Der erste Weltkrieg

Am 28. Juni 1914, wird der Erzherzog Franz-Ferdinant, Thronfolger Österreichs und seine Frau in Sarajevo, Hauptstadt Bosniens ermordet. Dieses Land wurde an das österreichische Imperium im Jahre 1908 annektiert und Serbien forderte es im Namen des Nationalitätenprinzips zurück. Österreich macht die serbische Regierung für dieses Attentat verantwortlich und richtet ihr ein mit Absicht unakzeptables Ultimatum. Da Russland Schützer der kleinen slawischen Länder ist, geht Österreich mit dieser Aktion ein großes Risiko ein, doch hat es andererseits die Unterstützung Berlins. Obwohl Serbien den Forderungen Österreich nachgegeben hat, bombardiert die österreichische Armee am 29. Juli Belgrad. Sofort lösen die verschiedenen Allianzen die Kriegeserklärungen aus. Europa stürzt sich in einem Konflikt, das die Entente mit den Mittelmächten konfrontiert. Deutschland dringt in den neutralen Ländern, Luxemburg und Belgien ein und erklärt am 3. August Frankreich den Krieg. Die Deutschen führen schon mit den Österreichern ein Konflikt gegen Russland. Die Zertrampelung des Neutralitätsrecht einiger Staaten und das Gespött der Verträge von Seiten der Unterzeichner sind für England unakzeptabel und Grund genug, mit Ägypten in den Krieg zu ziehen. Frankreich mobilisiert sich am 2. August und konzentriert seine Truppen an den Grenzen und geht dann zur Offensive über. Seine zwei Protektorate, Marokko und Tunesien schicken Soldaten in den Kampf gegen Deutschland. Als senegalesischer Kontingent der kolonialen Armee (Einzelschützen, Kavallerie, Artillerie ect.) reist die afrikanische Armee von Algerien, nach Frankreich. In Paris, Bordeaux, Lyon, Marseille, Toulon, verpflichten sich Tausende von Ausländer, während des ganzen Krieges (Italiener, Tschechen, Schweizer, Spanier, Luxemburger, Russen) in der Fremdenlegion.

  • Die alliierten Schiffe in Dardanelles, nach der Schlacht

    Die alliierten Schiffe in Dardanelles, nach der Schlacht

  • Die Landung in Dardanelles

    Die Landung in Dardanelles



Auf Land, See und in den Kolonien, sowie in Afrika, in Asien und im Pazifik, werden militärische Operationen organisiert. Japan verbündet sich mit den Alliierten; später wird sich die Türkei den Mittelmächte anschließen. Es entsteht eine Westfront, eine Ostfront, eine Front der Balkanen (vor der Orientfront 1916), eine Kaukasusfront (hier kämpft man um Tiflis, Trabitz, Van, Erzeroum und die türkische Armee wird von den Russen in den Bergen vernichtet.); als die Engländer in Mesopotamien landen und die Türken den Suez Kanal 1915 angreifen, entsteht sogar eine Front des Mittleren Ostens. Der in Konstantinopel eingeführte heilige Krieg, wird die muslimische Bevölkerung und die christliche entgegensetzten und die "Senoussins" des Saharas, die Dissidenten in Marokko und die Türken werden sich gegen die Armenier erheben. Dieser Krieg wird in Persien, in Azerbaïdjan, in Pakistan Unruhen verbreiten und die alliierten Truppen vor Ort auf der Westfront halten. Was die afrikanische Front angeht ist sie unermesslich groß und sofort reaktiv: ab dem 8. August 1914 bombardieren englische Kriegsschiffe Dar-es-Salam; im November landen 6000 Briten um, im Jahre 1916 mit der Unterstützung der portugiesischen Truppen, den deutsch-afrikanischen Osten zu überfallen Hier wird der Krieg vier Jahre andauern. Franzosen, Engländer und Belgier dringen in den deutschen Kamerun und Togo ein. Die Afrikaans des Transvaals greifen ohne zu zögern die deutsche Kolonie in Namibia an. Anderswo in China belagert die japanische Armee den Hafen von Tsing Tao, wo die deutsche Garnison mit all ihren Kräften Widerstand leistet, während sich die Australier den deutschen Papua aneignen. In Osteuropa dringen die Russen in Ostpreußen ein, aber sie werden in Mazurie in Tannenberg geschlagen. Dann findet der Kampf in Polen für Warschau, Lodz statt. 1915 erfolgt er vor allem in Galizien auf der Linien der Weichsel, Bug und Sereth. Die Russen sind geschlagen und rücken, im Mai 1915, 250 Km zurück; die Attacken der Mittelmächte folgen aufeinander, bis es ihnen gelingt eine ununterbrochene Front von 1000Km Länge zu konstituieren, die von Lettland bis Bukovine stabilisiert wird. Während dieser gigantischen Schlacht, haben die Russen drei Millionen Männer verloren. Dennoch attackieren sie mit General Broussilov im Sommer 1916 und sind nach einem bedeutungsvollen Durchbruch siegreich und können somit die bedrohte Westfront und Verdun entlasten. In den Balkanen ist Serbien vollständig besetzt und leidet unter den ununterbrochenen Schüssen der Mittelmächte. Die in Mazedonien eingedrungene Armee des Orients des Generals Sarrail zieht sich in Vadar zurück und verschanzt sich im Dezember 1915 in Salonique, Griechenland.

