Fort St Nicolas

Le Fort Saint-Nicolas, l'un des deux anciens forts à l'entrée de la rade de Marseille. Source : License Creative Commons - Libre de droit

Dieses am linken Ufer des alten Hafens von Marseille gelegene Fort ist eine Anlage mit doppeltem Festungsgürtel, Gräben und Bastionen.

Das in einer strategischen Position am südlichen Ufer der Einfahrt zu dem alten Hafen von Marseille gelegene Fort St-Nicolas ist eine Anlage mit doppeltem Festungsgürtel, Gräben und Bastionen.

1660 wird Marseille der Macht des Königs unterstellt, nachdem es von einer 7000 Mann starken Armee unter dem Kommando des Herzogs von Mercoeur angegriffen wurde. Ludwig XIV. beschließt den Bau des Fort St-Nicolas, um die Reede von Marseille zu schützen, aber auch um eine Stadt unter Kontrolle zu bringen, die ihm lange Zeit feindlich gesinnt war. Die Arbeiten werden nach den Plänen in "Sternform" des Feldmarschalls und Generalkommissars der Festungen Louis Nicolas de Clerville durchgeführt und 1664 beendet. Vauban verändert das Werk seines Vorgängers nur wenig: er lässt Batterien für Flachfeuer und den Vorwall hinzufügen, den man noch heute um das Bas-fort sehen kann. Während des ganzen 18. Jahrhundert beherbergt die Zitadelle eine Garnison. Am 18. Mai 1790 wird sie von einer revolutionären Menge teilweise zerstört, die den Teil des Mauerrings angreift, der der Stadt zugewandt ist. Da das für die Verteidigung des Vaterlandes wichtige Festungswerk erhalten werden soll, befiehlt die Nationalversammlung durch ein Dekret vom 28. Mai, die Zerstörungen zu beenden.
Am 4. Januar 1794 schreibt Bonaparte, Inspekteur der Mittelmeerküsten, an den Kriegsminister: "Das Fort St-Nicolas ist nicht zur Verteidigung geeignet. Die drei Festungsgürtel, die die Stadt auf der Seite dieses Forts abschlossen, sind zerstört und machen es von allen Seiten erreichbar. Es ist also unerlässlich, es wieder in einen verteidigungsfähigen Zustand zu versetzen, wenn auch nur gegen Angriffe einiger Böswilliger. Zu diesem Zweck müsste einer der drei Befestigungsgürtel wieder aufgebaut werden. Ich werde Kanonen auf dem Fort in Stellung bringen, um die Stadt unter Kontrolle zu haben". Auf diesen Brief hin wird der Kaiser in den Nationalkonvent einberufen, da die Vertreter des Volkes eine "Bastille in Marseille" befürchten. Die Zitadelle wird erst 1834 wieder in Stand gesetzt, mit grauen Steinen, die sich von den rosa getönten Steinen abheben, die ursprünglich benutzt worden waren. Auf Anordnung von Napoleon III. zerschneiden Straßenarbeiten die Zitadelle in zwei separate Forts und öffnen dazwischen einen Boulevard für den Verkehr: dieser Boulevard heißt 1864 zunächst Boulevard de l'Empereur, wird 1870 zum Boulevard Victor Hugo, 1871 Boulevard du Pharo und später, 1922, Boulevard Charles Livon. 1887 gibt die Militärführung dem oberen Fort St-Nicolas einen neuen Namen, Fort Entrecasteaux, nach einem französischen Seefahrer. Das untere Fort St-Nicolas erhält den Namen Fort Ganteaume, zu Ehren eines früheren Vizeadmirals und Seepräfekten von Toulon. Am 14. Januar 1969 wird das gesamte Fort zum historischen Denkmal erklärt.
1696 werden fünf Protestanten, die der Spionage für Wilhelm von Oranien beschuldigt sind, im Fort St-Nicolas eingesperrt. 1823, nach der Spanien - Expedition, nimmt das Fort 569 Gefangene auf. Danach wird die Zitadelle zum Gefängnis für Soldaten, die von den Militärgerichten zu kurzen Strafen verurteilt wurden. 1939 bekommt es zwei berühmte Gäste: Jean Giono, der in seinem Roman "Noé" die Zelle schildert, in der er zwanzig Tage ohne Licht gefangen war, und Habib Bourguiba, den späteren Präsidenten der tunesischen Republik.
Fort Saint-Nicolas Impasse Clerville 13007 Marseille Zufahrt Man kann eine Terrasse des Forts mit dem Wagen erreichen, von wo man einen ausgezeichneten Blick auf den alten Hafen hat. Führungen werden nur von dem Fremdenverkehrsamt organisiert. Kontakte Fremdenverkehrsamt Marseille Tel. 04.91.13.89.00 Fax 04.91.13.89.20 E-Mail : info@marseille-tourisme.com

  • Das Fort St-Nicolas. Quelle : DMPA