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Des Schüler in Verdun

Chapeau

Nachdem sie das Werk von Maurice Genevoix durchgenommen hatten, besuchten die Schüler der Abschlussklasse der Berufsschule Camille Schneider in Molsheim Verdun und Les Éparges, wo der Autor von Die von 14 (Ceux de 14) gekämpft hat.

Eine Konfrontation mit der lebendigen Erinnerung der Orte.

Texte

Können Sie uns die Schritte Ihres Projekts vorstellen? Wie wurde die Arbeit organisiert?

Das Projekt startete vor zwei Jahren in der 10. Klasse. Unser Französisch- und Geschichts-/Geografielehrer, Herr Dargent, hat es uns im Rahmen der Hundertjahrfeier zum Ersten Weltkrieg vorgeschlagen. Das Projekt hat uns gut gefallen, vor allem weil wir wenig über den Ersten Weltkrieg wussten; wir wussten, dass bei uns im Elsass sehr schwere Kämpfe in den Vogesen stattgefunden haben und dass unsere Region nach dem Krieg wieder an Frankreich zurückfiel.

Im ersten Jahr haben wir eine Ausstellung mit dem Titel "Schriften und Schriftsteller des Ersten Weltkriegs" gestaltet und realisiert. Für diese Arbeit haben wir mehrere Texte von Schriftstellern, die Soldaten waren, und Zeugnisse von Poilus (Frontsoldaten), aber auch Romane neuerer Autoren über den Krieg gelesen. Wir haben auch die Festung Mutzig, eine sehr beeindruckende Verteidigungsanlage, die nach dem Krieg von 1870 von den Deutschen gebaut wurde und etwa 10 Kilometer entfernt von unsere Schule liegt. Und dieses Jahr haben Les Éparges, Douaumont und das komplett renovierte Mémorial von Verdun besucht.

Wie erfolgte die Auswahl einer Arbeit über die Schriftsteller und den Ersten Weltkrieg?

Im Lehrplan Geschichte der Abschlussklasse mussten wir das Thema "Europa, ein Gebiet voller Konflikte" und im Lehrplan Französisch das Thema "Der Mensch im 20. Jahrhundert und seine Beziehung zur Welt über die Literatur und andere Künste" durchnehmen. Der Besuch von Verdun und das Studium des Werks von Maurice Genevoix, Die von 14 - Les Éparges konnten also in unsere Lehrpläne integriert werden. Und dies entsprach auch der moralischen und staatsbürgerlichen Erziehung oder dem neuen "Parcours Citoyen", der auch die Verteidigung beinhaltet.

Bei unseren Forschungen zu diesem Thema fanden wir heraus, dass viel über diesen Konflikt geschrieben worden war und dass viele berühmte Schriftsteller teilgenommen hatten. Daraus entwickelte sich die Idee, einen Ausstellung zu realisieren.

Was nehmen Sie aus dieser Erfahrung mit und hat sie Ihren Blick auf den Krieg verändert?

Wir haben realisiert, wie viel Glück wir haben, dass wir in Frieden leben können: unsere Vorfahren mussten so viele Opfer bringen und haben viel Leid erfahren. Es ist sehr wichtig, den Frieden und die Völkerverständigung zu sichern. In unserer Region haben unsere Großeltern oder Urgroßeltern sehr stark unter den Konflikten zwischen Frankreich und Deutschland gelitten. Diese Erinnerung ist sehr wichtig. Wir waren von der Gewalt der Kämpfe überrascht.

Noch hundert Jahre später Granattrichter und völlig verwüstete Erde wie entlang der Wege bei Les Éparges oder in der Nähe der Ouvrage de Froideterre in Verdun oder auch das zerstörte Dorf Fleuryoder 16.000 aneinandergereihte Gräber vor dem Beinhaus von Douaumont zu sehen, ist sehr konkret und real. Das ist viel stärker als jeder Film zu diesem Thema oder über den Krieg im Allgemeinen.

Welche der Texte, die Sie studiert haben, haben Sie am meisten bewegt? Warum?

Die Erzählung von Maurice Genevoix oder Die hölzernen Kreuze von Roland Dorgelès sind sehr bewegend, aber mehr noch die Briefe der Frontsoldaten. Man erkennt darin ihren Alltag und vor allem den Schrecken des Krieges. Dies deutlich in dem Brief von Jules Gillet, in dem er am 19. Mai 1915 an seine Frau schrieb, wie gewalttätig und unmenschlich der Krieg sei: "Es ist schrecklich, die zerstückelten Kameraden zu sehen, ich bin mit Blut verschmiert. Camille neben mir schießt ohne Unterlass, ebenso wie alle anderen, die noch stehen. Oh welches Elende, mir ist das schlimmste Elend widerfahren, mein Bruder gefallen und in meinen Armen gestorben. Er wurde von einer Kugel in den Kopf getroffen und Du weißt, das sie nicht vergeben... Das Blut lief im aus Mund, Nase und Ohren und er starb […] Verrückt vor Verzweiflung, ohne zu wissen, was ich tat, habe ich ein Loch hinter dem Schützengraben gegraben und ihn dort mit meinem kleinen Kreuz begraben... Wenn ich zurückkomme, weiß ich, wo ich ihn finde, aber leider werden wir so enden, meine arme Frau, und ich werde Dich nie wiedersehen."


Auteur
Die Redaktion

Mehr kennen

Bibliographie

Bassoles s'en va-t'en guerre, unter der Leitung von Nicole Buresi, Chèvre Feuille Etoilée, 2015

Gedächtnisstätten

Gedenkstätte Verdun

Friedhof und Beinhaus Douaumont

Les Éparges

Ouvrage de Froideterre

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Andere Artikeln

Allocution prononcée par M. Maurice Genevoix
La Première Guerre mondiale (1914-1918)