In allen Meeren der Welt treffen alliierte Flotten gegen feindliche Flotten aufeinander. Nachdem die Engländer am 1. November die Schlacht von Kap Coronel im Chile gewinnen, tragen sie die Schiffsschlacht des Falklands im Südatlantik am 8. Dezember davon. Am 28. August 1914 stoßen die Home Fleet und die Hoch See Flotte aufeinander. Seit Anfang der Feindseligkeiten beweisen die U-Boote, durch gewagte Torpedierungen, welche die großen Kriegesschiffe versenken, ihre wahre Wirksamkeit. Folglich versenkt ein U-9 am 22. September 1914 auf der Küste Hollands einen englischen Kreuzer. Die alliierte maritime Blockade löst sich am 29. Oktober gegen die Mittelmächte aus. Im Mittelmeer wird die Adria von den Alliierten blockiert, die österreichische Flotte wird in ihren eigenen Basen in die Enge getrieben, doch die deutschen U-Boote, die von Gibraltar kommen, leisten ihr Hilfe. Sie werden auch in Dardanelles agieren, wo die Alliierten von See und von Land attackieren. Hier gelingt es ihnen 1915 die Kürassiers Triumph, Majestic etc. zu versenken. Ab 1916 und während 1917 zwischen Toulon und Salonique attackieren die deutschen U-Boote auch den maritimen Verkehr. Während dieser intensiven Schlachten erleidet die französische nationale Marine schwere Verluste: Bouvet Kurkassiers (durch Minenexplosionen), Suffren, Danton, Gaulois, Léon-Gambetta Kreuzschiffe Hilfskreuzer Gallia, Burdigala, transport Provence II, das Torpedoboot Cassini, Patrouillenboote, U-Boote. Die Verkehrsmarine verliert viele ihrer Einheiten: Passagierschiffe Athos, Sontay, Calvados, etc. Die absolute Hauptwaffe ist der 500mm deutsche Torpedo der mit 180Kg Sprengstoff aufgeladen wird. Von Seiten der Franzosen besteht deren Gegenschlag in der Einführung von Unterwassergranaten Giuraud und benötigt Hörer, um das Propellerlärm zu detektieren. Die Alliierten agieren in Zusammenarbeit und setzen Schifffallen gegen die U-Boote ein; Admiral Jellicoe übernimmt die Leitung der Anti-U-Boot Verteidigung. Am 1. Mai 1915 torpediert das U-20 im Atlantik den Dampfer Lusitania, was den Zorn und die Empörung der Vereinigten Staaten verursacht. Am 23. Mai 1915 verbündet sich Italien mit den Alliierten, die gemeinsam im Mittelmeer agieren. Der britische Minister des Krieges Lord Kitchener kommt in der Nordsee um, als sein Kürassier Hamshire am 6. Juni 1916 durch eine Mine explodiert. Am 31. Juli 1916 stoßen die englischen und deutschen Flotten im Jutland zusammen. Hier werden sie sich einer fünfstündigen Schlacht untersetzen in der 9000 Männer umkommen werden. Die Engländer verlieren 5 Kreuzer und Kürassiers, unter den letzteren explodiert auch das Invincible der mit an Bord Admiral Hood hatte. Die Deutschen ihrerseits verlieren zwei Kreuzer und erleiden viele schlimme Schäden.

