Verteidigungssystem und Befestigungsanlagen rund um Langres

Vue panoramique de la citadelle. Source : Office de Tourisme du Pays de Langres

Das Befestigungssystem von Langres ist eine der weniger Festigungen, die feindliche Angriffe stets überstanden hat.

 

Die besonderen Merkmale der Festungen von Pays de Langres und der vier Seen sind der Grund dafür, dass der ursprüngliche Zustand dieser Bauwerke weitestgehend erhalten blieb.

 

 

Hintergrund


 

Nach Beendigung des Krieges im Jahre 1870 war Frankreich nach der Annexion von Elsass und Mosel durch das deutsche Kolonialreich seiner natürlichen Verteidigungslinien, dem Rhein und den Vogesen, beraubt worden. Die französische Verteidigung musste somit von Grund auf neu aufgebaut werden. Diese Aufgabe fiel dem für seine Genialität bekannten General Raymond Séré de Rivières zu.


 

Er war sich durchaus bewusst, dass die neu verlaufenden Grenzen große Nachteile mit sich brachten und der Feind dort nicht aufgehalten werden konnte. Somit entschied er sich für ein „Verteidigungsnetzwerk“, das die Konzentration und Beweglichkeit der Truppen begünstigen sollten. Diese an allen Enden stark gesicherten Festungen (Verdun, Toul, Epinal und Belfort) bestehen aus einer Kette von Festungsanlagen, die ein Durchkommen verhindern. Für Truppenmanöver wurden zwei große Lücken (Charmes und Stenay) frei gelassen.

Die Bauwerke boten nicht nur Halt sondern auch Möglichkeiten für eine französische Offensive oder die Kanalisierung eines deutschen Durchbruchs. Das System wurde durch großzügige Lager in zweiter Reihe (Besançon, Dijon und Langres) ergänzt. Sie dienten als sichere Stützpunkte, die zur Koordination einer Offensive oder eines strategischen Rückzugs genutzt wurden.

Die Bauphase begann 1874 und dauerte mehrere Jahrzehnte an.


 

Maßnahmen


 

Das Erbe aus der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde Mitte des 19. Jahrhunderts fortgesetzt und modernisiert: Bau der Zitadelle (1842-1860), Restaurierung der Stadtanlage (1844-1856), Baubeginn für die Forts von Bonnelle und Peigney (1869). Durch den Krieg im Jahr 1870 kam es zu einem abrupten Abbruch der Bauarbeiten. Man hatte seine Lektion aus dem Konflikt gelernt und aufgrund des schnellen Voranschreitens der Artillerie sollten die Festungsanlagen endgültig auf der vorgesehenen Länge errichtet werden. Ab dem Jahr 1874 dienten die Vorrichtungen in Langres verschiedenen Zwecken: Unterbringung einer Reservistenarmee, die sich im Umkreis von Langres gebildet hatte. Sie diente der Armee, die zur Aufgabe der Vogesen und der Franche-Comté gezwungen war, als Halt und Schutz während der Bombardierung der Stadt. Die Zitadelle stellte die Versorgung sicher, indem der Schienenverkehr beherrscht und somit nicht vom Feind genutzt werden konnte.


 

Bis im Jahr 1893 wird das Lager neu aufgeteilt; nach den ein halbes Jahrhundert andauernden Arbeiten waren über 40 weitere Bauwerke entstanden (Zitadelle, 8 unabhängige Forts, 20 Batterien und Bauten für die Infanterie, 9 unterirdische Lager, 4 strategische Schächte), die über eine 60 km lange Strecke strategisch miteinander verbunden waren.


 


Das Fort von Montlandon oder auch Mortier genannt, wurde zwischen 1883 und 1885 10 km östlich von Langres erbaut. Auf einer Fläche von 8,5 Hektar konnten 7 Offiziere und 350 Soldaten beherbergt werden. In dem mittlerweile umgebauten Fort befindet sich heute ein Landgasthof. Neben Verköstigung, Essen und Verkauf regionaler Produkte sind Sie hier herzlich eingeladen, das Fort und den Bauernhof zu besichtigen. Ein Besuch ist möglich. Das Bauwerk befindet sich in Privatbesitz.


 

Das Fort von Cognelot oder Vercingétorix wurde zwischen 1874 und 1877 erbaut und diente als Kontrollpunkt für den Eisenbahnknoten von Culmont-Chalindrey. Ziel des Bauwerks war es, einer sich auf dem Rückzug befindlichen Armee Schutz zu bieten auf dem Weg in Richtung Hochebene. Es diente weiterhin als Umkehrpunkt, um die Armeen für den Weg über den Ost- und Südostkamms des Plateaus auszurüsten und gleichzeitig diesen Weg für den Feind abzuschneiden.

8 km südöstlich von Langres befindet sich auf einer Fläche von 29 Hektar das Fort von Cognelot. Hier können 13 Offiziere und 623 Soldaten (im Kriegsfall bis zu 1.083) untergebracht werden. Das Fort war für die selbständige Versorgung ausgestattet und lagerte Vorräte für 3 Monate: Neben 100.000 individuellen Essensrationen fanden sich in den Lagern 585 Kubikmeter Wasser (6 Liter pro Mann und Tag). Führungen und individuelle Besuche sind möglich an den Sonntagen von Juli bis August, ausgenommen Feiertage; Gruppen: Ganzjährig nach Vereinbarung.


