Die Nachrichtendienste im Krieg

Die Nachrichtendienste im Krieg

Le colonel Passy, chef du BCRA, photographié en Bretagne en 1944

Die vom Historischen Dienst der Verteidigung aufbewahrten Bestände ermöglichen eine gleichzeitige Beleuchtung der Organisation und Tätigkeit französischer als auch deutscher Nachrichtendienste während des Zweiten Weltkriegs. Neben den Basisdokumenten (offiziellen Texten, Organigrammen), Tätigkeitsberichten und Protokollen von Missionen setzt sich der Bestand aus Dokumenten zusammen, deren Art an die Handlungs- und Untersuchungsmethoden der Spionageabwehrstellen erinnert (Protokolle von Verhören, Aufzeichnungen abgehörter Telefongespräche, abgefangene Dokumente). Es ist auch möglich, die Nachrichtendienste anhand jener gegenseitigen Informationen zu studieren, welche die einen über die anderen gesammelt haben. Diese Bestände enthalten also zahlreiche Informationen über die deutschen Dienste, wie zum Beispiel die Akten der Sonderabteilung Deutschland der Direction générale des études et des recherches (Generaldirektion für Studien und Forschung, DGER), deren Aufgabe darin bestand, den Schlachtplan der Abwehr und der SIPO-SD zu rekonstruieren. Die Dienste beobachteten sich gegenseitig, versuchten, die Geheimnisse ihrer jeweiligen Praktiken zu entschlüsseln. Selbst wenn das BCRA seine Gegner studierte, so wurden auch die französischen Dienste ihrerseits aufmerksam von ihren deutschen „Kollegen“ beobachtet. Dies bezeugen gewisse Dokumente des Besatzers, die bei Kriegsende konfisziert und in die Bestände aufgenommen wurden.