Sir Winston Leonard Spencer Churchill

1874-1965
Winston Churchill mit seinem berühmten „V“ für „Victory“, am 5. Juni 1943. Quelle: Imperial War Museum Collections. Lizenzfrei.

Blenheim, 30. November 1874 - London, 24. Januar 1965

 

Winston Churchill ist ein britischer Staatsmann, der aus einer der größten britischen Adelsfamilien abstammt, den Herzogen von Marlborough.

Der am 30. November 1874 geborene Winston Churchill besuchte zunächst nur mittelmäßige Schulen, bevor er dann im Jahr 1893 auf die Militärschule Sandhurst wechselte und 1896 als 20. Bester von 130 Absolventen die Schule abschließt.

Er kämpft in Kuba gegen die Spanier und ist später in Indien und im Sudan im Einsatz, wo er 1898 an der Seite von General Kitchener im Einsatz ist. Während dem zweiten Krieg von Boers in Südafrika gerät er 1899 in Gefangenschaft, kann jedoch entkommen. Diese haarsträubende Geschichte wird von der nationalen und internationalen Presse begeistert aufgegriffen. Halb Offizier und halb Journalist verfasst er sehr lebendige und ausdrucksstarke Artikel, die allseits geschätzt sind und die ihm 1900 die Türen in das Unterhaus öffnen.

1900 wird er von der konservativen Partei ins Parlament gewählt. Dieses verlässt er 1904 wieder, um sich den Liberalen anzuschließen, bei denen er eine brillante politische Karriere beginnt: 1905 wird er zum Unterstaatssekretär für die Kolonien ernannt, 1908 folgt das Amt des Handelsministers und 1910 wird er zum Innenminister ernannt.

1908 lernt er seine Ehefrau Clémentine Hozier kennen, mit der er fünf Kinder zeugt.

1911 wird er im Alter von 37 Jahren Erster Lord der Admiralität (Marineminister). Diesen Posten behält er bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs inne.

1915 bereitet er eine französisch-britische Seeexpedition gegen die Türkei vor, die seinerzeit mit den Deutschen eine Allianz bildete. Seine Ziele sind die Besetzung der Meerenge von Dardanelles und die Wiederaufnahme der Gespräche mit Russland. Die Landung in Gallipolli im Frühjahr 1915 wird jedoch zum regelrechten Desaster, die ihn sein Regierungsamt kostet und seiner Karriere einen deutlichen Knick beschert. Ohne zu zögern dient er an der französischen Front und übernimmt das Kommando über das 6. Bataillon der Royal Scots Fusiliers. Lloyd George ruft ihn jedoch erneut in den Regierungsdienst und übergibt ihm zunächst das Munitionsministerium und später das Kriegsministerium (1917) und das der Luftfahrt (1918 bis 1921). 

Nach dem Misserfolg der Liberalen im Jahr 1922 verliert Churchill seinen Sitz als Abgeordneter. Also tritt er wieder in die konservative Partei ein, die nicht nachtragend war und ihn 1924 als Finanzminister einsetzte (zuständig für Finanzen und Kunstschätze).

In den 30er Jahren versucht er mehrfach jedoch vergeblich vor der Bedrohung durch Hitler-Deutschland zu warnen.

Während Chamberlain 1938 das Münchener Abkommen unterschreibt, verkündet er: „Sie haben die Wahl zwischen Krieg und Unehre; Sie haben sich für die Unehre entschieden und somit auch für den Krieg“.

Im September 1939 wird Churchill erneut zum Ersten Lord der Admiralität ernannt. Nach dem Rücktritt von Neville Chamberlain am 10. Mai 1940 wird er Premierminister von Großbritannien. Er erweist sich sodann als wahrhaftiger Kriegsherr, der fest entschlossen ist, seinem Land den Sieg zu bescheren. Während seiner Antrittsrede verkündet er vor dem Unterhaus, dass er dunkle Tage im Kampf um England sehe: „Ich kann nichts anderes versprechen außer Blut, harte Arbeit, Schweiß und Tränen“.

Im Alter von 66 Jahren ist Churchill erstmals an der Spitze der Macht und diese Position hält er bis zum Ende des Konflikts inne. Seine Rolle ist für die Erhaltung der Moral der Engländer von äußerst hoher Bedeutung. Der Mann mit den bissigen Reden, der Zigarre und dem V für Victory wird zum Symbol des britischen Widerstands gegen die Nazis. Er ist es, der die Evakuierung des Brückenkopfs von Dünkirchen organisiert. Er autorisiert de Gaulle seinen berühmten Befehl vom 18. Juni zu erteilen. Er appelliert während dem Kampf in England und dem Blitzkrieg mit Beständigkeit an das britische Volk („nie zuvor in der Geschichte der Kriege haben so viele Männer so viel geleistet wie diese kleine Anzahl“, Debatte im Unterhaus am 20. August 1940) und er macht den Sieg zu einer nicht verhandelbaren Bedingung.

Schon immer war er ein großer Verfechter der Kooperation mit Frankreich, selbst dann, wenn die Beziehungen zum Leiter des Freien Frankreich häufig sehr hitzig waren. Dennoch fehlte es beiden Männer nicht an gegenseitigem Respekt. Gleichzeitig zögert er nicht, die Flotte Frankreichs in Mers el-Kébir zu versenken, um zu vermeiden, dass diese in die Hände der Achsenmächte gerät. Als überzeugter Anti-Kommunist reicht er Stalin die Hand, als Russland am 22. Juni 1941 von Deutschland angegriffen wird. Kurz darauf unterzeichnet er jedoch mit Roosevelt im August 1941 die Atlantikcharta.

Seine Politik verfolgt stets nur ein einziges Ziel: Widerstand gegen die Nazis und die Bekämpfung von Hitler, wobei er maßgeblich zum Sieg der Alliierten beitrug.

Nach Kriegsende versucht Churchill Roosevelt näher mit Russland zusammenzubringen. Dennoch kann er auf der Konferenz von Jalta (Ukraine) die Aufteilung Europas zwischen der Sowjetunion und den Amerikanern nicht verhindern.

 

1945 wird er von der Labour Party für die Wahlen aufgestellt. Churchill wird Vorsitzender der konservativen Opposition, die seit 1946 den Eisernen Vorhang anprangert und auf die Bedeutung von Commonwealth und den Sonderbeziehungen mit den USA pocht.

Nach seiner Rückkehr in das Amt des Premierministers im Jahr 1951 übergibt er sein Amt 1955 an Anthony Eden. Seine letzten Lebensjahre widmet er sich der Malerei und der Literatur.

Im Jahr 1953 wird Sir Winston Churchill der Nobelpreis für Literatur verliehen und er ist Autor zahlreicher Werke, darunter seine Kriegsmemoiren (1948 – 1954), ein kostbares Zeugnis seiner außergewöhnlichen Beharrlichkeit in den dunkelsten Zeiten Großbritanniens und der freien Welt.

Am 24. Januar 1965 erleidet er in London einen Hirnschlag und stirbt im Alter von 90 Jahren.

  • Churchill dans son uniforme de sous-officier des Hussards, en février 1895. Source : Wikimedia Commons. Libre de droit.

  • Churchill portant un casque lors d'un raid aérien d'avertissement dans la bataille d'Angleterre en 1940.
    Source Library of Congress. Libre de droit

  • Winston Churchill à la Conférence de Yalta, au côté de Roosevelt et Staline, en février 1945.
    Source : Gouvernement fédéral des États-Unis d'Amérique. Libre de droit