Am 5. Oktober 1914 wird die erste Luftschlacht stattfinden, die von den Franzosen gewonnen wird. Der Kommandant Rose errichtet die Jägereinheit im Jahre 1916. Die Asse beginnen ihre Glanzleistung ( Garros, Védrines, Nungesser, Navarre, Brocard, Madon, Dorme, Boyau, Pégoud, Guynemer, Fonck, etc. ). Kommandant Goÿs kreiert die erste Bombardierungseinheit; 18 Flugzeuge attackieren die Fabriken von Ludwigshafen am 26. Mai 1915. Die Erwiderung kommt von den Piloten Boelcke, Immelmann, Voss, Richthofen, etc. Ab 1915 greifen Luftschiffe der Marine und Zeppeline die Hauptstädte London und Paris an. Was die Engländer, Amerikaner und Belgier angeht, werden andere Asse Großtaten leisten: Ball, Mannock, Bishop, Mac Cudden, Collishaw, Rickenbacker, Luke, Lufbery, Willy Coppens, Thieffry, etc. Die deutsch-französische Basis der Luftangriffe gegen das Reich befindet sich auf dem Gelände von Malzéville-Nancy in Lothringen. In Frankreich, nach den Siegen der Marne und Grand Couronné von Nancy im September 1914 ist die Front stabil, was die Operationen in den Flandres und Artois erleichtert. 1915 findet der Höhepunkt der französischen Attacken in den Vogesen, in der Maas sowie in Meurthe-et-Moselle, in Champagne in Aisne, Oise, Somme, Pas-de-Calais statt. Oberbefehlshaber Joffre versammelt mehrmals die alliierten Anführer in sein Hauptquartier in Chantilly, um über gemeinsame Aktionen zu entscheiden, die den II Reich benachteiligen sollen, der schon gegen zwei Fronten kämpft. Das Jahr 1916 ist von den Verdun und Somme Schlachten dominiert, wo zahlreiche Truppen und viel Material eingesetzt wurde.

