Entrée en guerre des États-Unis en 1917

13. Juni 1917, General Pershing trifft in Boulogne ein
Corps 1
Der Kriegseintritt der Vereinigten Staaten 1917 Bei Kriegsausbruch, am 3. August 1914, erklärt Woodrow Wilson, Präsident der Vereinigten Staaten, die strikte Neutralität und die Wahrung der nationalen Einheit der USA. Denn einer von vier Amerikanern wurde im Ausland geboren oder hat Familienangehörige in den gegnerischen Blöcken. Die deutschen Provokationen zu Beginn des Jahres 1917 machen allerdings die amerikanischen Hoffnungen auf die Herbeiführung eines Friedens durch Verhandlungen zu nichte.
Corps 2


In wirtschaftlicher und finanzieller Hinsicht ist die amerikanische Neutralität jedoch rein theoretisch, denn je länger der Krieg wütet, umso mehr nimmt die Entente die amerikanische Hilfe für die Versorgung mit Energie, Rohstoffen, Industriegütern und Lebensmitteln in Anspruch. (1) Die USA werden ebenfalls zu ihrem größten Kreditgeber (2). Als Gläubiger von Frankreich und Großbritannien unterstützen die USA den Sieg der Ententemächte ohne eigener direkter Kriegsbeteiligung. 1916 hat Wilson seine Wiederwahl zum Präsidenten vor allem seinem Wahlversprechen der Nichteinmischung zu verdanken, sein Slogan lautete "wir halten Amerika aus dem Krieg heraus". Und doch kämpfen bereits freiwillige amerikanische Soldaten auf französischem Boden: in Kampfeinheiten wie der Fremdenlegion oder in der Fliegerstaffel "La Fayette". Diese überwiegend aus reichen und abenteuersuchenden Piloten bestehende Einheit zieht rasch das Interesse der Amerikaner auf sich, und im Januar 1918 wird sie in die amerikanische Luftwaffe integriert. Bis dahin kommen 267 Einsätze, darunter 180 an der Front, und 199 Siege auf ihr Konto. Weitere Amerikaner dienen als Sanitäter, so im Amerikanischen Krankenhaus von Neuilly-sur-Seine, das gleich nach den ersten Kampftagen Kriegsverletzte jeder Nationalität aufnimmt. In den vom Sanitätsdienst der französischen Armee bereitgestellten Räumen richtet es eine "Ambulance" (Militärkrankenhaus) ein, kümmert sich um den Transport der Verletzten und leistet medizinische Versorgung mit - für damals - modernster Technik.

Am 16. Januar 1917 verfasst der deutsche Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Arthur Zimmermann, ein Telegramm an den deutschen Botschafter in Mexiko, worin er ein Bündnis zwischen Mexiko und Deutschland gegen die USA vorschlägt. Als Gegenleistung verspricht er eine finanzielle Unterstützung und die Rückgabe der im Krieg 1846-1848 verlorenen Gebiete von Texas, Neumexiko und Arizona. Die Briten fangen dieses Telegramm ab und veröffentlichen es am 1. März 1917 in der amerikanischen Presse; die Öffentlichkeit reagiert mit großer Empörung darauf. Am 31. Januar 1917 nimmt Deutschland wieder den "uneingeschränkten U-Boot-Krieg" auf, der achtzehn Monate zuvor nach der Versenkung der Lusitania und der Androhung amerikanischer Vergeltung eingestellt worden war. Der Kaiser möchte die Versorgung Großbritanniens und Frankreichs abschneiden und diese Staaten in die Knie zwingen, damit sie um Frieden bitten. Unter Missachtung des Völkerrechtes greifen deutsche U-Boote nun auch amerikanische Cargos und Schiffe neutraler Länder ohne Vorwarnung an. Die amerikanische Handelsflotte wird bedroht und darüber hinaus die gesamte Wirtschaft Amerikas, die wegen der hohen Nachfrage der Ententemächte Hochkonjunktur hat. Am 1. Februar 1917 bricht Wilson die diplomatischen Beziehungen zu Deutschland ab, in der Hoffnung, es damit von seinen Vorhaben abzubringen, doch vergebens. Am 13. März erhalten die Handelsschiffe die Erlaubnis, sich mit Kanonen zu bewaffnen. Am 19. März ereignet sich das Unvermeidliche: die Deutschen versenken die Viligentia. Am 20. März erklärt sich Wilson zu einem bewaffneten Vorgehen gegen Deutschland bereit. Am 2. April 1917 fordert er vom Senat die Abstimmung über die Kriegserklärung. Am 6. April 1917, um 13.18 Uhr, beschließt der Kongress den Krieg mit 373 Stimmen gegen 50. Präsident Wilson erklärt daraufhin: "Amerika darf sein Blut darbringen für die Prinzipien, denen es seine Geburt verdankt..."

