Russische Gräberstadt in Saint-Hilaire-le-Grand

Russischer Friedhof in Saint-Hilaire-le-Grand, 1928. Quelle: MINDEF/SGA/DMPA

 

Die Gräberstadt Saint-Hilaire-le-Grand, im Departement Marne, beherbergt die Gräber russischer Soldaten, die während dem Ersten Weltkrieg auf französischem Boden ihr Leben gelassen haben.

 

Der auch „l'Espérance“ (Hoffnung) genannte Bereich in der Gemeinde Saint-Hilaire-le-Grand (Marne) beherbergt auf einer Gesamtfläche von 3.412 m2 die sterblichen Überreste von 915 Menschen (489 in Gräbern, 426 in einem Beinhaus). Hier findet sich auch das Grab eines russischen Unterleutnants des 23. Freiwilligen Fremdenmarschregiments, der am 8. Juni 1940 im Dienste Frankreichs gestorben ist. 1916 wurden hier einige Dutzend Soldaten beerdigt, weitere 30 folgten 1917.

 

Diese nach dem Krieg erhaltene Gräberstadt wurde dann zum Friedhof für die Zusammenführung der sterblichen Überreste der gefallenen Russen.

Zwischen 1922 und 1934 wurden ungefähr 750 Leichname aus Loivre, Hermon-ville, La Neuvillette, Cormicy, Châlons-sur-Vesle, Suippes, Sézanne usw. überführt.

In den Jahren 1957, 1960 und 1972 wurden ungefähr weitere 10 Leichname verlegt, 6 davon waren zuvor in Forbach (Mosel) bestattet. 1988 wurden weitere 35 Leichname in Charleville (Ardennes) im kommunalen Friedhof exhumiert und auf dem neuen Friedhof bestattet.

Am 16. Mai 1937 weihte die Vereinigung der ehemaligen russischen Offiziere, die an der französischen Front gekämpft hatten (gegründet 1923 und deren Ehrenpräsident General Gouraud war), gemeinsam mit der marokkanischen Division in der Gräberstadt eine Kapelle ein, die den 4.000 russischen Soldaten gewidmet war, die in Frankreich und Thessaloniki gefallen waren. Verantwortlich für den Bau war der Architekt und Maler Albert Benois, der diese Kapelle im orthodoxen Stil des 15. Jahrhunderts errichtete.


 

Bei den Gedächtniszeremonien versammeln sich noch heute russische und französische Kriegsveteranen, um gemeinsam die im Krieg gefallenen Kameraden zu ehren. Jedes Jahr am Pfingstsonntag finden sie sich in der Gräberstadt ein. Bei den russischen Gräbern auf den nationalen Friedhöfen Frankreichs handelt es sich hauptsächlich um Kriegsgefangene, die vom Feind im Osten aufgegriffen und nach Frankreich verschleppt wurden, um Arbeitsdienste hinter der Front abzuleisten. Die Sträflinge mussten oft in unmenschlichen Bedingungen leben, wodurch Tausende Soldaten ums Leben kamen.


 

Die wichtigsten Friedhöfe befinden sich an der Mosel, in Metz (1280), Thionville (692), Riche (158); am Niederrhein in Haguenau (122), Sélestat (38), Straßburg (149), Weißenburg (221), Plaine (26); Meuse in Brieulles (123), Montmédy (127); Meurthe-et-Moselle in Labry (358), Pierrepont (493), in den Ardennen in Sedan Saint-Charles (379), Rethel (213), Vouziers (124); im Norden in Asseyent (260), Cambrai (192), Valenciennes (207) ; in Aisne: Cerny-en-Laonnois (54), Effry (281), Saint-Quentin (117) usw.


Nahe der Gräberstadt befindet sich in Saint-Hilaire-le-Grand eine Gedenkstätte, die während des Ersten Weltkrieges auf den Plätzen der ersten Kämpfe von den Infanteristen des 2. Sonderregiments errichtet wurde und ihren Toten gedenkt. Eine Seite trägt die Inschrift: „Söhne und Töchter Frankreichs! Wenn der Feind geschlagen ist und ihr in Freiheit Blumen auf den Feldern anpflanzen könnt, erinnert euch an uns, eure russischen Freunde, und bringt uns Blumen“.

  • Texte gravée sur l'une des face du monument du 2e régiment spécial russe. Source : MINDEF/SGA/DMPA

  • Tombe. Source : MINDEF/SGA/DMPA

  • Cimetière russes de Saint-Hilaire-le-Grand en 1928. Source : MINDEF/SGA/DMPA

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    Informationen

    Anschrift

    51600
    Saint-Hilaire-le-Grand
    Fax : 03.26.82.07.99

    Gebühr

    Eintritt kostenlos

    Wöchentliche Öffnungszeiten

    Frei zugänglich