Der Kampf breitet sich in einem universellen Krieg aus und die Rolle der Rüstung wird dank der Industrie wichtiger. Der erste Angriff findet am 22. April 1915 in den Flandern im Westen, gegen die alliierten Truppen der Yser Front satt. Hier wird das Chlorgas in komprimierte Flaschen angewendet. Man wird auch Flammenwerfer, Phosphorgranaten, leichte und schwere Sturmpanzer benötigen, sowie die Schützengräberartillerie und Beobachtungszeppeline, Flaken, Tonortung, drahtlose Telegraphen, Lastwägen etc. anwenden. Auch die militärische Kleidung verändert sich. Jede kriegführende Macht verwendet nun Stahlhelme, die Uniformen werden angepasst, die automatischen Waffen sowie die Artilleriegeschütze werden verbessert. Im Jahre 1916 wird der Giftgas mit Kohlensäurechlorid verfeinert, dann im Jahre 1917 wird man Yperit anwenden und schließlich im Jahre 1918 benötigt man Lewissite. Es erscheinen auch die Giftgase und toxische Substanzen. Auf See erscheinen auch U-Bootkreuzer, Unterseeboote Bergwerkanfeuchter, Angriffschnellboote, Flugzeuge und Torpedobootwasserflugzeuge und ein Flugzeugträger (die erste Landung erfolgt am 2. August 1917 von einem Sopwith Flugzeug). Die Bevölkerung der Mittelmächte leiden unter der Blockade. Die der besetzten Länder wird der Zwangsarbeit, der Deportation, der Dienstverpflichtung und der Militärtyranneien untersetzt. In jedem Lager führt man, Spionage, Gegenspionage und Propaganda durch. In Belgien wird die Krankenschwester Edith Cavell verdächtigt den alliierten Soldaten Hilfe geleistet zu haben und wird deswegen zum Tode verurteilt. Sie wird in Brüssel von der deutschen Militärregierung erschossen. Dieser Vorfall verursacht unter den Alliierten und den neutralen Länder einen allgemeinen Protestgeschrei. 1917 erschießen die Franzosen Mata-Hari wegen Spionage. Wegen dieser Hinrichtung breitet sich Wut und Ärger aus und in jedem Lager sucht man um jeden Preis nach Informationen. Die britische Admiralität fängt den Kodex der deutschen Geheimmittelungen ab. Das gibt ihnen die Möglichkeit, die äußerst wichtige Zimmermann Depesche im Jahre 1917 zu entschlüsseln. Eine übertriebene Kriegesindustrialisierung entwickelt sich, die Frauen betätigen sich als Arbeiterinnen in den Fabriken. Überall werden Kriegesanleihen gemacht, jedes Land dräniert sein Gold und versucht im Ausland Kapital auszuborgen. Inflation, Knappheit und Streiks lassen die Wirtschaft, dahinsiechen. Sie existiert zu diesem Zeitpunkt nur für den Krieg und wird auf konfuser, verwirrter Weise, von den verschiedenen Regierungen geführt. Die Bevölkerung leidet unter Hungersnot, Kälte, Angst und Trauer. Die Zahl der Kriegesopfer ist immens. Der Gebrauch der Gesamtressourcen an Männern und kriegesführende Kräfte ist daher erforderlich. Die Alliierten schöpfen auch ihre Kontingenten in Afrika und Asien aus. Sie stellen auch chinesische Arbeiter ein, die für die Kriegesanstrengungen mitwirken. Kanada, Australien, Neuseeland, Südafrika kämpfen an Seiten der Engländer, die unter anderem, seit Anfang der Operationen auch die indische Armee eingesetzt haben. Portugal, Griechenland, Rumänien und die Vereinigten Staaten schließen sich der Entente an. Bulgarien verbündet sich mit den Mittelmächten. Schweizer, Holländer und Spanier, sind wie die Skandinavier neutral, obwohl sich Schweden fast mit den Deutschen verbündet hätte. Sie wollten Mexiko in den Kampf hineinziehen (die berühmte Zimmermann-Depesche), was den Einstieg der Amerikaner in den Krieg am 2. April 1917 bewirkt hat. Später im Dezember 1917 erklären die Vereinigten Staaten auch Österreich-Ungarn den Krieg. Eine große Anzahl südamerikanischer Staaten, wie z. B. Brasilein sind mit der Meinung der Amerikaner einverstanden und äußern ihre Feindseligkeit gegenüber Deutschland.

Im Februar des selben Jahres stützt das Imperium des Zars, Nicolas II dankt am 15. März ab und die Regierung des Prinzen Lvov nimmt seie Stelle an. Kerenski ist hier Kriegesminister und später Premierminister. Am 6. und 7. November bricht die bolschewistische Revolution aus und Lenin gewinnt mit Trotski die Macht über das Land. Deutschland löst am 1. Februar 1917 einen maßlosen Unterwasserkrieg aus, der einen Rekord an versenkten Tonnagen erreichen wird (nicht mal im zweiten Weltkrieg war die Anzahl so groß ! ): 880 000 Tonnagen wurden im April versenkt. Mit dem Ziel die Schiffkonvois zwischen Amerika und Europa zu beschützen, nimmt die amerikanische Marine am 4. Mai an der Unterwasserschlacht teil. Am 11. März 1917 findet die Einnahme Bagdads, von Seiten der Briten statt. Auf diese Weise können sie die persische Front stärken. Hier wird der russisch-türkische Waffenstillstand am 7. Dezember in Kraft tretet. Deutsche Verstärkung erreicht den Mittleren Osten, wo der englische General Allenby Palästina erobern will. Am 5. Juli, mit Hilfe der Araber bemächtigt sich Lawrence von Akaba. Allbay setzt seine Offensive ein und erreicht Gaza am 27. Oktober, Jaffa am 16. November und Jerusalem am 9. Dezember. An der Front kämpfen unter anderem auch 6000 Franzosen des Oberleutnants Piépape. Nachdem General Sarrail sich Monastir im Jahre 1916 bemächtigt hat, überlässt er General Guillaumat am 22. Dezember 1917 das Kommando. In Italien greift Deutschland direkt ein : hier schickt Ludendorff seine 14. Armee, die das Gebiet von Caporetto angreift und zerstört. Sie werden 325 000 Menschen gefangen nehmen, 3 200 Kanonen konfiszieren und marschieren 120 Km vor. Die Verbündeten leisten den Italiener Hilfe und nehmen hinter Piave Stellung ein. Es spielen sich folglich die hartnäckigen Kämpfe im Grappa ab; die französischen Alpenjäger nehmen Monte Tomba am 30. Dezember zurück. Die kleine rumänische Armee, die von einer französischen Militärmission unterstützt ist (General Berthelot), wird auf der moldawischen Front von den Mittelmächten aus dem Weg geräumt und ein Waffenstillstand wird am 9. Dezember unterzeichnet.

