Nationalfriedhof (Nécropole Nationale) von Thil

Meurthe-et-Moselle

Quelle: MINDEF/SGA/DMPA-ONACVG

(Meurthe-et-Moselle)

 

Nebenlager (Kommando) des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof 
 
 
Vor Ort zu besichtigen:
 
- Gedenktafel, die von Frédérique Neau-Dufour für die Gräberstadt realisiert wurde
 
- Von der Gemeinde Thil errichteter Gedenkparcours
 
 
In der Nähe:
 
Natzweiler-Struthof, das einzige Konzentrationslager auf französischem Boden, ist heute dem Publikum zugänglich und präsentiert im Centre européen du résistant déporté die Geschichte aller Menschen, die sich gegen die Besetzung durch die Nazis gewehrt hatten. 

 

 

15 km von Longwy entfernt wurde die Gräberstadt von Thiel auf dem Areal des ehemaligen Nebenlagers (Kommando) des KZ Natzweiler-Struthof errichtet. Im November 1946 wird die über dem im Originalzustand erhaltenen Krematorium errichtete Krypta eingeweiht. Sie enthält ebenso die Asche der Deportierten, ein Modell des Lagers und Gegenstände, die an die Deportation erinnern. 1984 wird die Krypta zur nationalen Nekropole erklärt.
 
 
 
Thil, Kommando des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof.
 
 
 
Im August 1943, nach der Zerstörung der Herstellungsanlage für Geheimwaffen (V1 und V2) in Peenemünde (Deutschland), beschließen die Deutschen, ihre Produktionsstätten zu zerstreuen und unter die Erde zu verlegen.
 
 
 
Die ehemalige Eisenmine Tiercelet in Thil wird ausgewählt, ebenso wie andere Orte (Dora, Ebensee), um Fabriken einzurichten. Die Organisation Todt wird mit den Bauarbeiten beauftragt, die Ende 1943 beginnen. Eine Schar von Zwangsarbeitern aus Nordafrika, Russland, der Ukraine, Polen, Jugoslawien und Ungarn trifft im Gebiet ein. Die Arbeiter sind in den Lagern Errouville und Morfontaine in der Nähe von Thil interniert, wohin sie jeden Tag per Bahn gebracht werden.
 
 
 
Ende März 1944 kommen 1.600 Russen und Ukrainer (1.200 Männer und 400 Frauen) in Errouville an. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen sind erschreckend. Zahlreiche Todesfälle werden gemeldet. Die Leichen werden entweder eingegraben oder unter offenem Himmel verbrannt. Arbeitslose Minderjährige sowie vom STO eingezogene Personen ergänzen den Bedarf an Arbeitskräften.
 
 
 
Am 1. Juni 1944 wird vor Ort ein Nebenlager des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof geschaffen. Dies ist in zweifacher Hinsicht ungewöhnlich: Während sich das Hauptlager Natzweiler-Struthof im vom Dritten Reich annektierten Elsass befindet, ist das Nebenlager Thil das einzige auf dem Boden des besetzten Frankreichs. Ungefähr zwanzig Männer des KZ Natzweiler kommen, um die Selbstverwaltung der Gefangenen zu gewährleisten. Sie werden in den Baracken untergebracht, die zuvor von den Zwangsarbeitern errichtet worden waren.
 
 
 
Am 20. Juni 1944 werden 500 Juden, die aus dem KZ Auschwitz kommen, mit Bauarbeiten im Außen- und Innenbereich beauftragt: Erdarbeiten, Flächenversiegelung, Transport und Installation der Maschinen, die am Bahnhof von Thil ankommen. Gleichzeitig errichten die Insassen neue Baracken. Innerhalb des Lagers wird ein Verbrennungsofen installiert (Datum unbekannt). Er stammt aus einer Tierkörperverwertungsanlage in Villerupt. Es scheint, dass er dazu diente, die Leichname der Deportierten des Kommandos, aber ebenso jene der Gefangenen von Errouville zu verbrennen.
 
 
 
Ein zweiter, aus ungarischen Juden bestehender Konvoi trifft am 7. Juli aus dem KZ Neuengamme ein. Sie werden von den anderen Insassen abgeschottet und müssen sich vor allem um die Bedienung der Maschinen kümmern. Die auf Grund ihrer speziellen fachlichen Kenntnisse ausgewählten beiden Konvois jüdischer Gefangener bestehen hauptsächlich aus Metallarbeitern. Sie müssen zunächst Bauarbeiten verrichten und werden anschließend der Produktion der V1 und V2 zugeteilt. Sie haben eine Sonderstellung unter den Insassen von Thil, werden abseits der anderen untergebracht und nicht gleichzeitig mit ihnen evakuiert. Sie bilden ein „Minette“ genanntes Spezialkommando.
 
 
 
Das wirkliche Ausmaß der Produktion ist ungewiss, scheint aber von geringer Bedeutung zu sein. Diese Verlagerung einer Produktionsstätte nach Westen erscheint angesichts der Tatsache, dass die Alliierten vorrücken, seltsam: Wurden die militärischen Ereignisse falsch eingeschätzt? Wahrscheinlicher ist, dass der schwerfällige bürokratische Weg die seit längerem geplante Verlagerung nicht verhindern konnte.
 
 
 
Am 1. September 1944 geben die Nazis angesichts des Vorrückens der alliierten Truppen den Befehl, das KZ Natzweiler zu evakuieren. Alle Nebenlager westlich des Rheins sind davon betroffen. Am selben Tag verlassen 557 Männer des Kommandos Thil den Ort in Richtung Koblenz. Unterwegs werden sie in das Nebenlager Kochendorf umgeleitet. Die 300 Spezialisten des zweiten Konvois fahren einige Tage später in Richtung des KZ Dora ab.
 
 
 
Insgesamt sind während der kurzen Existenz des Kommandos Thil ungefähr vierzig Deportierte gestorben.
  • Source : MINDEF/SGA/DMPA-ONACVG

  • Source : MINDEF/SGA/DMPA-ONACVG

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    Informationen

    Anschrift


    Thil

    Zusammenfassung

    Accès :

    Südöstlich von Longwy; D 26

    Superficie : 2 035 m²
    Nombre de corps : Beinhäuser: nicht bestimmbar
    1939-45 : Sterbliche Überreste Unbekannter.

    Eléments remarquables

    Krypta-Beinhaus; Denkmäler für die Deportierten von 1939 – 1945. Sterbliche Überreste Unbekannter.

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