 


Das Fort von Peigney oder Constance Chlore wurde zwischen 1869 und 1875 erbaut und befindet sich 2,5 km östlich von Langres. Dieses großzügig angelegte Fort in Trapezform umfasst eine Fläche von 18 Hektar. In dieser Anlage können 8 Offiziere, 18 Unteroffiziere und über 336 Soldaten untergebracht werden. Die Waffen bestanden aus 49 Artilleriegeschützen (über 22 in Reserve). Eigentumsverhältnisse: Eigentum des Zivilschutzes.


 

Das Fort von Pointe de Diamant oder Defrance ist die kleinste Festung dieser Befestigungslinie. Gemeinsam mit dem Fort von Bonnelle gehörte es zu den Aufgaben des Forts, die westliche Hochebene zu kontrollieren. Das 3,2 km von Langres entfernte Fort wurde zwischen 1874 und 1877 errichtet. Auf der Gesamtfläche von nahezu 12 Hektar konnten 8 Offiziere, 18 Unteroffiziere, 334 Soldaten und 29 Artilleriegeschütze beherbergt werden. Eigentumsverhältnisse: Das in privatem Besitz eines Unternehmens befindliche Fort steht leer und kann nicht besichtigt werden.


 

Das Fort von Saint-Menge oder Ligniville ist integraler Bestandteil der Verteidigungslinie von Langres im 19. Jahrhundert. Das Fort Saint-Menge (oder Ligniville, Name des ersten Präfekten von Haute-Marne) befindet sich 8 km nördlich von Langres. Das trapezförmig errichtete Fort diente als Haltepunkt und bedeckte eine Fläche von 22 Hektar. Es verfügt über zwei Batterien und ein verborgen gelegenes Lager. Die Bauarbeiten für das auf einem Felsvorsprung gelegene Fort, direkt in der Einmündung des Marne-Tals, begannen im Jahr 1874. Nach der Fertigstellung im Jahr 1881 bot es Unterkunft für 19 Offiziere, 37 Unteroffiziere, 754 Soldaten und 68 Artilleriegeschütze. Eigentumsverhältnisse: Das Bauwerk befindet sich in Privatbesitz. Ein Besuch ist nicht möglich.

Obwohl die Bauarbeiten für das Fort von Bonnelle oder Décres gerade erst im Krieg von 1870 begonnen hatten, ist es das einzige Bauwerk des Verteidigungssystems von Langres, das dem feindlichen Feuer ausgesetzt war, während die Preußen im Januar 1871 den Ort umgehen mussten. Der 1869 begonnene Bau wurde nach zwei Bauphasen (1869-1875 / 1881-1885) im Jahr 1885 fertiggestellt. Dieses großzügig angelegte Fort in Trapezform umfasst eine Fläche von 18 Hektar. Die Festung bot Platz für 13 Offiziere, 50 Unteroffiziere, 610 Soldaten, 4 Pferde und 45 Artilleriegeschütze. Eigentumsverhältnisse: Eigentum der Gemeinde von Saint-Geosmes. Das Fort kann nur von Gruppen und nach Voranmeldung besichtigt werden. Kontakt: OTSI Pays de Langres.


 

Unter den 8 Festungen des Gürtels von Langres ist das Fort von Dampierre oder Magalotti nicht nur flächenmäßig das Größte, sondern auch das größte Bauwerk an sich. Das von 1874 bis 1879 zwischen den Tälern der Coudre und der Traire erbaute Fort ist flächenmäßig (52 Hektar) die größte Festungsanlage Frankreichs. Es ist umgeben von vier Kilometer langen Gräben und bietet Unterkunft für 43 Offziere, 146 Unteroffziere und 1.350 Soldaten. Diese immense Größe wird unterstrichen durch die Kapazität an Waffen, die 142 Artilleriegeschütze umfasste. Eigentumsverhältnisse: Eigentum des Verteidigungsministeriums. Ein Besuch ist nicht möglich.


 

Das Fort von Plesnoy oder Médavy wurde zwischen 1877 und 1881 erbaut und liegt 11,8 km nordöstlich der Stadt Langres. Das Fort diente mit seiner Fläche von 38 Hektar als Haltepunkt und bot Unterkunft für 25 Offziere, 48 Unteroffziere, 768 Soldaten (plus 300 Artilleriesoldaten) sowie 47 Artilleriegeschütze. Es ist umgeben von 4 Batterien, die an das Fort aneinandergereiht sind sowie einem Pulvermagazin im Wald von Salicault. Eigentumsverhältnisse: Das Bauwerk befindet sich in Privatbesitz. Es ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.


 

Auskünfte


Fremdenverkehrsamt Pays de Langres

BP16 - 52201 Langres cedex

Tel: +33 03 25 87 67 67

Fax: +33 03 25 87 73 33


 

Zitadelle von Langres

52200 LANGRES

Tel: +33 03 25 87 67 67

Fax: +33 03 25 87 73 33

E-Mail: info@tourisme-langres.com


 

Pays de Langres

  • Vue panoramique de la citadelle. Source : Office de Tourisme du Pays de Langres

  • Plan du fort du Cognelot. Source : Office de Tourisme du Pays de Langres

  • Casemate chambrée du fort de Dampierre. Source : Office de Tourisme du Pays de Langres

  • Plan du fort de Montlandon. Source : Office de Tourisme du Pays de Langres

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    Informationen

    Anschrift

    52200
    Langres
    03 25 87 67 67

    Wöchentliche Öffnungszeiten

    Visite du Fort de Bonnelle uniquement sur RDV