Das von der Schlacht am Chemin des Dames erschöpfte Frankreich zweifelt, aber Georges Clemenceau, Präsident des Ministerrats und Kriegsminister, erklärt am 20. November vor den Abgeordneten: "ich führe Krieg und nur Krieg!" Der militärische Chef seines Kabinetts ist General Mordacq, genannt "der Bär", während Clemenceau als "der Tiger" bezeichnet wird. Ihnen zur Seite steht ein tatkräftiger Mann: Louis Rothschild genannt Georges Mandel, Chef des Kabinetts. In das Marineministerium hat Clemenceau Georges Leygues berufen. In Berlin muss Kanzler Bethmann-Hollweg (seit 1909 im Amt) am 13. Juli abtreten und wird durch Michaelis abgelöst. Im Reichstag fordert Erzberger einen Friedensschluss, zum großen Missfallen der obersten militärischen Führung. Der österreichische Kaiser Karl I. teilt die Idee eines schnellen Friedens, aber die oberste Heeresleitung, Marschall von Hindenburg und sein Stellvertreter Ludendorff, will den Frieden mit siegreichen Waffen erringen, denn ein deutscher Frieden garantiert die kaiserlichen Kriegsziele wie z.B. die Annektierung von Belgien und Luxemburg, die Kolonisierung des Ostens usw. Das Programm des Reichskanzlers vom 9. September 1914: Schaffung eines deutschen Europas genannt Mitteleuropa, in dem Frankreich nach dem Verlust des Nordens, des Pas-de-Calais, der Maas und Meurthe-et-Moselle usw. ein Vasallenstaat ist, bleibt gültig, wenn auch mit gewissen Änderungen. Am 9. Februar ist der Vertrag von Kiew mit der Ukraine geschlossen worden, am 3. März der Vertrag von Brest-Litowsk mit Moskau, am 7. Mai der Vertrag mit Rumänien in Bukarest, womit Deutschland den Osten beherrschen und dort seine verschiedenen Projekte verwirklichen kann. Das kaiserliche Hauptquartier hilft der Ukraine und setzt in Kiew eine Marionettenregierung unter dem General und Kollaborateur Skoropadski ein, schickt Truppen auf die Krim, die bis zum Donetz, Don, Kuban und nach Georgien vorrücken (das am 26. Mai seine Unabhängigkeit erklärt). Mit Denikin formiert sich eine Armee russischer Zaristen, die gegen die Roten und gegen die Deutschen eingestellt ist und sich Admiral Koltschak anschließt. Sie erhält Hilfe von den Alliierten, die in Wladiwostok in Sibirien, in Murmansk und Archangelsk landen. Am 17. Juli wird der Zar mit seiner Familie in Jekaterinburg von den Bolschewiken ermordet. Diese einseitigen Aktivitäten Deutschlands haben am 28. August 1918 einen zweiten Ostvertrag zur Folge, in dem Moskau sich mit den ungünstigsten Bedingungen zufrieden gibt, wodurch es Polen, Finnland, das Baltikum usw. verliert. Der Hauptgrund ist das Öl von Baku, das von den Türken besetzt ist und von den Engländern bedroht wird. Was dieses Gebiet der Kraftstoffe betrifft, so haben sich die Deutschen bereits durch den Vertrag von Bukarest das rumänische Öl von Ploesti für einen Zeitraum von dreißig Jahren gesichert. Zwischen Türken und Deutschen wird verhandelt, die ersteren wünschen ihr Protektorat über Armenien und Aserbaidschan unter Überlassung des vitalen Georgiens an Berlin, das dort die Pipeline Baku-Batum und die Eisenbahnlinie vom Kaspischen zum Schwarzen Meer über Tiflis schützt. In diesem Durcheinander agiert die französische Militärmission in Russland (General Niessel mit über 200 Offizieren): Frankreich hilft Russland gegen die Beherrschung durch den Feind, und seine Leute organisieren die Evakuierung von Material nach Sibirien, sabotieren Fabriken, sprengen Brücken und Bahnlinien; Deutschland verliert dabei 500 000 Tonnen Eisenerz in Waggons, die für seine Waffenindustrie gedacht sind. Im Norden, in Finnland, übernimmt General Mannerheim im April 1918 die Macht, verbündet sich mit Berlin, und die deutschen Streitkräfte nehmen am 16. Mai Helsinki ein, das von den "Roten" besetzt ist.

