18. Juni 1940 rief General de Gaulle über die BBC die Franzosen auf, sich gegen die Niederlage zu wehren und den Kampf mit ihm in Großbritannien innerhalb der Freien Französischen Streitkräfte fortzusetzen. Umgeben von Freiwilligen, die sich ihm im Exil angeschlossen hatten, bildete er die Grundlagen für eine Alternative zum Regime von Vichy und dessen Politik der Kollaboration mit Nazideutschland: das Freie Frankreich.

Auszug aus dem Aufruf vom 18. Juni 1940 von General de Gaulle über Radio London (BBC):

„Ich, General de Gaulle, derzeit in London, lade die französischen Offiziere und Soldaten, die sich mit oder ohne Waffen auf britischem Territorium befinden oder dorthin kommen, sowie die Ingenieure und Arbeiter der Waffenindustrie, die sich auf britischem Territorium befinden oder dorthin kommen, ein, sich mit mir in Verbindung zu setzen. Was auch immer geschehen mag, die Flamme des französischen Widerstandes darf nicht erlöschen und wird auch nicht erlöschen. Morgen, wie heute, werde ich von Radio London aus sprechen.“

Fragen des Gedenkens

Seit 2005 wurde der Aufruf vom 18. Juni von der Unesco in die Liste des Weltdokumentenerbes aufgenommen, in der seit 1997 Dokumente des dokumentarischen Erbes der Menschheit zu deren Erhalt erfasst sind. Die Eintragung, die gemeinsam vom Institut national de l'audiovisuel (INA, Frankreich) und der British Broadcasting Corporation (BBC, Vereinigtes Königreich) vorgeschlagen wurde, betrifft vier Dokumente, die als wichtigste Zeugnisse des Ereignisses gelten: das Manuskript des Textes des am 18. Juni im Radio ausgestrahlten Aufrufs, die Radioaufzeichnung des Aufrufs vom 22. Juni, das Manuskript des Plakats vom 3. August und das Plakat selbst.

Seit 10. März 2006 ist der 18. Juni per Dekret der „Nationale Gedenktag an den historischen Aufruf durch General de Gaulle zur Verweigerung der Niederlage und Fortsetzung des Kampfes gegen den Feind“ und seither Teil des Kalenders der jährlichen Gedenkfeiern. Dieser Tag ist Anlass für Gedenkfeiern im gesamten Staatsgebiet. Die Feiern in Paris finden am Mont Valérien statt.