Die USA treten also in den Krieg ein, um die Achtung des Völkerrechtes zu sichern; es fehlen ihnen allerdings die Mittel zur Kriegsführung. Obwohl die USA 103 Millionen Einwohner zählt, besitzen sie lediglich eine kaum 200 000 Mann starke Berufsarmee, die ihre Kampferfahrung in Auseinandersetzungen mit Indianern, philippinischen Rebellen, den kubanischen Spaniern und den mexikanischen Revolutionären um Pancho Villa gesammelt hat. Diese Soldaten sind kaum in der Lage, einen weit entfernten Konflikt durchzustehen, der einen massiven Einsatz fordert. Die Armee verfügt nur über 285 000 Gewehre, 1 500 Maschinengewehre, 550 Kanonen und 55 überalterte Flugzeuge, Panzer fehlen ganz. Allein die US Navy ist modern: 14 Super-Panzerkreuzer Dreadnoughts, 250 Zerstörer, 36 U-Boote, qualifiziertes Personal, von denen 80 000 Seestreitkräfte am Krieg teilnehmen. Unter dem Kommando von Admiral Sims erfüllt diese Flotte erfolgreich ihre Aufgaben, d.h. der Truppentransport nach Europa und die Abwehr der U-Boote. Für die Alliierten findet der Kriegseintritt der Amerikaner zum richtigen Zeitpunkt statt: Der russische Zar hat abgedankt und die Zukunft Russlands, wo Chaos und revolutionäre Unruhe herrscht, ist ungewiss. Soziale Spannungen, das Ende der Union sacrée (heilige Union), die blutige Niederlage der Nivelle-Offensive im Sektor des Chemin des Dames und die Meutereien an der Front geben Anlass zur Besorgnis. Die Meldung über den amerikanischen Kriegseintritt kommt gerade richtig. Sie gibt den Männern wieder Hoffnung und den Regierenden Zuversicht, "mit der Zeit den Feind zu schlagen". General Pétain, dem die Befehlshabe über eine durch die Strategie "nach vorwärts und kämpfen um jeden Preis" ausgelaugte französische Armee anvertraut wird, kann im Frühjahr 1917 verkünden, dass er "die Amerikaner und Panzer" erwartet. Eine französische Delegation, die Mission Joffre-Vivianie, benannt nach dem Sieger der Marneschlacht und dem Vizepräsidenten des Rates, verweilt vom 24. April bis zum 15. Mai in den Vereinigten Staaten und ist betraut, die Öffentlichkeit "für sich einzunehmen" und die militärische Unterstützung der Vereinigten Staaten präzise festzulegen.

Der trotz der Opposition mancher Demokraten für diese "andere Form der Sklaverei" am 18. Mai 1917 verabschiedete Selective Service Act schafft die Konskription der männlichen Bevölkerung im Alter von 21 bis 30 Jahre und gestattet, die Stärke der Streitkräfte von 200 000 Männern im Februar 1917 auf vier Millionen Soldaten im November 1918 aufzustocken. Joffre wird sehr positiv empfangen und unterzeichnet mit seinen amerikanischen Amtskollegen einen Vertrag über die Mittel und die Methoden des Einsatzes. Er lässt die Schaffung einer US-Armee in Frankreich zu, als legitimer Ausdruck des patriotischen Stolzes, und erreicht als Gegenleistung die Verschickung eines Expeditionscorps (Spezialeinheit) ab Monat Juni. Frankreich stellt dazu die Ausbilder, die Geschütze, Flugzeuge und Panzer bereit.

