Fort Villey-le-Sec

Site du fort de Villey-le-Sec. Source : http://www.villey-le-sec.com

Das zur Festungsanlage Toul gehörende Dorf Villey-Le-Sec ist im modernen französischen Festungswesen das einzige französische Dorf, das vollkommen innerhalb einer Befestigungsanlage liegt.

Nach der Niederlage im Jahr 1870 und der Annexion des Elsaß-/Moselgebiets wurde die Verteidigung der neuen Ostgrenze auf der Grundlage des Verteidigungskonzepts von General Séré de Rivières entlang von Verteidigungsgürtel bildenden Befestigungslinien organisiert. Im Osten wurden zwei Befestigungslinien errichtet: der Verteidigungsgürtel im Departement Les Hauts de Meuse (von Verdun bis Toul) und der im Departement Haute Moselle (von Epinal bis Belfort). Dazwischen waren jeweils zwei Schneisen vorgesehen, in die sich der Feind hineindrängen sollte: Stenay (Meuse) und Charmes (Vogesen). Der Vorteil von Toul bestand darin, dass der Stützpunkt eine geographische Fortsetzung des Verteidigungsgürtels der Hauts de Meuse darstellte und dabei gleichzeitig einen wichtigen Durchgangspunkt zur Achse Paris - Straßburg bildete Die Stadt hatte unter anderem eine alte Bastionsmauer zu bieten und konnte daher schnell in den Verteidigungszustand versetzt werden. Daneben schloss sie die möglichen Breschen des Haye-Waldes und der Woèvre-Ebene. Als Eckpunkte der Befestigungsanlage Toul wurden zunächst vier Festungen geplant: Ecrouves, Domgermain, St-Michel und Villey-Le-Sec. Die Festung Villey-Le-Sec sollte die möglichen Breschen im Haye-Wald kontrollieren. Daher lag sie auf einem erhöhten Standort am rechten Moselufer, in 345 m Höhe, am Rande der Schlucht, die dieser Fluß auf seinem Weg durch das Haye-Plateau gegraben hatte.

