François Bazaine

1811-1888
Porträt von François Achille BAZAINE.
Quelle : Wikipedia, libre de droit

Marschall von Frankreich (Versailles, 13. Februar 1811 - Madrid, 23. September 1888)

 

Der Sohn von Pierre Dominique und Marie Madeleine Josèphe genannt Mélanie Vasseur, François Achille Bazaine, tritt 1831 in die Armee ein, nachdem er die Aufnahmeprüfung zur Ecole Polytechnique nicht bestanden hat. Er dient in der Fremdenlegion in Algerien und kämpft von 1835 bis 1838 in Spanien gegen die Carlisten, um dann nach Algier zurück zu kehren, wo er den Distrikt von Tlemcen leitet. 1840 wird er Oberst in der Legion. Bazaine zeichnet sich im Krim - Krieg aus. Auf Grund seines Mutes wird er in den Rang eines Generalmajors erhoben. Er führt die französischen Truppen bei der Kinburn - Expedition im Jahr 1859, wird in Melgrano verwundet und hat einen nicht zu unterschätzenden Anteil an der Schlacht von Solferino, nach der er das Großkreuz der Ehrenlegion erhält. Als Mitglied des Kontingents der Legionäre in Mexiko von 1862 bis 1867 nimmt er 1863 Puebla ein und löst schließlich General Foyer an der Spitze des Expeditionskorps ab. Er zwingt den mexikanischen Präsidenten, Benito Juárez, in den Untergrund zu gehen. Seine Qualitäten als Kommandeur werden anerkannt, und er wird 1854 Marschall.

Nachdem seine Frau sich das Leben genommen hat, heiratet er 1865 eine Mexikanerin aus einer wohlhabenden Familie, die dem abgesetzten Präsidenten nahesteht und ihn dazu bringt, gegen Kaiser Maximilian von Habsburg zu intrigieren. Angesichts der amerikanischen Intervention wird das französische Expeditionskorps zum Rückzug gezwungen; Bazaine bleibt bei seinen Leuten, bis sie 1867 in Vera Cruz wieder an Bord gehen. Obwohl er bei seiner Rückkehr nach Frankreich bei Napoleon III. in Ungnade gefallen ist, verhilft ihm seine große Popularität dazu, dass er 1869 das Kommando über die kaiserliche Garde und 1870 über das dritte Armeekorps der Rheinarmee erhält. Die deutsche Armee, die in der Überzahl, besser ausgerüstet und ausgebildet ist, überrennt schnell die Armee des Empire. Nach der Niederlage von Spichern beschließt Bazaine, eine strategische Stellung einzunehmen. Seine Erfahrung aus den Kolonien ist allerdings nicht hilfreich. Der unentschiedene und ängstliche Marschall lässt sich in Metz (am 18. August) von Constantin von Alvensleben einschließen, der die Festung zwei Tage lang von zwei Einheiten angreifen lässt. Die angeforderten Verstärkungen lassen auf sich warten. Hin- und hergerissen zwischen der Pflicht zum Gehorsam gegenüber einer Hierarchie, ständig seine Entscheidungen ändernd, die an eine Macht gebunden sind, an die er nicht mehr glaubt, und an den Wunsch, sich auf die Seite derjenigen Macht zu schlagen, die "Frankreich von sich selbst befreien soll", beschließt Bazaine, auf die Armee von Marschall Mac-Mahon aus Châlons zu warten. Nach der Kapitulation Napoleons III. in Sedan (2. September) versucht er, sich als Vermittler Frankreichs anzubieten und verliert seine Zeit mit Verhandlungen darüber mit Kaiserin Eugénie, bevor er schließlich am 27. Oktober 1870 gezwungen ist, sich bedingungslos zu ergeben. Die Deutschen nehmen 140 000 Soldaten der Rheinarmee gefangen.

1873 wird er nach einem Untersuchungsverfahren durch Séré de Rivière vor ein Kriegsgericht unter Leitung des Herzogs d'Aumale gestellt und zur militärischen Degradierung und zum Tode verurteilt. Er wird von dem damaligen Präsidenten der Republik, Mac-Mahon, begnadigt und für zwanzig Jahre auf der Insel Sainte-Marguerite interniert, von der er in der Nacht vom 9. auf den 10. August 1874 flüchtet. Er geht nach Spanien und zieht nach Madrid, wo er die Achtung der Regierung von Alfonso XII. gewinnt. In seinen letzten Lebensjahren schreibt er die "Épisodes de la guerre de 1870 et blocus de Metz" (Episoden des Krieges von 1870 und Belagerung von Metz) (1883), worin er seine Haltung rechtfertigt.

 

  • François Achille Bazaine. Campagne du Mexique. Tableau de Jean-Adolphe Beauce. Source : wikipedia, libre de droit

  • Prison de Bazaine. Source : SHD