Am 13. Juni 1917 landen in Boulogne-sur-Mer unter freudiger Begrüßung der Bevölkerung 177 Amerikaner, darunter General John Pershing, Oberbefehlshaber des Expeditionscorps, und Lieutnant Patton. "Mit ihren Uniformen aus olivgrünem Tuch, ihren breitrandigen Filzhüten, ihren Gürteln mit vielen Taschen, sahen sie aus wie junge Cowboys aus dem amerikanischen Westen und brachten in unser Kriegsdekor eine neue, bislang unbekannte pittoreske Note", schreibt die Zeitung L'Illustration. In den darauffolgenden Wochen vermehrt Pershing offizielle Treffen und Präsentationen. Am 28. Juni ist er in Saint-Nazaire beim Eintreffen der 1. D.I.U.S. Am 4. Juli, dem amerikanischen Nationalfeiertag, verharrt er in stillem Gedenken am Grab des Marquis La Fayette, auf dem Picpus-Friedhof von Paris. Bei diesem Anlass spricht Colonel Stanton den berühmt gewordenen Satz aus: "La Fayette, nous voilà!" (La Fayette, hier sind wir) und löst in der um das Grab versammelten Menschenmenge eine große Begeisterung aus. Am 21. August inspektiert er zusammen mit Pétain die 1. D.U.I.S. Am 6. September ist er in Chaumont (Haute-Marne), seinem späteren Hauptquartier. Ende Oktober wird der Division ein Sektor in der Nähe von Toul und Lunéville zuerteilt, wo die Truppen die Feuerprobe erleben und ihre ersten Gefallenen beklagen.

Um in knapp 18 Monaten über zwei Millionen Soldaten, Tonnen von Ausrüstung, Munition, Waffen und Versorgung jeder Art ins Land zu bringen, legen die Amerikaner in Frankreich Lager, Häfen und Bahnhöfe an. General Pershing wählt Saint-Nazaire (Loire-Atlantique) als Landebasis. Hier treffen am 26. Juni 1917 die ersten Schiffe eines in New York abgelegten Konvois mit 14 750 Männern ein. Am 9. August wird in Bassens in der Gironde ein zweiter amerikanischer Stützpunkt angelegt und im September beginnen die Arbeiten in Pontanézen, in der Nähe von Brest, für die Errichtung einer richtigen Stadt, gedacht als Zwischenstation für 70 000 amerikanische Soldaten, bevor sie an die Front kommen. Mit jedem landenden Soldaten trifft ebenfalls eine Tonne Material in Frankreich ein. In Bassens legen die Amerikaner einen künstlichen Hafen an, in dem 20 Schiffe gleichzeitig anlegen und gelöscht werden können. Bald verbinden sie ihre Häfen und Lager mit Schienenstrecken, die bis Is-sur-Tille (Côte-d'Or) führen und über Bourges und Tours laufen. In Gièvres (Loir-et-Cher) wird ein riesiger Regulierungsbahnhof eingerichtet. Er besteht aus zwei Rangierbahnhöfen mit 145 Hektar Lagerfläche, ein Treibstofflager, eine Kältefabrik, ein Arsenal für Munition, eine Werkstatt mit 200 Lokomotiven... Im November 1918 liegt die amerikanische Mitarbeiterzahl der Eisenbahn bei über 30 400 Personen für einen Bestand von 14 000 Wagen und 1 380 Lokomotiven.

Der Rhythmus der Truppeneinschiffung beschleunigt sich und die Anfangs November präsenten Sammies von 78 000 wächst mit dem amerikanischen Expeditionscorps am 31. Dezember auf fast 150 000 Soldaten auf französischem Boden. Ein Jahr später werden es zwei Millionen sein. 1917 ist das Jahr, in dem die Vereinigten Staaten ihre Kriegsmaschine einrichten. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte mischen sie sich in einen Konflikt von weltweitem Ausmaß ein und behaupten sich als Großmacht.