1918 ist das Jahr des Sieges der Kriegsmittel zu Lande: die Motoren der Panzer und der Flugzeuge, die spezielle mit Yperit oder Senfgas gefüllte Granate. Die Motoren ermöglichen den Sieg der Alliierten, woraus sich schon damals die Bedeutung des Öls erklärt. Die allgegenwärtige Luftwaffe greift direkt in die Schlacht ein. Die Engländer haben die R.A.F. am 1. April gegründet; General Duval gründet die 1. Luftdivision am 16. Mai (taktische Jagdflugzeuge und Bomber); die Deutschen haben die KoGenLuft (Dienststelle des Kommandierenden Generals der Luftwaffe) und benutzen für ihre Terrorangriffe auf Paris und London riesige zweimotorige Gotha GV - Flugzeuge und die R.F.Z. mit sechs Motoren. Die erste Bombe von einer Tonne Gewicht wird am 7. März 1918 auf London abgeworfen. Einem italienischen Piloten, Gabriele d'Annunzio, gelingt es am 9. August nach einem waghalsigen Flug, antideutsche Flugblätter über Wien abzuwerfen. Am 22. Januar tagt in London zum ersten Mal der Führungsstab der alliierten Flotte, und englische, französische, italienische, amerikanische und japanische Admiräle koordinieren ihre Aktionen, um den Seekrieg zu gewinnen und die Landung der amerikanischen Truppen in Europa sicher zu stellen, d.h. 10 000 Soldaten pro Tag ab Juli. Allein die amerikanische Marine unter Admiral Sims setzt 370 Schiffe mit 80 000 Mann Besatzung ein. Am 22. April lässt die britische Admiralität den wagemutigen Angriff von Admiral Keyes auf Zeebrugge ausführen, die Basis in Flandern, in der U-Boote und Wasserflugzeuge stationiert sind. Den landenden Marineinfanteristen, den Royal Marines, gelingt es, sie zu zerstören und die Ausfahrt aus dem Kanal zu versperren. Die deutsche Seite hat im Westen seit dem Frühjahr Schlacht um Schlacht verloren, ihre Verluste an Menschen und Material sind enorm; selbst die Offensive "für den Frieden" am 15. Juli in der Champagne ist jämmerlich gescheitert. Am 14. August tritt in Spa, Belgien, der Kronrat zusammen, auf dem sich die Kaiser von Deutschland und Österreich treffen. Karl I. erklärt, dass "seine Völker am Ende sind, wie auch die Kräfte seines Reiches". Der kommandierende General der Alliierten, Foch, wird am 6. August zum Marschall von Frankreich ernannt, und zwei Tage später durchbricht er mit seiner Offensive von Montdidier die deutsche Front an der Somme. Ludendorff charakterisiert den 8. August folgendermaßen: "dies ist der Trauertag der deutschen Armee". Diese muss wochenlang Rückschlag um Rückschlag einstecken. Sie wird in die Enge getrieben, ihre Verteidigungslinien werden durchbrochen, sie ist ohne Truppenreserven, geschwächt, ausgehungert, ständig zum Rückzug gezwungen, und das Oberkommando ist demoralisiert.