Die Studien zum Bau wurden am 5. Dezember 1873 begonnen, und bereits der Standort barg viele Schwierigkeiten, da das Dorf den idealen Platz für die Festungsanlage einnahm. Die Lösung, das Dorf zu beseitigen, wurde zwar angesprochen, doch die Ingenieure mussten sich angesichts der Dringlichkeit der Arbeiten darauf beschränken, die Lage bestmöglich zu nutzen: Die Zerstörung des Dorfes hätte den Zeitraum der Errichtung des Bauwerks zu sehr verlängert und insbesondere die Kosten dafür zu sehr erhöht. Nichtsdestotrotz wurde das Projekt am 26. Juli 1875 begonnen, noch ehe das gesamte Gelände erworben worden war. (Das Gelände für die Batterien Nord und Süd wurde erst im Oktober erworben). Eine lange Bauphase von 4 Jahren folgte, in der Hunderte von Arbeitern unermüdlich arbeiteten. Angesichts dieser langen Zeiträume und einer vorzeitigen Krise mit den deutschen Nachbarn wurden Ende 1875 vier Redouten in Toul errichtet, und zwar in großer Eile und an Standorten, die der feindlichen Artillerie als Ausgangspunkt für die Bombardierung der Platzmitte dienen könnten. In dem uns interessierenden Sektor entstanden die Redouten Dommartin und Chaudeney (1 Km hinter der Festung Villey-Le-Sec liegend) zum Schutz des Landes. Das Fort Villey-Le-Sec wurde in seiner Gesamtheit im Jahr 1879 fertiggestellt, nur der Mougin-Geschützturm, der Turm "G", mit dessen Errichtung am 14. August 1878 die Schmiedegesellschaft Chatillon-Commentry betraut wurde, wurde erst im Jahr 1882 erbaut. Für ihn war der Bau einer schiefen Ebene und eines 203 m langen Schienenwegs erforderlich. Nun konnte das Fort eine Garnison von 1301 Männern aufnehmen, bestehend aus 37 Offizieren, 56 Unteroffizieren und 1208 Soldaten, die zur Bedienung der 36 Grabengeschütze, der 8 Mörser und der 24 Flankengeschütze erforderlich waren Villey-le-sec war eine der teuersten Anlage des Befestigungssystems. Aber man findet hier auch eine außergewöhnliche und einzigartige Einheit; da es unmöglch, war, den Bau am gewünschten Ort zu errichten, wurde das ganze Dorf befestigt und von einem Batteriegürtel umgeben. So entstand das einzige Beispiel im modernen französischen Festungswesen für ein im Innern einer Festungsanlage liegendes Dorf.
Die Festung Villey-Le-Sec ist eine Festung, die von einem Wall aus zwei vorne geschlossenen Batterien und zwei als Verbindung dienenden Gürtelelementen zur Abwehr von Infanteriegeschützen. Das Ganze wird durch eine kleine quadratische Fläche begrenzt, die als Abwehrposten mit einem zentralen Turm ausgelegt ist. Das völlig gemauerte Bauwerk konnte den damaligen Geschützen Stand halten. Dennoch wurde die Existenz der Festung wie auch die des gesamten Abwehrsystems General Séré de Rivières im Jahr 1885 mit der Entdeckung des Melinits und der Entwicklung neuer Granaten in zylindrischer Spitzbogenform, die aus Stein gebaute Festungen zerstören konnten, grausam in Frage gestellt. Dies ist die sogenannte Krise der "Torpedo-Granate". So wurde eine Reihe von Experimenten mit dem Ziel, die Festungen zu verstärken, durchgeführt; gerade war die Zeit des Beton und der Panzerungen angebrochen. Im Jahr 1888 wurden die ersten Änderungen an den Bauwerken befohlen.Villey-le-Sec bekam so ab dem 3. Juli 1890 vier Kasernen aus Spezialbeton: eine auf dem engen Platz, eine in jeder Batterie und eine im Verteidigungswall. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 150.000 Francs.
Doch diese ersten Umbauten erwiesen sich als unzureichend. So wurde auf Vorschlag der 1899 gebildeten Haute Commission des Places Fortes (HCPL - Hohen Kommission für Festungsanlagen) ein ehrgeiziges Modernisierungsprogramm für die Festung Villey-Le-Sec in die Wege geleitet. Die Arbeiten begannen am 11. Juli 1903. Der alte Eingang zum kleinen Platz wurde beseitigt und durch eine neue Betonkaserne mit Eingang auf dem Grund des Grabens ersetzt. Ab dem Winter 1905 befassten sich andere, vom Bauunternehmer Benoît Estrade durchgeführte Arbeiten mit dem Austausch der Verteidigungsplattform des kleinen Platzes durch Betonverschalungen, dem Bau betonierter Verbindungslinien und der Errichtung von gepanzerten Beobachtungsposten. Am 7. Februar wurde der für 75 Geschütze ausgelegte Turm (Nummer 10) eingeweiht. Im Jahr 1907 wird die Batterie Nord durch einen für 75 Geschütze ausgelegten Turm (Nummer 13) und einen MG-Geschützturm (Nummer 25) ergänzt; die Flanken der Geschützgräben und der Umgebungsmauer bleiben erhalten. Und ab dem Jahr 1912 wird damit begonnen, die Festung mit einer Panzerbatterie für zwei Geschütztürme für 155 Geschütze auszustatten. Die gesamten Unterbauten wurden zwar errichtet, doch aufgrund der Kriegserklärung kam es nie zum Aufbau der Türme. Die Batterie Süd wurde nie modernisiert und weist somit die Eigenschaften der ursprünglichen Festungen auf. Aufgrund ihrer Größe und der Tatsache, dass sie ein ganzes Dorf umschließt, bildet die Festung Villey-le-Sec eine außergewöhnliche Anlage. Sie ist Eigentum des Departementrates Meurthe-et-Moselle und wird äußerst professionell vom Verband "La Citadelle" unterhalten. Im Rahmen der Raumordnungspläne für die Region Boucles de la Moselle könnte sie zu einer wichtigen Touristenattraktion werden. Daher hat das Departement eine Studie eingeleitet, um darauf aufbauend einen Entwicklungsplan für das Fort de Villey-Le-Sec auszuarbeiten. Dieses Projekt genießt die völlige Unterstützung des Verteidigungsministers.
Öffnungszeiten: Vom 1. Mai bis 30. September immer sonntags und an Feiertagen ab 15.00 Uhr geöffnet Vom 14. Juli bis 15. August täglich außer montags ab 15.00 Uhr. Gruppenbesichtigung ganzjährig auf Vereinbarung. Preise : Erwachsene: 5 ? Botschafter Lothringens: 4? Kinder unter 16: 2,5 ? Gruppen (über 25 Personen): 4 ? Kontakte : Herr Régis BERGER, Vorsitzender Association La Citadelle 2 place de l'Eglise F- 4840 Villey-le-Sec Tel.: 03.83.63.90.09 E-Mail :fort@villey-le-sec.com

  • Der Festungsplan. Zeichnung: Verband "La citadelle"

  • Die Verteidigungsplattform der Batterie Nord Foto: Verband "La citadelle"

  • Eingang zur Batterie Nord. Foto: Michel Mansuy

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    Informationen

    Anschrift

    rue du Fort 54840
    Villey-le-Sec
    03 83 63 90 09

    Gebühr

    Plein tarif : 6 € Tarif réduit : 3 €

    Wöchentliche Öffnungszeiten

    Du 1er mai au 30 septembre chaque dimanche et jours fériés

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