Sammies, Doughboys und GI's Die amerikanischen Soldaten, die 1917 auf dem alten Kontinent landen, werden mit Bezugnahme auf "Onkel Sam", dem Symbol des väterlichen Amerikas, "Sammies" genannt oder auch "Doughboys". Dieser Spitzname reicht in den Sezessionskrieg zurück und spielt auf die Form der Jackenknöpfe an, die einem Krapfen glichen (englisch "Doughnut"). Im Zweiten Weltkrieg, 25 Jahre später, setzt sich als Bezeichnung für den amerikanischen Infanteristen in Anlehnung an das Etikett auf seiner Uniform GI durch: "Government Issue" (in deutsch "von der Regierung ausgegeben").

Die amerikanischen Indianer und die schwarzamerikanischen Truppen in Frankreich 17 313 gemusterte und eingezogene Indianer werden 1917 Soldaten der Vereinigten Staaten von Amerika, und 14 000 von ihnen gelangen nach Europa an die Westfront. Sie dienen nicht in formierten Einheiten, sondern an Sonderposten, wie Patrouillengänger in der Infanterie oder Fernmelder im Signal Corps.

Währenddessen die Indianer, die die amerikanische Staatsbürgerschaft nicht besitzen, in weißen Einheiten eingegliedert sind, erleiden die Schwarzen, trotz ihrer amerikanischen Staatsbürgerschaft, die Segregation und werden schwarzen Regimentern zugewiesen. Im Ersten Weltkrieg dienen 370 000 schwarze Amerikaner und hoffen, durch ihre Kriegsteilnahme das Ende der Rassentrennung in ihrem Land herbeizuführen. Doch Pershing verweigert die Integration in seinen Truppen und ist mit ihrer Übernahme durch französische Truppen einverstanden. Der dunkelhäutige Sammy erhält die Ausrüstung und die Bewaffnung des Poilu. Der heldenhafte Einsatz der Indianer - mehrere werden mit dem Kriegskreuz ausgezeichnet - führt dazu, dass den Natives ab 1919 die amerikanische Staatsbürgerschaft zugesprochen wird, selbst wenn sie weiterhin als Bürger zweiten Ranges betrachtet werden.

Die amerikanischen Gedenkstätten in Frankreich In der Zeit zwischen den Kriegen hat das War Department in Frankreich große Kriegsgräberstätten und gewaltige Gedenkstätten angelegt. Die Pflege, die Bewachung und der Fortbestand der Nekropolen und föderaler Monumente ist der 1923 gegründeten American Battle Monuments Commission anvertraut, dessen erster Präsident General Pershing ist. Die Amerikaner errichten in der Nähe der einstigen Kampfhandlungsorte oder ihren früheren Einrichtungen imposante Monumente, darunter die Gedenksäule von Montfaucon und das Memorial von Montsec in der Meuse und die Säule von Fismes in der Marne. Viele dieser Gedenkstätten werden im Zweiten Weltkrieg beschädigt, aber dann wieder aufgebaut. Auf dem französischen Staatsgebiet befinden sich sechs Nekropolen, die die Reste von 30 066 Amerikaner, darunter 1 586 unbekannter Soldaten, aufnehmen: Aisne-Marne in Belleau und Oise-Aisne in Fère-en-Tardenois (Aisne), Meuse-Argonne in Romagne-sous-Montfaucon (Meuse), Saint-Mihiel in Thiaucourt (Meurthe-et-Moselle), Somme in Bony (Somme). 1 541 im Krankenhaus von Neuilly verstorbene Amerikaner ruhen in der Nekropole von Suresnes.

Notizen: (1) Der Anteil der USA in den französischen Importen steigt von 10% im Jahr 1913 und 848 Millionen Francs auf 30% im Jahr 1916 und 6776 Millionen Francs. (2) 2,3 Milliarden Dollar, wohingegen die Mittelmächte "nur" 26 Millionen Kredite bei den USA aufnehmen.