Im Orient durchbricht General Franchet d'Esperey die bulgarische Front von Moglena am 15. September. Mit Hilfe dieser Bresche nimmt die französische Kavallerie Uskub am 29. mit gezogenem Säbel ein. Am selben Tag kapituliert die bulgarische Armee. Am 16. Oktober besetzen die Franzosen die bulgarische Hauptstadt Sofia, und erreichen drei Tage später die Donau. Am 1. November erobert die serbische Armee Belgrad zurück. Die französische Donauarmee unter General Berthelot greift die Deutschen in Rumänien an. Die Türkei bricht zusammen und kapituliert am 30. Oktober unter dem Eindruck der Katastrophe im Mittleren Osten (Verlust von Nablus, Nazareth, Damaskus, Beyrouth, Aleppo; Nablus wurde von der französischen Afrika - Kavallerie mit dem Säbel erobert), in Mesopotamien (Verlust von Mossul) und in Thrakien. Am 6. Oktober nimmt die französische Marine Beyrouth ein, und der zu Schiff angekommene General Hamelin übernimmt das Kommando der Region bis Alexandrette auf Grund der französisch - englischen Abkommen von Picot - Sykes. Ungarn bricht mit Österreich an dem Tag, an dem Italien an der Piave angreift, am 24. Oktober. Österreich kapituliert am 3. November, und am 12. wird in Wien die Republik ausgerufen, am 16. in Budapest. In Polen übernimmt General Pilsudski die Macht in Warschau. Deutschland, dessen Armee auf den Schlachtfeldern geschlagen und durch revolutionäre Unruhen untergraben ist, bittet in der Person des Kanzlers Max von Baden den Präsidenten der Vereinigten Staaten Wilson im Oktober um Verhandlungen auf der Grundlage der 14 amerikanischen Friedenspunkte. General Groener löst Ludendorff ab (der zwischen den Kriegen nationalsozialistischer Abgeordneter wird). Mit Hilfe des Kanzlers erreicht er die Abdankung von Kaiser Wilhelm II. am 9. November, der daraufhin nach Holland flieht. In Berlin wird die Republik ausgerufen. Die deutschen Bevollmächtigten unter der Führung von Erzberger werden nach Rethondes, Oise gebracht, wo ihnen Marschall Foch die Waffenstillstandsbedingungen unterbreitet. Nach der Unterzeichnung tritt der Waffenstillstand am 11. November in Kraft, womit die Feindseligkeiten zwischen Deutschland und den Alliierten um 11 Uhr eingestellt werden. Die deutschen Streitkräfte müssen die besetzten Gebiete räumen; davon ausgenommen sind die Gebiete im ehemaligen Russland (Artikel 12) bis zu einer späteren Entscheidung der Alliierten, die im Augenblick die deutsche militärische Präsenz einem allgemeinen Chaos vorziehen. Die Franzosen ziehen in Straßburg und Metz ein, König Albert I. in Brüssel, die Alliierten besetzen das linke Rheinufer und Brückenköpfe am rechten Ufer. Der Waffenstillstand wird mehrere Male verlängert, bevor die Friedenskonferenz von Paris zum endgültigen Frieden durch den Vertrag von Versailles führt, der am 28. Juni 1919 unterzeichnet wird und 435 Artikel enthält. Er tritt am 11. Januar 1920 in Kraft und wird am 20. Oktober von der Mehrheit der französischen Abgeordneten angenommen. Danach werden weitere Verträge unterzeichnet: Saint-Germain-en-Laye (10. September 1919) mit Österreich; Neuilly (27. September 1919) mit Bulgarien; Grand Trianon (4. Juni 1920) mit Ungarn; Sèvres (10. August 1920) mit der Türkei. Einige Länder werden größer: Frankreich (das Elsass und Lothringen zurück erhält), Belgien, Dänemark, Italien, Griechenland und Rumänien. Andere entstehen: Polen, die Tschechoslowakei, Jugoslawien, Estland usw. Der Völkerbund wird gegründet, um in Zukunft internationale Streitigkeiten zu schlichten. Die Vereinigten Staaten weigern sich, den Vertrag von Versailles zu ratifizieren und treten nicht dem Völkerbund bei. Dieser Frieden trägt allerdings viele Samen für einen neuen Krieg in sich, die die erschöpften Völker dazu bringen werden, einen zweiten Weltkrieg zu beginnen.

MINDEF/SGA/DMPA Pierre Hervet 21.11.2002